15 heimische wintergrüne Stauden für den Garten

Zuletzt aktualisiert: 21. August 2026

Wenn im Herbst die meisten Stauden ihre Blätter verlieren und ihre oberirdischen Pflanzenteile langsam absterben, wird es in vielen Beeten deutlich kahler. Doch nicht alle heimischen Wildstauden verschwinden während der kalten Jahreszeit.

Einige Arten behalten ihre Blätter ganz oder zumindest teilweise über den Winter. Niedrige Polster, Blattrosetten und bodennahe Blätter sorgen dadurch auch außerhalb der Blütezeit für grüne Strukturen im Garten. Gleichzeitig ergänzen sie die trockenen Stängel und Samenstände anderer Stauden, die im über den Winter stehenbleiben dürfen.

In diesem Artikel stellen wir dir 15 heimische, wintergrüne Stauden vor. Die Auswahl reicht von trockenheitsverträglichen Arten für sonnige Standorte bis zu Wildstauden für halbschattige und schattige Gartenbereiche.

Unsere heimischen wintergrünen Stauden im Überblick

Wintergrüne Wildstauden gibt es für ganz unterschiedliche Gartenbereiche. Einige Arten wachsen auf trockenen, sonnigen und mageren Böden, andere bevorzugen den kühleren Gehölzrand oder schattige Standorte.

Die folgende Tabelle zeigt 15 heimische Arten mit Blütezeit, Wuchshöhe und ihren wichtigsten Standortansprüchen.

Deutscher NameBotanischer NameWuchshöheBlütezeitStandortBoden
Scharfer MauerpfefferSedum acre5–15 cmVI–VIISonnetrocken, durchlässig, mager
Weißer MauerpfefferSedum album5–20 cmVI–VIIISonnetrocken, durchlässig, mager
Sand-ThymianThymus serpyllum5–20 cmVI–XSonnetrocken, sandig, mager
Kleines MausohrhabichtskrautPilosella officinarum5–25 cmV–XSonnetrocken bis frisch, mager
Gewöhnliches SonnenröschenHelianthemum nummularium10–30 cmV–IXSonnetrocken, kalkhaltig, mager
Kartäuser-NelkeDianthus carthusianorum15–40 cmVI–IXSonnetrocken, kalkhaltig, mager
Edel-GamanderTeucrium chamaedrys15–30 cmVII–IXSonnetrocken, kalkhaltig, mager
BlutwurzPotentilla erecta10–30 cmV–IXSonne–Halbschattenfrisch bis feucht, eher nährstoffarm
GundermannGlechoma hederacea10–30 cmIII–VIIISonne–Halbschattenfrisch, humos, nährstoffreich
Wald-ErdbeereFragaria vesca5–20 cmIV–VISonne–Halbschattenfrisch, humos
Kriechender GünselAjuga reptans10–30 cmIV–VIISonne–Halbschattenfrisch bis feucht, humos
Gewöhnliche NelkenwurzGeum urbanum30–60 cmV–XHalbschattenfrisch, humos, nährstoffreich
Echte GoldnesselGaleobdolon luteum15–40 cmIV–VIIHalbschatten–Schattenfrisch, humos
Wald-SeggeCarex sylvatica30–60 cmV–VIIHalbschatten–Schattenfrisch bis feucht, humos
Wald-HainsimseLuzula sylvatica30–80 cmIV–VIHalbschatten–Schattenfrisch, humos, eher sauer

Heimische wintergrüne Stauden für sonnige Standorte

Für sonnige Gartenbereiche gibt es besonders viele niedrigwachsende winter- und immergrüne Wildstauden. Einige dieser Arten stammen von trockenen, mageren Standorten und behalten ihre bodennahen Blätter oder Polster auch während der kalten Jahreszeit. Sie eignen sich besonders gut für Beetränder, Steingärten, Trockenmauern und sonnige Wildstaudenbeete. Weitere passende Arten findest du in unserem Beitrag „25 heimische Wildstauden für sonnige Standorte“.

Scharfer Mauerpfeffer (Sedum acre)

Niedrige, dichte Polster und fleischige Blätter machen den Scharfen Mauerpfeffer zu einer robusten Wahl für trockene, vollsonnige Gartenplätze. Im Winter bleibt das Laub erhalten; im Frühsommer öffnen sich zahlreiche gelbe Blüten, die vielen Insekten Nahrung bieten.

Steckbrief

  • Blütezeit: Juni bis Juli
  • Höhe: 5–15 cm
  • Standort: sonnig
  • Boden: trocken, sandig bis lehmig und nährstoffarm
  • Wuchs: polsterbildend und stark ausbreitend
  • Ökologischer Wert: Nahrungspflanze für 14 Wildbienenarten, 1 Schmetterlingsart und die Raupen von 4 Schmetterlingsarten

Weißer Mauerpfeffer (Sedum album)

Mit seinen sukkulenten Trieben entwickelt sich der Weiße Mauerpfeffer zu niedrigen, wintergrünen Polstern. Er besiedelt trockene, nährstoffarme Flächen zuverlässig und versorgt mit seinen weißen Blüten verschiedene Wildbienen und Schmetterlinge.

Steckbrief

  • Blütezeit: Juni bis August
  • Höhe: 5–20 cm
  • Standort: sonnig
  • Boden: trocken, sandig bis lehmig und nährstoffarm
  • Wuchs: polsterbildend und stark ausbreitend
  • Ökologischer Wert: Nahrungspflanze für 12 Wildbienenarten, 7 Schmetterlingsarten und die Raupen von 12 Schmetterlingsarten

Sand-Thymian (Thymus serpyllum)

An warmen, sonnigen Stellen breitet sich der Sand-Thymian mit kriechenden Trieben zu aromatisch duftenden, wintergrünen Polstern aus. Die lange Blütezeit macht ihn auf mageren Böden zu einer besonders wertvollen heimischen Nahrungspflanze für zahlreiche Insekten.

Steckbrief

  • Blütezeit: Juni bis Oktober
  • Höhe: 5–20 cm
  • Standort: sonnig
  • Boden: trocken, sandig bis lehmig und nährstoffarm bis mäßig nährstoffreich
  • Wuchs: kriechend und polsterbildend
  • Ökologischer Wert: Nahrungspflanze für 41 Wildbienenarten, 14 Schmetterlingsarten und die Raupen von 25 Schmetterlingsarten

Kleines Mausohrhabichtskraut (Pilosella officinarum)

Flache, behaarte Blattrosetten und oberirdische Ausläufer prägen das Erscheinungsbild des Kleinen Mausohrhabichtskrauts. So entstehen auf sonnigen, mageren Flächen lockere bis dichte Teppiche, über denen von Mai bis Oktober gelbe Blüten für außergewöhnlich viele Wildbienen erscheinen.

Steckbrief

  • Blütezeit: Mai bis Oktober
  • Höhe: 5–25 cm
  • Standort: sonnig
  • Boden: trocken bis frisch, sandig bis lehmig und nährstoffarm
  • Wuchs: flach, teppichartig und ausbreitend
  • Ökologischer Wert: Nahrungspflanze für 88 Wildbienenarten, 8 Schmetterlingsarten und die Raupen von 26 Schmetterlingsarten

Gewöhnliches Sonnenröschen (Helianthemum nummularium)

Als niedriger Halbstrauch eignet sich das Gewöhnliche Sonnenröschen besonders für warme, sonnige und eher trockene Gartenplätze. Seine wintergrünen Blätter strukturieren das Beet ganzjährig, während die gelben Schalenblüten Wildbienen und spezialisierten Schmetterlingsraupen Nahrung bieten.

Steckbrief

  • Blütezeit: Mai bis September
  • Höhe: 10–30 cm
  • Standort: sonnig
  • Boden: trocken, durchlässig bis humos und kalkhaltig
  • Wuchs: niederliegend bis aufsteigend
  • Ökologischer Wert: Nahrungspflanze für 15 Wildbienenarten und die Raupen von 5 Schmetterlingsarten

Kartäuser-Nelke (Dianthus carthusianorum)

Auf schlanken, aufrechten Stängeln trägt die Kartäuser-Nelke ihre kräftig rosafarbenen Blüten deutlich über dem schmalen, wintergrünen Laub. Die horstig wachsende bevorzugt sonnige, trockene und nährstoffarme Flächen und ist besonders für Schmetterlinge eine wertvolle Nektarpflanze.

Steckbrief

  • Blütezeit: Juni bis September
  • Höhe: 15–40 cm
  • Standort: sonnig
  • Boden: trocken, sandig bis lehmig, kalkhaltig und nährstoffarm
  • Wuchs: aufrecht und horstig
  • Ökologischer Wert: Nahrungspflanze für 13 Wildbienenarten, 15 Schmetterlingsarten und die Raupen von 4 Schmetterlingsarten

Edel-Gamander (Teucrium chamaedrys)

Sein flacher, lockerrasiger Wuchs macht den Edel-Gamander zu einem geeigneten Bodendecker für sonnige und trockene Bereiche. Das Laub bleibt im Winter erhalten; im Hoch- und Spätsommer werden die rosafarbenen Lippenblüten von zahlreichen Wildbienen besucht.

Steckbrief

  • Blütezeit: Juli bis September
  • Höhe: 15–30 cm
  • Standort: sonnig
  • Boden: trocken, sandig bis lehmig, kalkhaltig und nährstoffarm
  • Wuchs: flach, lockerrasig und ausgebreitet
  • Ökologischer Wert: Nahrungspflanze für 37 Wildbienenarten und die Raupen von 6 Schmetterlingsarten

Heimische wintergrüne Stauden für Sonne bis Halbschatten

Nicht jeder Gartenbereich liegt den ganzen Tag in der Sonne. Auch für Plätze mit zeitweiser Beschattung gibt es heimische Stauden, deren Blätter über den Winter erhalten bleiben. Diese Arten eignen sich beispielsweise für lichte Beete, Wiesenbereiche und Übergänge zwischen sonnigen Flächen und Gehölzen. Eine größere Pflanzenauswahl findest du im Beitrag „25 heimische Wildstauden für halbschattige Standorte“.

Blutwurz (Potentilla erecta)

Vierzählige gelbe Blüten unterscheiden die Blutwurz gut von vielen anderen heimischen Fingerkräutern. Die niedrige, bodendeckend wachsende Wildstaude bevorzugt eher nährstoffarme, frische bis feuchte Böden und eignet sich für sonnige bis halbschattige Bereiche.

Steckbrief

  • Blütezeit: Mai bis September
  • Höhe: 10–30 cm
  • Standort: sonnig bis halbschattig
  • Boden: frisch bis feucht, durchlässig bis humos und nährstoffarm
  • Wuchs: niedrig und bodendeckend
  • Ökologischer Wert: Nahrungspflanze für 46 Wildbienenarten, 1 Schmetterlingsart und die Raupen von 10 Schmetterlingsarten

Gundermann (Glechoma hederacea)

Mit kriechenden, an den Knoten wurzelnden Trieben schließt der Gundermann freie Bodenstellen vergleichsweise schnell. Seine wintergrünen Blätter und die frühe, lange Blüte machen ihn zu einem wertvollen Bodendecker für frische, nährstoffreiche Plätze.

Steckbrief

  • Blütezeit: März bis August
  • Höhe: 10–30 cm
  • Standort: sonnig bis halbschattig
  • Boden: frisch, durchlässig bis humos und nährstoffreich
  • Wuchs: kriechend, wuchsstark und bodendeckend
  • Ökologischer Wert: Nahrungspflanze für 40 Wildbienenarten, 3 Schmetterlingsarten und die Raupen von 3 Schmetterlingsarten

Wald-Erdbeere (Fragaria vesca)

Weiße Blüten, aromatische rote Früchte und dreiteilige Blätter machen die Wald-Erdbeere auch optisch vielseitig. Durch ihre Ausläufer entstehen lockere bis dichte, wintergrüne Teppiche, die zahlreichen Wildbienen und Schmetterlingsraupen Nahrung und bieten.

Steckbrief

  • Blütezeit: April bis Juni
  • Höhe: 5–20 cm
  • Standort: sonnig bis halbschattig
  • Boden: frisch, sandig bis lehmig und nährstoffreich
  • Wuchs: bodendeckend und ausläuferbildend
  • Ökologischer Wert: Nahrungspflanze für 45 Wildbienenarten und die Raupen von 22 Schmetterlingsarten

Kriechender Günsel (Ajuga reptans)

Bereits im Frühjahr stehen die blauvioletten Blütenähren des Kriechenden Günsels über den dunklen Blattrosetten. Mit kurzen Ausläufern bedeckt die wintergrüne Wildstaude frische bis feuchte Böden und bietet vielen Wildbienen und Schmetterlingen Nahrung.

Steckbrief

  • Blütezeit: April bis Juli
  • Höhe: 10–30 cm
  • Standort: sonnig bis halbschattig
  • Boden: frisch bis feucht, durchlässig bis humos und nährstoffreich
  • Wuchs: kriechend und bodendeckend
  • Ökologischer Wert: Nahrungspflanze für 41 Wildbienenarten, 10 Schmetterlingsarten und die Raupe einer Schmetterlingsart

Heimische wintergrüne Stauden für Halbschatten und Schatten

Unter Gehölzen, entlang von Hecken oder auf der Nordseite von Gebäuden sind Pflanzen gefragt, die mit weniger direkter Sonne zurechtkommen. Einige heimische Wald- und Saumarten behalten auch im Winter grünes Laub und sorgen so gerade in diesen Gartenbereichen für Struktur. Weitere geeignete Arten stellen wir dir im Beitrag „25 heimische Wildstauden für schattige Standorte“ vor.

Gewöhnliche Nelkenwurz (Geum urbanum)

Eine bodennahe Blattrosette bildet bei der Gewöhnlichen Nelkenwurz den Ausgangspunkt für aufrechte, verzweigte Blütenstängel. Auf frischen, humosen und nährstoffreichen Böden im Halbschatten zeigt sie ihre kleinen gelben Blüten bis in den Herbst hinein.

Steckbrief

  • Blütezeit: Mai bis Oktober
  • Höhe: 30–60 cm
  • Standort: halbschattig
  • Boden: frisch, sandig bis lehmig, humos und nährstoffreich
  • Wuchs: aufrecht und rosettenbildend
  • Ökologischer Wert: Nahrungspflanze für 37 Wildbienenarten und die Raupen von 5 Schmetterlingsarten

Echte Goldnessel (Galeobdolon luteum)

Unter Gehölzen und an anderen halbschattigen bis schattigen Plätzen entwickelt die Echte Goldnessel kräftige, wintergrüne Teppiche. Ihre gelben Lippenblüten leuchten im Frühjahr über dem grünen Laub und bieten vielen Wildbienen sowie mehreren Schmetterlingsraupen Nahrung.

Steckbrief

  • Blütezeit: April bis Juli
  • Höhe: 15–40 cm
  • Standort: halbschattig bis schattig
  • Boden: frisch, sandig bis lehmig, humos und nährstoffreich
  • Wuchs: horstig, teppichartig und stark ausbreitend
  • Ökologischer Wert: Nahrungspflanze für 43 Wildbienenarten, 1 Schmetterlingsart und die Raupen von 25 Schmetterlingsarten

Wald-Segge (Carex sylvatica)

Mit ihren schmalen, bogenförmig überhängenden Blättern bringt die Wald-Segge ganzjährig eine ruhige, grasartige Struktur in schattige Pflanzungen. Auf frischen bis feuchten, nährstoffreichen Böden wächst sie zu lockeren Horsten heran und dient mehreren Schmetterlingsarten als .

Steckbrief

  • Blütezeit: Mai bis Juli
  • Höhe: 30–60 cm
  • Standort: halbschattig bis schattig
  • Boden: frisch bis feucht, sandig bis lehmig, humos und nährstoffreich
  • Wuchs: aufrecht mit bogenartig geneigten Blättern
  • Ökologischer Wert: Raupenfutterpflanze für 13 Schmetterlingsarten

Wald-Hainsimse (Luzula sylvatica)

Breite, glänzend grüne Blätter kennzeichnen die Wald-Hainsimse und bleiben auch während der kalten Jahreszeit erhalten. Das heimische Gras bildet auf frischen, humosen Böden dichte Bestände und eignet sich als ruhiger Bodendecker unter Gehölzen sowie an schattigen Beeträndern.

Steckbrief

  • Blütezeit: April bis Juni
  • Höhe: 30–80 cm
  • Standort: halbschattig bis schattig
  • Boden: frisch, durchlässig bis lehmig, humos, nährstoffreich und eher sauer
  • Wuchs: horstig bis bodendeckend
  • Ökologischer Wert: Raupenfutterpflanze für 1 Schmetterlingsart

Wintergrüne Stauden sinnvoll kombinieren

Wintergrüne Stauden sorgen dafür, dass ein Beet auch in der kalten Jahreszeit nicht völlig kahl wirkt. Besonders schön wird es, wenn niedrige Polster, Blattrosetten und grasartige Arten mit Stauden kombiniert werden, deren trockene Stängel und Samenstände über den Winter stehen bleiben.

So entsteht kein dauerhaft „grünes“ Beet, sondern eine abwechslungsreiche Mischung aus lebenden und trockenen Strukturen. Gleichzeitig bleibt der Garten auch außerhalb der Blütezeit interessant und bietet Tieren Rückzugsorte.

Bei der Planung solltest du vor allem Pflanzen mit ähnlichen Standortansprüchen zusammenstellen. Trockene Arten wie Sand-Thymian, Sonnenröschen oder Mauerpfeffer passen gut zusammen, während Wald-Segge, Goldnessel oder Wald-Hainsimse eher für frischere und schattigere Bereiche geeignet sind.

Wenn du zusätzlich darauf achtest, Früh-, Sommer- und Spätblüher zu kombinieren, entsteht ein Beet, das nicht nur im Winter Struktur bietet, sondern über viele Monate Nahrung für Insekten bereithält. Wie du die Blütezeit gezielt verlängerst, zeigen wir dir im Beitrag Staudenbeet mit langer Blütezeit planen.

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