25 heimische Pflanzen für Schmetterlinge und ihre Raupen

Zuletzt aktualisiert: 17. August 2026

Wer Schmetterlinge im Garten fördern möchte, sollte bei der Pflanzenauswahl nicht nur an nektarreiche Blüten denken. Mindestens ebenso wichtig sind die Pflanzen, von denen sich ihre Raupen ernähren. Viele Falter besuchen ganz unterschiedliche Blüten, ihre Raupen sind jedoch oft auf bestimmte Pflanzenarten oder Pflanzenfamilien angewiesen.

In diesem Artikel stellen wir dir 25 heimische Pflanzen vor, die ausgewachsenen Schmetterlingen bieten, ihren Raupen als Nahrung dienen oder beide Funktionen erfüllen. Darunter sind Wildstauden, Kräuter, Kletterpflanzen und heimische Gehölze. Wenn du darüber hinaus Lebensräume, Verstecke und Überwinterungsplätze schaffen möchtest, findest du in unserem ausführlichen Guide für einen schmetterlingsfreundlichen Garten weitere Anregungen.

Nektarpflanze oder Raupenfutterpflanze?

Viele ausgewachsene Schmetterlinge decken ihren Energiebedarf vor allem über Blütennektar. Mit ihrem Saugrüssel erreichen sie auch tiefer liegende Blüten, doch nicht jede Art nutzt dieselben Pflanzen. Entscheidend sind Blütenform, Nektarmenge und Blütezeit.

Raupen besitzen dagegen beißende Mundwerkzeuge und fressen meist Blätter, Blüten oder Samen. Einige können zahlreiche Pflanzen nutzen, andere sind eng an eine Gattung oder Pflanzenfamilie gebunden. Fehlt die passende , kann sich der Falter dort trotz eines reichen Nektarangebots nicht fortpflanzen.

Tipp: Plane Blüten und Raupenfutter gemeinsam. Ein gutes Schmetterlingsbeet bietet vom Frühjahr bis in den Herbst Nektar und lässt gleichzeitig an einigen Stellen Fraßspuren zu. Gerade Brennnesseln, Gräser oder Gehölze sollten nicht nur geduldet, sondern bewusst in die Gestaltung einbezogen werden.

25 heimische Pflanzen für Schmetterlinge im Überblick

PflanzeBlüteHöheWichtig für
Große BrennnesselVI–X30–150 cmRaupen zahlreicher Tagfalter
Wiesen-SchaumkrautIV–VI20–60 cmAurorafalter
KnoblauchsraukeIV–VI20–100 cmAurorafalter, Weißlinge
Wilde MöhreVI–IX30–120 cmSchwalbenschwanz, Nektarfalter
Gewöhnlicher HornkleeV–IX10–40 cmBläulinge, Dickkopffalter
Gewöhnlicher WundkleeVI–IX10–40 cmZwerg-Bläuling
Moschus-MalveVI–IX30–80 cmMalven-Dickkopffalter
Wiesen-SauerampferV–VIII30–100 cmFeuerfalter
SpitzwegerichV–IX10–50 cmWegerich-Scheckenfalter
TeufelsabbissVII–X30–100 cmGoldener Scheckenfalter
Großer WiesenknopfVI–IX40–120 cmWiesenknopf-Ameisenbläulinge
Sand-ThymianVI–IX5–20 cmQuendel-Ameisenbläuling
Gewöhnlicher DostVII–IX20–60 cmNektarfalter, Quendel-Ameisenbläuling
Gewöhnliches SonnenröschenV–VIII10–30 cmKleiner Sonnenröschen-Bläuling
Hain-VeilchenIII–V10–30 cmPerlmuttfalter
Wiesen-SchlüsselblumeIII–V10–30 cmSchlüsselblumen-Würfelfalter
Echtes LabkrautVI–IX20–80 cmLabkraut- und Taubenschwänzchenraupen
Wald-GeißblattV–VII2–6 mKleiner Eisvogel, Nachtfalter
FaulbaumV–IX2–6 mZitronenfalter, Faulbaum-Bläuling
Sal-WeideIII–V5–10 mFrühjahrsfalter, zahlreiche Raupen
SchleheIII–IV2–4 mNierenfleck-Zipfelfalter, viele Nachtfalter
Gewöhnlicher LigusterVI–VII2–5 mLigusterschwärmer, Nektarfalter
EfeuIX–XIbis 20 mspäte Nektarquelle, Faulbaum-Bläuling
Wiesen-FlockenblumeVI–X30–80 cmzahlreiche Tagfalter
WasserdostVII–IX80–150 cmSpätsommerfalter, Wasserdost-Federmotte
Blütezeiten und Höhen sind Richtwerte. Standort, Witterung und Rückschnitt können den tatsächlichen Zeitraum beeinflussen.

Besonders wichtige Raupenfutterpflanzen

1. Große Brennnessel (Urtica dioica)

Die Große Brennnessel ist eine der bekanntesten Raupenfutterpflanzen überhaupt. Tagpfauenauge, Kleiner Fuchs, Admiral, Landkärtchen und C-Falter legen ihre Eier an ihr ab. Besonders wertvoll sind sonnige bis halbschattige Bestände, die nicht vorzeitig gemäht werden.

Steckbrief

  • Blütezeit: Juni bis Oktober
  • Höhe: 30–150 cm
  • Standort: Sonne bis Schatten
  • Boden: frisch bis feucht, humos und nährstoffreich
  • Für Falter: keine bedeutende Nektarpflanze
  • Für Raupen: unter anderem Tagpfauenauge, Kleiner Fuchs, Admiral, C-Falter und Landkärtchen
  • Besonderer Wert: zentrale Raupenfutterpflanze mehrerer häufiger Tagfalter

2. Wiesen-Schaumkraut (Cardamine pratensis)

Mit seinen hellen Blüten ist das Wiesen-Schaumkraut eine wichtige Frühjahrspflanze auf frischen bis feuchten Flächen. Der Aurorafalter legt seine Eier bevorzugt an die Blütenstände, an denen die jungen Raupen zunächst Blüten und später Früchte fressen.

Steckbrief

  • Blütezeit: April bis Juni
  • Höhe: 20–60 cm
  • Standort: Sonne bis Halbschatten
  • Boden: frisch bis feucht, humos und nährstoffreich
  • Für Falter: frühe Nektarquelle für Aurorafalter und andere Frühlingsfalter
  • Für Raupen: eine der wichtigsten heimischen Futterpflanzen des Aurorafalters
  • Besonderer Wert: frühe Nektarquelle und wichtige Raupenfutterpflanze des Aurorafalters

3. Knoblauchsrauke (Alliaria petiolata)

Die Knoblauchsrauke wächst gut an lichten Hecken, Gehölzrändern und halbschattigen Gartenplätzen. Sie ist eine weitere wichtige Eiablage- und Raupenfutterpflanze des Aurorafalters und wird auch von Weißlingen genutzt.

Steckbrief

  • Blütezeit: April bis Juni
  • Höhe: 20–100 cm
  • Standort: Halbschatten bis Schatten
  • Boden: frisch, humos und nährstoffreich
  • Für Falter: Nektar für Frühlingsfalter und kleinere Insekten
  • Für Raupen: Aurorafalter und Grünader-Weißling
  • Besonderer Wert: geeignete Raupenpflanze für weniger sonnige Gartenbereiche

4. Wiesen-Sauerampfer (Rumex acetosa)

Der Wiesen-Sauerampfer bringt lockere, rötliche Blütenstände in naturnahe Wiesen und Beete. Seine Blätter dienen mehreren Feuerfaltern als Raupennahrung. Für den Garten ist er vor allem auf frischen, nicht überdüngten Flächen interessant.

Steckbrief

  • Blütezeit: Mai bis August
  • Höhe: 30–100 cm
  • Standort: Sonne bis Halbschatten
  • Boden: frisch bis feucht, humos
  • Für Falter: nur geringe Bedeutung als Nektarpflanze
  • Für Raupen: Kleiner Feuerfalter und weitere Feuerfalterarten
  • Besonderer Wert: unscheinbare, aber wichtige Blattfutterpflanze

5. Spitzwegerich (Plantago lanceolata)

Spitzwegerich verträgt Trockenheit, Tritt und regelmäßigen Schnitt besser als viele andere Wildpflanzen. Lässt man einzelne Bestände stehen, bietet er verschiedenen Scheckenfaltern Nahrung. Sein Wert liegt weniger in auffälligen Blüten als in den dauerhaft verfügbaren Blättern.

Steckbrief

  • Blütezeit: Mai bis September
  • Höhe: 10–50 cm
  • Standort: Sonne bis Halbschatten
  • Boden: trocken bis frisch, eher mager
  • Für Falter: geringe Nektarbedeutung
  • Für Raupen: unter anderem Wegerich-Scheckenfalter
  • Besonderer Wert: robuste Raupenpflanze für Wiesen, Säume und extensiv gepflegte Rasenbereiche

6. Hain-Veilchen (Viola riviniana)

Das Hain-Veilchen eignet sich für lichte Gehölzränder und halbschattige Gartenbereiche. Veilchenarten sind für verschiedene Perlmuttfalter unverzichtbar, deren Raupen an den Blättern fressen. Eine Laubdecke und zurückhaltende Bodenpflege helfen, die Bestände zu erhalten.

Steckbrief

  • Blütezeit: März bis Mai
  • Höhe: 10–30 cm
  • Standort: Halbschatten bis Schatten
  • Boden: frisch, humos und durchlässig
  • Für Falter: frühe, ergänzende Nektarquelle
  • Für Raupen: mehrere Perlmuttfalter, darunter der Kaisermantel
  • Besonderer Wert: Raupenfutterpflanze für schattigere Gartenzonen

7. Großer Wiesenknopf (Sanguisorba officinalis)

Der Große Wiesenknopf ist für den Dunklen und den Hellen Wiesenknopf-Ameisenbläuling unverzichtbar. Die Weibchen legen ihre Eier ausschließlich an seinen Blütenköpfen ab, von denen sich die jungen Raupen zunächst ernähren. Später lassen sie sich zu Boden fallen und werden von bestimmten Knotenameisen aufgenommen und in deren Nester getragen. Dort überwintern sie, ernähren sich von der Ameisenbrut und verpuppen sich. Beide Schmetterlingsarten können daher nur dort überleben, wo sowohl der Große Wiesenknopf als auch die passenden Knotenameisen vorkommen.

Steckbrief

  • Blütezeit: Juni bis September
  • Höhe: 40–120 cm
  • Standort: Sonne bis Halbschatten
  • Boden: frisch bis feucht, humos
  • Für Falter: Nektarquelle für verschiedene Wiesenfalter
  • Für Raupen: Dunkler und Heller Wiesenknopf-Ameisenbläuling
  • Besonderer Wert: unverzichtbare Eiablage- und erste Raupenfutterpflanze zweier hochspezialisierter Arten

Wichtig: Beim Großen Wiesenknopf und anderen Pflanzen der Ameisenbläulinge reicht die Futterpflanze allein nicht aus. Auch die passenden Wirtsameisen, ein geeignetes Mikroklima und eine auf die Entwicklungszeit abgestimmte Mahd müssen vorhanden sein.

8. Faulbaum (Frangula alnus)

Der Faulbaum blüht über einen ungewöhnlich langen Zeitraum und trägt oft gleichzeitig Blüten und Früchte. Für den Zitronenfalter ist er – neben dem Kreuzdorn – die entscheidende Raupenfutterpflanze. Auch der Faulbaum-Bläuling nutzt ihn.

Steckbrief

  • Blütezeit: Mai bis September
  • Höhe: 2–6 m
  • Standort: Sonne bis Schatten
  • Boden: frisch bis feucht, eher sauer
  • Für Falter: lang anhaltendes, eher unauffälliges Nektarangebot
  • Für Raupen: Zitronenfalter und Faulbaum-Bläuling
  • Besonderer Wert: eines der wichtigsten heimischen Gehölze für den Zitronenfalter

Pflanzen, die Faltern und Raupen helfen

9. Wilde Möhre (Daucus carota)

Die flachen, weißen Dolden der Wilden Möhre sind für viele Insekten gut zugänglich. Gleichzeitig gehört sie zu den Raupenfutterpflanzen des Schwalbenschwanzes. Im Garten passt sie besonders gut in sonnige Wildstaudenbeete und magere Wiesen.

Steckbrief

  • Blütezeit: Juni bis September
  • Höhe: 30–120 cm
  • Standort: Sonne
  • Boden: trocken bis frisch, durchlässig und eher mager
  • Für Falter: Nektar für zahlreiche Tag- und Nachtfalter
  • Für Raupen: Schwalbenschwanz
  • Besonderer Wert: verbindet eine leicht zugängliche Blüte mit einer wichtigen Raupenfunktion

10. Gewöhnlicher Hornklee (Lotus corniculatus)

Hornklee ist eine kompakte, lang blühende Art für sonnige und eher magere Standorte. Verschiedene Bläulinge und Dickkopffalter nutzen Schmetterlingsblütler als Raupenfutter. Die gelben Blüten liefern zugleich über viele Wochen Nektar.

Steckbrief

  • Blütezeit: Mai bis September
  • Höhe: 10–40 cm
  • Standort: Sonne
  • Boden: trocken bis frisch, mager und durchlässig
  • Für Falter: Nektar für Bläulinge, Widderchen und Dickkopffalter
  • Für Raupen: unter anderem Hauhechel-Bläuling und Kronwicken-Dickkopffalter
  • Besonderer Wert: lange blühende Raupen- und Nektarpflanze für magere Gartenflächen

11. Gewöhnlicher Wundklee (Anthyllis vulneraria)

Der Wundklee ist ein für sonnige, trockene und kalkreiche Böden. Seine Blüten sind die wichtigste Eiablage- und Raupennahrungspflanze des Zwerg-Bläulings. Damit ist er trotz seiner geringen Höhe ökologisch besonders wertvoll.

Steckbrief

  • Blütezeit: Juni bis September
  • Höhe: 10–40 cm
  • Standort: Sonne
  • Boden: trocken, mager, kalkhaltig und durchlässig
  • Für Falter: Nektar für kleine Bläulinge und weitere Offenlandarten
  • Für Raupen: wichtigste Futterpflanze des Zwerg-Bläulings (Cupido minimus)
  • Besonderer Wert: niedrige, trockenheitsverträgliche Nektarpflanze für sonnige, magere Standorte

12. Moschus-Malve (Malva moschata)

Mit ihren großen, rosafarbenen Blüten fällt die Moschus-Malve auch im klassischen Staudenbeet auf. Malven dienen dem Malven-Dickkopffalter als Raupenfutter. Die lange Blüte macht die Art zusätzlich zu einer ausdauernden Nektarquelle.

Steckbrief

  • Blütezeit: Juni bis September
  • Höhe: 30–80 cm
  • Standort: Sonne
  • Boden: trocken bis frisch, durchlässig und nährstoffreich
  • Für Falter: gut zugängliche Nektarquelle im Sommer
  • Für Raupen: Malven-Dickkopffalter
  • Besonderer Wert: lange Blütezeit und gut für naturnahe Beete geeignet

13. Teufelsabbiss (Succisa pratensis)

Der Teufelsabbiss blüht spät und eignet sich für frische bis feuchte, eher magere Böden. Er ist die wichtigste Raupenfutterpflanze des seltenen Goldenen Scheckenfalters. Seine violettfarbigen Blütenköpfe werden im Spätsommer von vielen weiteren Faltern besucht.

Steckbrief

  • Blütezeit: Juli bis Oktober
  • Höhe: 30–100 cm
  • Standort: Sonne bis Halbschatten
  • Boden: frisch bis feucht, eher mager
  • Für Falter: wertvolle Nektarquelle im Spätsommer
  • Für Raupen: Goldener Scheckenfalter
  • Besonderer Wert: zentrale Raupenfutterpflanze des in Deutschland stark gefährdeten Goldenen Scheckenfalters

14. Sand-Thymian (Thymus serpyllum)

Der niedrige Sand-Thymian bildet duftende Polster auf warmen, trockenen und nährstoffarmen Böden. Seine Blüten werden von kleinen Faltern gern besucht. Für den Quendel-Ameisenbläuling dient Thymian als Eiablageplatz und erste Raupennahrung.

Steckbrief

  • Blütezeit: Juni bis September
  • Höhe: 5–20 cm
  • Standort: Sonne
  • Boden: trocken, sandig, mager und durchlässig
  • Für Falter: Nektar für Bläulinge, Widderchen und Dickkopffalter
  • Für Raupen: Quendel-Ameisenbläuling
  • Besonderer Wert: wichtige Kombination aus Nektar- und Raupenpflanze für warme Magerrasenstandorte

15. Gewöhnlicher Dost (Origanum vulgare)

Kaum eine heimische zieht im Hochsommer so zuverlässig Falter an wie der Gewöhnliche Dost. Seine kleinen Lippenblüten stehen dicht zusammen und liefern reichlich Nektar. Auch der Quendel-Ameisenbläuling kann Dost für die erste Raupenentwicklung nutzen.

Steckbrief

  • Blütezeit: Juli bis September
  • Höhe: 20–60 cm
  • Standort: Sonne
  • Boden: trocken bis frisch, durchlässig und eher mager
  • Für Falter: sehr gute Nektarquelle für Tagpfauenauge, Bläulinge, Dickkopffalter und viele weitere Arten
  • Für Raupen: Futterpflanze des Quendel-Ameisenbläulings
  • Besonderer Wert: eine der zuverlässigsten sommerlichen Nektarpflanzen

Wichtig: Auch beim Quendel-Ameisenbläuling reicht die Raupenfutterpflanze allein nicht aus. Nach der ersten Entwicklungsphase an Thymian oder Dost müssen die Raupen von geeigneten Knotenameisen – meist Myrmica sabuleti – aufgenommen werden. Entscheidend sind deshalb auch ein warmes Mikroklima, lückige Vegetation und geeignete Ameisenvorkommen.

16. Gewöhnliches Sonnenröschen (Helianthemum nummularium)

Das Gewöhnliche Sonnenröschen ist ein kleiner Halbstrauch für trockene, sonnige und kalkhaltige Plätze. Seine Blätter dienen dem Kleinen Sonnenröschen-Bläuling und weiteren Arten als Raupennahrung. Die gelben Blüten öffnen sich bei Sonne und werden von zahlreichen Insekten besucht.

Steckbrief

  • Blütezeit: Mai bis August
  • Höhe: 10–30 cm
  • Standort: Sonne
  • Boden: trocken, kalkhaltig, mager und durchlässig
  • Für Falter: Nektarquelle für kleine Offenlandfalter
  • Für Raupen: unter anderem Kleiner Sonnenröschen-Bläuling
  • Besonderer Wert: wichtige Raupenpflanze für trockene, warme Gartenbereiche

17. Wiesen-Schlüsselblume (Primula veris)

Die Wiesen-Schlüsselblume gehört zu den wertvollen Frühblühern sonniger bis halbschattiger Wiesen und Säume. Schlüsselblumen sind die Raupenfutterpflanzen des Schlüsselblumen-Würfelfalters. Nach der Blüte sollten ihre Blätter deshalb stehen bleiben.

Steckbrief

  • Blütezeit: März bis Mai
  • Höhe: 10–30 cm
  • Standort: Sonne bis Halbschatten
  • Boden: frisch, kalkhaltig, humos und durchlässig
  • Für Falter: frühe Nektarquelle
  • Für Raupen: Schlüsselblumen-Würfelfalter
  • Besonderer Wert: früher Nektarspender und wichtige Raupenfutterpflanze des Schlüsselblumen-Würfelfalters

18. Echtes Labkraut (Galium verum)

Das Echte Labkraut bildet gelbe, duftende „Blütenwolken“ und kommt mit trockenen, mageren Böden zurecht. Labkräuter werden von den Raupen verschiedener Schwärmer genutzt. Dazu gehören das Taubenschwänzchen und der Labkrautschwärmer.

Steckbrief

  • Blütezeit: Juni bis September
  • Höhe: 20–80 cm
  • Standort: Sonne
  • Boden: trocken bis frisch, mager und durchlässig
  • Für Falter: Nektar für kleine Tag- und Nachtfalter
  • Für Raupen: Taubenschwänzchen, Labkrautschwärmer und weitere an Labkräuter gebundene Arten
  • Besonderer Wert: Raupenfutterpflanze mehrerer auffälliger Nachtfalter

19. Wald-Geißblatt (Lonicera periclymenum)

Das Wald-Geißblatt ist eine heimische Kletterpflanze für Zäune, Rankhilfen und lichte Gehölzränder. Seine duftenden Röhrenblüten öffnen sich besonders am Abend und locken langrüsselige Nachtfalter an. Die Blätter sind Raupenfutter des Kleinen Eisvogels.

Steckbrief

  • Blütezeit: Mai bis Juli
  • Höhe: 2–6 m
  • Standort: Halbschatten bis Sonne
  • Boden: frisch, humos und durchlässig
  • Für Falter: Nektar vor allem für Schwärmer und andere Nachtfalter
  • Für Raupen: Kleiner Eisvogel
  • Besonderer Wert: verbindet vertikale Begrünung mit Nahrung für Tag- und Nachtfalter

20. Sal-Weide (Salix caprea)

Die Sal-Weide gehört zu den ökologisch wertvollsten heimischen Gehölzen. Ihre Kätzchen liefern sehr früh im Jahr Nahrung, wenn nur wenige andere Gehölze blühen. Gleichzeitig nutzen zahlreiche Schmetterlingsraupen ihre Blätter.

Steckbrief

  • Blütezeit: März bis Mai
  • Höhe: 5–10 m
  • Standort: Sonne bis Halbschatten
  • Boden: frisch bis feucht, nährstoffreich
  • Für Falter: sehr frühe Nektar- und Pollenquelle, auch für überwinternde Tagfalter
  • Für Raupen: unter anderem Großer Fuchs, Trauermantel und zahlreiche Nachtfalter
  • Besonderer Wert: sehr hoher Gesamtwert als frühe Nahrungs- und vielseitige Raupenpflanze

21. Schlehe (Prunus spinosa)

Die Schlehe blüht vor dem Laubaustrieb und bietet im zeitigen Frühjahr ein reiches Nahrungsangebot. Junge Zweige sind wichtige Eiablageplätze des Nierenfleck-Zipfelfalters. Ebenso leben die Raupen zahlreicher Nachtfalter an ihren Blättern.

Steckbrief

  • Blütezeit: März bis April
  • Höhe: 2–4 m
  • Standort: Sonne bis Halbschatten
  • Boden: trocken bis frisch, durchlässig
  • Für Falter: frühe Nektarquelle
  • Für Raupen: Nierenfleck-Zipfelfalter und zahlreiche Nachtfalter
  • Besonderer Wert: sehr vielseitiges Raupengehölz für Hecken und freiwachsende Gruppen

22. Gewöhnlicher Liguster (Ligustrum vulgare)

Heimischer Liguster lässt sich als freiwachsender Strauch oder in einer gemischten Wildgehölzhecke verwenden. Seine duftenden Blüten werden von vielen Insekten besucht. Der Ligusterschwärmer nutzt die Blätter als Raupenfutter.

Steckbrief

  • Blütezeit: Juni bis Juli
  • Höhe: 2–5 m
  • Standort: Sonne bis Schatten
  • Boden: trocken bis frisch, kalkverträglich und durchlässig
  • Für Falter: Nektar für Tag- und Nachtfalter
  • Für Raupen: Ligusterschwärmer
  • Besonderer Wert: schnittverträgliches mit Nektar- und Raupenfunktion

Wertvolle Nektarpflanzen für die späte Saison

23. Efeu (Hedera helix)

Efeu blüht erst im Alter und dann zu einer Zeit, in der das Nektarangebot bereits deutlich abnimmt. Seine Blüten werden im Herbst von Tagfaltern, Nachtfaltern, Wildbienen und Schwebfliegen besucht. Knospen und Blüten können außerdem dem Faulbaum-Bläuling als Raupennahrung dienen.

Steckbrief

  • Blütezeit: September bis November
  • Höhe: kletternd bis etwa 20 m
  • Standort: Schatten bis Sonne
  • Boden: frisch, humos und durchlässig
  • Für Falter: besonders wertvolle späte Nektarquelle
  • Für Raupen: Faulbaum-Bläuling; die Raupen nutzen vor allem Blütenknospen und Blüten
  • Besonderer Wert: schließt eine wichtige Nahrungslücke im Herbst

24. Wiesen-Flockenblume (Centaurea jacea)

Die Wiesen-Flockenblume bietet mit ihren violetten Blütenköpfen eine breite Landefläche und reichlich Nektar. Sie wird von Schachbrett, Ochsenauge, Kaisermantel, Distelfalter und vielen weiteren Arten besucht. Ein später Rückschnitt erhält ihre Blüten und damit das Nahrungsangebot für Schmetterlinge länger.

Steckbrief

  • Blütezeit: Juni bis Oktober
  • Höhe: 30–80 cm
  • Standort: Sonne
  • Boden: trocken bis frisch, humos und eher mager
  • Für Falter: sehr gute Nektarquelle für zahlreiche Tagfalter
  • Für Raupen: Raupenfutterpflanze verschiedener Schmetterlinge; gegenüber ihrer Bedeutung als Nektarpflanze jedoch nachrangig
  • Besonderer Wert: lange Blüte und besonders breites Spektrum an Blütenbesuchern

25. Wasserdost (Eupatorium cannabinum)

Der Wasserdost ist ein kräftiger Spätsommerblüher für frische bis feuchte Standorte. Seine großen Blütenstände werden häufig von Kaisermantel, Admiral, Tagpfauenauge und verschiedenen Weißlingen besucht. Auch spezialisierte Kleinschmetterlinge nutzen die Pflanze.

Steckbrief

  • Blütezeit: Juli bis September
  • Höhe: 80–150 cm
  • Standort: Sonne bis Halbschatten
  • Boden: frisch bis feucht, humos und nährstoffreich
  • Für Falter: ergiebige Nektarquelle für viele Spätsommerfalter
  • Für Raupen: unter anderem Wasserdost-Federmotte
  • Besonderer Wert: starkes Nektarangebot für feuchtere Gartenbereiche

So kombinierst du die Pflanzen sinnvoll

Eine einzelne besonders wertvolle Art ersetzt noch kein durchgängiges Nahrungsangebot. Kombiniere deshalb Frühblüher wie Sal-Weide, Wiesen-Schlüsselblume und Wiesen-Schaumkraut mit Sommerblühern wie Hornklee, Dost und Wiesen-Flockenblume sowie späten Arten wie Teufelsabbiss, Wasserdost und Efeu.

Raupenpflanzen sollten in ausreichend großen Beständen wachsen dürfen. Verzichte während der Entwicklungszeit auf einen Rückschnitt und akzeptiere angefressene Blätter. Bei Gehölzen ist eine gemischte, frei wachsende Hecke wertvoller als eine regelmäßig streng geschnittene Ein-Arten-Hecke.

Beachte außerdem den Standort: Sand-Thymian und Sonnenröschen brauchen trockene, sonnige Böden, während Teufelsabbiss, Großer Wiesenknopf und Wasserdost frische bis feuchte Bedingungen bevorzugen. Nur wenn die Pflanzen dauerhaft zum Platz passen, können sie stabile Bestände bilden.

Fazit

Ein schmetterlingsfreundlicher Garten braucht mehr als auffällige Nektarblüten. Heimische Raupenfutterpflanzen ermöglichen es den Faltern erst, sich im Garten fortzupflanzen. Wer Brennnesseln, Veilchen, Sauerampfer, geeignete Wildstauden und heimische Gehölze mit einem langen Blütenangebot kombiniert, unterstützt verschiedene Entwicklungsstadien – vom Ei über die Raupe bis zum ausgewachsenen Schmetterling.

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