Ein Staudenbeet bringt Farbe in den Garten – doch mit den richtigen Pflanzen kann es noch viel mehr. Heimische Wildstauden versorgen Wildbienen, Hummeln, Schmetterlinge und viele weitere Insekten über Monate hinweg mit und . Gleichzeitig sind sie an unser Klima angepasst, pflegeleicht und kommen nach dem Anwachsen in der Regel mit deutlich weniger Wasser aus als viele exotische Zierpflanzen.
Wir wollten deshalb ein kleines Beet schaffen, das nicht nur schön aussieht, sondern auch einen echten ökologischen Mehrwert bietet. Entstanden ist ein rund 2 m² großes Staudenbeet, das ausschließlich mit heimischen Wildstauden bepflanzt wurde. Ergänzt haben wir die Fläche mit und Natursteinen, sodass auch Käfer, Spinnen, Eidechsen und andere Gartenbewohner davon profitieren können.

In dieser Anleitung zeigen wir dir, wie wir das Beet vorbereitet, passende Pflanzen ausgewählt und diese angeordnet haben. Den Pflanzplan kannst du ganz einfach übernehmen oder als Vorlage für dein eigenes Staudenbeet nutzen.
Warum ein heimisches Staudenbeet?
Staudenbeete gehören zu den schönsten Gestaltungselementen im Garten. Viele klassische Beete bestehen allerdings aus Arten, die zwar beeindruckend blühen, heimischen Insekten aber nur wenig Nahrung bieten.
Heimische Wildstauden sind dagegen gemeinsam mit unserer Tierwelt entstanden. Zahlreiche Wildbienen, Schmetterlinge und andere Bestäuber sind auf ihre Blüten spezialisiert oder nutzen sie besonders intensiv. Gleichzeitig entwickeln sich die Pflanzen Jahr für Jahr weiter, werden mit der Zeit immer kräftiger und benötigen nur wenig Pflege.
Ein weiterer Vorteil: Während viele exotische Zierpflanzen bereits nach wenigen Wochen verblüht sind, lässt sich mit einer geschickten Pflanzenauswahl eine Blütezeit von Mai bis in den Oktober erreichen.
Die Vorteile von heimischen Wildstauden
- wertvolle Nahrungsquelle für Wildbienen, Hummeln und Schmetterlinge
- mehr Struktur und Artenvielfalt im Garten
- mehrjährige, langlebige Pflanzen
- überwiegend pflegeleicht und trockenheitsverträglich
- natürliche Optik statt steriler Rabatten
- jedes Jahr schöner, weil die Stauden größer werden
Der richtige Standort für unser Staudenbeet
Unser Beet liegt an einem vollsonnigen Standort, der täglich viele Stunden Sonne erhält. Genau hier fühlen sich viele heimische Wildstauden besonders wohl.
Unser Gartenboden bietet bereits gute Voraussetzungen für ein Staudenbeet. Da er weder stark sandig noch sehr lehmig ist, haben wir nur etwas reifen eingearbeitet. Zusätzlich haben wir den Boden mit einer kleinen Menge Splitt angereichert, um ihn etwas durchlässiger zu machen.

Für unser Beet haben wir ausschließlich heimische Wildstauden für sonnige Standorte ausgewählt, die mit viel Sonne und zeitweiser Trockenheit gut zurechtkommen. Für weniger sonnige Bereiche findest du bei uns außerdem passende Wildstauden für halbschattige Standorte und Wildstauden für schattige Standorte.
Unsere Pflanzenauswahl
Bei der Auswahl der Pflanzen haben wir darauf geachtet, dass sich die Blütezeiten möglichst gut ergänzen und die Stauden unterschiedlich hoch wachsen. So wirkt das Beet natürlicher und bietet vom Frühjahr bis in den Herbst ein vielfältiges Nahrungsangebot für Wildbienen, Schmetterlinge und Insekten.
| Deutscher Name | Botanischer Name | Anzahl |
|---|---|---|
| Wiesensalbei | Salvia pratensis | 3 |
| Wiesen-Witwenblume | Knautia arvensis | 2 |
| Tauben-Skabiose | Scabiosa columbaria | 3 |
| Gewöhnliche Wiesenschafgarbe | Achillea millefolium | 2 |
| Dost | Origanum vulgare | 2 |
| Knäuel-Glockenblume | Campanula glomerata | 3 |
| Kleine Braunelle | Prunella vulgaris | 3 |

Kostenloser Beetplan mit Einkaufsliste
Lade dir unseren Pflanzplan für ein etwa 2 m² großes heimisches Staudenbeet herunter – inklusive Pflanzenanordnung, benötigter Stückzahlen und praktischer Einkaufsliste.
Für unser etwa 2 m² großes Beet haben wir insgesamt 18 heimische Wildstauden ausgewählt. Das entspricht neun Pflanzen pro Quadratmeter.
Tipp: Wenn du selbst verschiedene Arten kombinieren möchtest, zeigen wir dir außerdem, wie du ein Staudenbeet mit langer Blütezeit planst.
Unsere Wildstauden im Detail
Bei der Auswahl der Pflanzen war uns wichtig, Arten zu kombinieren, die sich in ihrer Blütezeit, Wuchshöhe und ökologischen Bedeutung ergänzen. Im Folgenden stellen wir dir alle Wildstauden aus unserem Beet kurz vor.
Wiesensalbei (Salvia pratensis)

Der Wiesensalbei gehört zu den bekanntesten heimischen Wildstauden und ist aus artenreichen Blumenwiesen kaum wegzudenken. Mit seinen kräftig violettfarbenen Blüten bringt er bereits im Frühsommer Farbe ins Beet und wird während der Blütezeit ununterbrochen von Hummeln, Wildbienen und Schmetterlingen besucht.
Steckbrief
- Blüte: Juni bis August
- Wuchshöhe: 60–80 cm
- Standort: sonnig, trocken bis frisch
- Besonders wertvoll für: über 40 Wildbienenarten sowie zahlreiche Schmetterlinge. Die Große Salbei-Schmalbiene (Lasioglossum xanthopus) sammelt ihren Pollen bevorzugt an Salbeiarten.
Wiesen-Witwenblume (Knautia arvensis)

Die Wiesen-Witwenblume ist eine heimische mit lockerem, natürlichem Wuchs. Ihre violettfarbigen Blütenköpfe erscheinen über viele Monate hinweg und werden besonders häufig von Wildbienen und Schmetterlingen besucht.
Steckbrief
- Blüte: Juni bis Oktober
- Wuchshöhe: 30–80 cm
- Standort: sonnig, trocken bis frisch; bevorzugt durchlässige, eher magere Böden
- Besonders wertvoll für: zahlreiche Wildbienen und Schmetterlinge. Für spezialisierte Arten wie die Knautien-Sandbiene (Andrena hattorfiana) ist sie eine besonders wichtige Pollenquelle.
Tauben-Skabiose (Scabiosa columbaria)

Die Tauben-Skabiose zählt zu den schönsten heimischen Wildstauden für sonnige Beete. Ihre filigranen, blauvioletten Blüten erscheinen über viele Wochen hinweg und werden von Wildbienen, Schmetterlingen und Schwebfliegen regelmäßig besucht.
Steckbrief
- Blüte: Juni bis Oktober
- Wuchshöhe: 20–60 cm
- Standort: sonnig, frisch bis mäßig trocken; bevorzugt durchlässige, kalkhaltige Böden
- Besonders wertvoll für: über 40 Schmetterlingsarten sowie zahlreiche Wildbienen. Die Skabiosen-Hosenbiene (Dasypoda argentata) sammelt ihren Pollen bevorzugt an Skabiosen und Witwenblumen.
Gewöhnliche Wiesenschafgarbe (Achillea millefolium)

Die Gewöhnliche Wiesenschafgarbe gehört zu den wertvollsten heimischen Wildstauden für naturnahe Gärten. Ihre flachen, weißen Blütendolden bieten zahlreichen Insekten einen leicht zugänglichen Landeplatz und machen sie zu einer wichtigen Nahrungsquelle auf sonnigen Wiesen und Beeten.
Steckbrief
- Blüte: Juni bis September
- Wuchshöhe: 20–60 cm
- Standort: sonnig; mäßig trocken bis frisch auf durchlässigen, sandigen bis lehmigen Böden
- Besonders wertvoll für: über 80 Wildbienenarten sowie zahlreiche Schmetterlinge, Raupen und Schwebfliegen. Die Schafgarbe zählt zu den ökologisch bedeutendsten heimischen Blühpflanzen und dient vielen spezialisierten Wildbienen als Pollenquelle.
Dost (Origanum vulgare)

Oregano, auch Echter Dost oder Wilder Majoran genannt, ist weit mehr als nur ein aromatisches Küchenkraut. Die heimische Wildstaude zählt zu den besten Nektarpflanzen für Bienen, Schmetterlinge und Schwebfliegen. Während der Blüte summt und flattert es oft ununterbrochen um die rosafarbenen Blüten.
Steckbrief
- Blüte: Juli bis September
- Wuchshöhe: 20–50 cm
- Standort: sonnig; trocken, durchlässig und möglichst kalkhaltig
- Besonders wertvoll für: Rund 30 Wildbienenarten, über 50 Schmetterlingsarten sowie zahlreiche Schwebfliegen. Dank seines hohen Nektargehalts gehört Oregano zu den wichtigsten Sommertrachtpflanzen für viele bestäubende Insekten.
Knäuel-Glockenblume (Campanula glomerata)

Die Knäuel-Glockenblume ist eine heimische Wildstaude mit auffälligen, dicht gedrängten, violettfarbenen Blüten. Sie zählt zu den wertvollsten Glockenblumen für Wildbienen und bietet insbesondere zahlreichen spezialisierten Arten eine wichtige Nahrungsquelle. Gleichzeitig ist sie robust und ideal für sonnige Naturgärten.
Steckbrief
- Blüte: Juni bis August (nach Rückschnitt oft zweite Blüte)
- Wuchshöhe: 20–60 cm
- Standort: sonnig bis halbschattig; durchlässiger, kalkhaltiger Boden
- Besonders wertvoll für: Rund 33 Wildbienenarten, darunter 12 auf Glockenblumen spezialisierte Arten, sowie 14 Schmetterlingsraupenarten. Die tiefen Blüten werden vor allem von Hummeln und spezialisierten Wildbienen besucht und machen die Pflanze zu einer wichtigen heimischen Nektarquelle.
Kleine Braunelle (Prunella vulgaris)

Die Kleine Braunelle ist eine niedrige, heimische Wildstaude, die sich mit ihren kriechenden Trieben teppichartig ausbreitet. Ihre violettfarbenen Lippenblüten erscheinen über einen langen Zeitraum und werden vor allem von Hummeln, Wildbienen und einigen Schmetterlingen besucht. Im Beet eignet sie sich besonders gut als Bodendecker im Vordergrund.
Steckbrief
- Blüte: Juni bis September
- Wuchshöhe: 10–25 cm
- Standort: sonnig bis halbschattig; frisch, humos und nährstoffreich
- Besonders wertvoll für: Rund 37 Wildbienenarten sowie mehrere Schmetterlings- und Schwebfliegenarten. Zu den spezialisierten Besuchern gehört die Frühe Ziest-Schlürfbiene (Rophites algirus), die Pollen und Nektar an Lippenblütlern sammelt.
Pflanzplan für unser heimisches Staudenbeet
Damit sich die Pflanzen später nicht gegenseitig verdecken, haben wir die Stauden nach ihrer Wuchshöhe angeordnet. Höhere Arten stehen überwiegend im hinteren und mittleren Bereich, während niedrigere Pflanzen den vorderen Beetrand bilden.
Dabei haben wir die Stauden nicht in streng geraden Reihen gepflanzt, sondern leicht versetzt angeordnet. Das Beet wirkt dadurch natürlicher, die einzelnen Pflanzen wachsen später zu einem harmonischen Gesamtbild zusammen.
Zudem konkurrieren die Stauden auf diese Weise weniger stark um Licht und Platz. Gleichzeitig entstehen unterschiedlich dichte Bereiche und kleine Lücken, die sich im Laufe der Jahre durch das natürliche Wachstum und die einzelner Arten verändern dürfen. Genau diese Dynamik macht ein naturnahes Staudenbeet aus.
Anordnung der Pflanzen

Hinterer Beetbereich
- 2 × Wiesen-Witwenblumen (Knautia arvensis)
- 1 × Wiesensalbei (Salvia pratensis)
Mittlerer Beetbereich
- 2 × Gewöhnliche Wiesenschafgarben (Achillea millefolium)
- 2 × Oregano, beziehungsweise Echter Dost (Origanum vulgare)
- 2 × Wiesensalbei (Salvia pratensis)
- 3 × Tauben-Skabiosen (Scabiosa columbaria)
Vorderer Beetbereich
- 3 × Knäuel-Glockenblumen (Campanula glomerata)
- 3 × Kleine Braunellen (Prunella vulgaris)
Tipp: Die Kleine Braunelle wächst mit einer Höhe von etwa 10 bis 25 Zentimetern besonders niedrig und eignet sich deshalb gut für den Beetrand. Wiesen-Witwenblume und Wiesensalbei können deutlich höher werden und stehen dort, wo sie niedrigere Pflanzen nicht verdecken.
Hinweis: Unser Pflanzplan muss nicht millimetergenau übernommen werden. Entscheidend ist, dass ausreichend Abstand zwischen den Stauden bleibt und die unterschiedlichen Wuchshöhen berücksichtigt werden.
Wann kann man ein Staudenbeet anlegen?
Heimische Wildstauden lassen sich grundsätzlich vom Frühjahr bis in den Herbst pflanzen, solange der Boden nicht gefroren oder vollständig ausgetrocknet ist. Besonders günstig sind das Frühjahr und der frühe Herbst.
Im Frühjahr können sich die Pflanzen während der gesamten Vegetationsperiode entwickeln.
Bei einer Pflanzung im Herbst sind die Bedingungen für die Wurzelbildung oft besonders günstig: Die Verdunstung nimmt bereits ab, während der Boden noch genügend Wärme gespeichert hat. So können die Stauden bis zum Winter gut einwurzeln und im Frühjahr kräftig austreiben.
Auch im Sommer ist eine Pflanzung möglich. Bei hohen Temperaturen und anhaltender Trockenheit musst du das Beet in den ersten Wochen allerdings besonders regelmäßig kontrollieren und gießen.
Heimisches Staudenbeet anlegen
Die folgenden Arbeitsschritte kannst du unabhängig von der Größe deines Staudenbeets anwenden. Ob du nur eine kleine Fläche von zwei Quadratmetern oder ein deutlich größeres Beet anlegst – die Vorgehensweise bleibt im Grunde dieselbe. Je sorgfältiger du den Boden vorbereitest und die Pflanzen passend platzierst, desto besser können sie sich später entwickeln.
Schritt 1: Die Fläche für das Staudenbeet vorbereiten
Unser neues Staudenbeet ist etwa zwei Meter lang und einen Meter breit. Bevor wir die Pflanzen einsetzen konnten, mussten wir die Fläche gründlich vorbereiten.

Zunächst haben wir vorhandenen Bewuchs und unerwünschte Pflanzen entfernt. Vor allem ausdauernde Wurzelunkräuter solltest du möglichst vollständig ausgraben. Bleiben größere Wurzelstücke im Boden zurück, können sie zwischen den frisch gepflanzten Stauden erneut austreiben.

Anschließend haben wir die Fläche umgegraben und verdichtete Erdschollen und feste Stücke mit dem Spaten zerkleinert. Dabei lassen sich weitere Wurzeln, Steine oder andere störende Materialien gut aus dem Boden entfernen.


Zusammengefasst: So haben wir die Fläche vorbereitet
- Beetfläche abmessen und markieren (z. B. mit einem Gartenschlauch oder dickem Seil)
- vorhandenen Bewuchs entfernen
- Wurzelunkräuter möglichst vollständig ausgraben
- Boden mit dem Spaten lockern
- größere Erdschollen und -stücke zerkleinern
- Oberfläche grob einebnen
Beim Umgraben sind uns natürlich auch Regenwürmer und andere Bodenbewohner begegnet. Diese haben wir vorsichtig beiseitegesetzt und anschließend wieder auf die vorbereitete Fläche gebracht.
Schritt 2: Den Boden vorbereiten und durchlässiger machen
Um den Stauden einen guten Start zu ermöglichen, haben wir zunächst etwas reifen Kompost auf der Fläche verteilt. Zusätzlich haben wir rund 20 Kilogramm gewaschenen Splitt ausgebracht.
Anschließend haben wir beides mit Rechen und Grabegabel in die obere Bodenschicht eingearbeitet.


Der Splitt verbessert die Durchlässigkeit des Bodens und sorgt für einen höheren mineralischen Anteil. Davon profitieren insbesondere Arten wie Tauben-Skabiose, Oregano und Knäuel-Glockenblume, die empfindlich auf reagieren.
Wichtig bei sehr nährstoffreichen Böden
Ist dein Boden bereits dunkel, humos und sehr nährstoffreich, solltest du nur wenig zusätzlichen Kompost verwenden. Für trockenheitsliebende Wildstauden kann es sinnvoller sein, schweren Boden mit Sand, Splitt oder feinem Kies durchlässiger zu machen.
Schritt 3: Natursteine und Totholz integrieren
Ein naturnahes Staudenbeet besteht für uns nicht nur aus Pflanzen. Unterschiedliche Strukturen können zusätzliche Verstecke, Rückzugsorte und kleine Lebensräume schaffen.

Deshalb haben wir bereits vor dem Einpflanzen einige Natursteine und Totholz auf der Fläche verteilt. So konnten wir die Positionen in die Planung einbeziehen und mussten später keine frisch gepflanzten Stauden mehr versetzen.
Natursteine als Struktur im Beet
Natursteine lockern die Fläche optisch auf und speichern an sonnigen Tagen Wärme. Unter und zwischen den Steinen entstehen geschützte Bereiche, die von kleinen Bodentieren, Spinnen und Käfern genutzt werden können.

Wir haben die Steine nicht flächendeckend verteilt, sondern in kleinen Gruppen angeordnet. Einzelne Fugen und offene Bodenstellen bleiben dabei bewusst erhalten.
Achte darauf, dass größere Steine stabil aufliegen und nicht kippen können. Am natürlichsten wirken sie, wenn ein kleiner Teil des Steins im Boden sitzt.
Totholz im Staudenbeet

Auch Totholz gehört für uns zu einem naturnahen Staudenbeet. Im Laufe der Zeit wird es von Pilzen, Käfern und vielen weiteren Organismen besiedelt und entwickelt sich zu einem wertvollen .
Platziere das Holz so, dass die Stauden genügend Platz zum Wachsen behalten und das Beet weiterhin gut zugänglich bleibt. Verwende dafür ausschließlich unbehandeltes Holz, das sich auf natürliche Weise zersetzen kann.
Besonders geeignet sind Harthölzer wie Eiche, Buche oder Obstgehölze, da sie sich nur langsam zersetzen und dadurch über viele Jahre als Lebensraum dienen. Weichhölzer wie Weide oder Pappel sind ebenfalls sinnvoll, werden jedoch deutlich schneller abgebaut.

Schritt 4: Stauden zunächst auf der Fläche anordnen
Bevor wir die ersten Pflanzlöcher ausgehoben haben, haben wir alle Stauden mitsamt ihren Töpfen auf das Beet gestellt. So konnten wir die Pflanzabstände und die Anordnung der Stauden noch einmal final überprüfen.
Tipp: Solange die Pflanzen noch in ihren Töpfen stehen, kannst du sie problemlos verschieben und verschiedene Anordnungen ausprobieren.

Wir haben dabei besonders auf drei Punkte geachtet:
- Die höheren Stauden dürfen niedrigere Arten nicht dauerhaft verdecken.
- Pflanzen derselben Art stehen teilweise in kleinen Gruppen.
- Zwischen den Töpfen bleibt ausreichend Platz für das spätere Wachstum.
Die Pflanzen wirken direkt nach dem Aufstellen zunächst recht weit voneinander entfernt. Das ist normal. Viele Stauden werden in den ersten Jahren deutlich größer und einige Arten vermehren sich zusätzlich durch Ausläufer oder Selbstaussaat.
Wie viele Stauden benötigt man pro Quadratmeter?
Wie viele Stauden du für dein Beet benötigst, hängt von der Wuchsbreite und dem empfohlenen Pflanzabstand der ausgewählten Arten ab. Für gemischte Staudenpflanzungen sind etwa sieben bis neun Pflanzen pro Quadratmeter ein guter Richtwert.
| Wuchsform und Verwendung | Richtwert pro Quadratmeter |
|---|---|
| hohe Leit- und Gerüststauden | etwa 1–3 Pflanzen |
| mittelhohe Begleitstauden | etwa 4–7 Pflanzen |
| niedrige Stauden und Bodendecker | etwa 7–12 Pflanzen |
| gemischte Staudenpflanzung | durchschnittlich 7–9 Pflanzen |
Die Werte werden nicht addiert. Leitstauden, Begleitstauden und Bodendecker bilden gemeinsam die Gesamtzahl.
Für unser etwa 2 m² großes Beet haben wir 18 Wildstauden verwendet. Das entspricht neun Pflanzen pro Quadratmeter. Direkt nach dem Einpflanzen bleiben noch sichtbare Lücken, die sich mit dem Wachstum der Stauden allmählich schließen.
Schritt 5: Die Wildstauden richtig einpflanzen
Vor dem Einpflanzen haben wir alle Pflanzen in ihren Töpfen gründlich gewässert. Ein gut durchfeuchteter Wurzelballen lässt sich leichter aus dem Topf lösen und trocknet während der Pflanzung nicht aus.
Für jede haben wir anschließend ein Pflanzloch ausgehoben, das etwas größer als der jeweilige Wurzelballen war. Die Pflanzen wurden ungefähr so tief eingesetzt, wie sie zuvor im Topf standen.

Setzt du Stauden deutlich tiefer, kann sich Wasser am Pflanzenansatz sammeln. Werden sie zu hoch gepflanzt, trocknet der Wurzelballen schneller aus.
Zusammengefasst: Schritt für Schritt pflanzen
- Staude im Topf gründlich wässern
- Pflanzloch etwas größer als den Wurzelballen ausheben
- Pflanze vorsichtig aus dem Topf lösen
- Wurzeln am Rand leicht auflockern, damit das Wurzelwachstum angeregt wird
- Staude auf gleicher Höhe wie im Topf einsetzen
- Pflanzloch mit Erde auffüllen
- Boden rund um die Pflanze vorsichtig andrücken
Schritt 6: Das Beet gründlich angießen
Nach dem Einpflanzen haben wir jede Staude ausgiebig angegossen. Das Wasser versorgt nicht nur die Pflanzen, sondern sorgt auch dafür, dass sich die Erde um die Wurzeln legt und größere Hohlräume geschlossen werden.

Besonders bei sommerlicher Pflanzung darf der Wurzelballen in den ersten Wochen nicht vollständig austrocknen. Gleichzeitig sollte der Boden zwischen den Wassergaben nicht dauerhaft nass bleiben.
Gieße lieber seltener und dafür durchdringend, statt die Oberfläche jeden Tag nur leicht anzufeuchten. Dadurch werden die Pflanzen angeregt, ihre Wurzeln tiefer in den Boden wachsen zu lassen.
In längeren Trockenperioden benötigen auch eingewachsene Wildstauden gelegentlich Wasser.

Muss ein Staudenbeet gemulcht werden?
Auf Rindenmulch haben wir bewusst verzichtet. Eine dicke Mulchschicht passt nicht zu jedem Wildstaudenbeet. Während der Zersetzung kann den Boden verändern und offene Bodenstellen überdecken, die viele bodennistende Wildbienen zum Nisten benötigen.
Außerdem bevorzugen einige der von uns ausgewählten Arten – darunter Wiesensalbei, Oregano und Tauben-Skabiose – offene, gut durchlässige Bodenbereiche.
Zwischen den Stauden darf deshalb zunächst Boden sichtbar bleiben. Mit zunehmendem Wachstum schließen sich viele Lücken von selbst.
Wer den Boden dennoch abdecken möchte, kann – abhängig von Standort und Pflanzenwahl – eine dünne Schicht aus Splitt oder feinem Kies verwenden. Eine mineralische Mulchschicht hält den Boden offen und verbessert die Wasserdurchlässigkeit.
Pflege des Staudenbeets im ersten Jahr
Ein frisch angelegtes Staudenbeet benötigt im ersten Jahr noch etwas Aufmerksamkeit. Die Pflanzen müssen zunächst ein stabiles Wurzelsystem aufbauen und können mit unerwünschtem Bewuchs noch nicht optimal konkurrieren.
Regelmäßig auf unerwünschte Pflanzen achten
In den ersten Monaten haben wir auflaufende Beikräuter regelmäßig entfernt. Am einfachsten gelingt das, solange die Pflanzen noch klein sind und sich leicht aus dem lockeren Boden ziehen lassen.
Dabei solltest du genau hinsehen: Einige Wildstauden säen sich selbst aus. Junge Sämlinge werden schnell mit unerwünschten Pflanzen verwechselt.
Bei Trockenheit gießen
Der Wasserbedarf hängt stark von Wetter, Boden und Pflanzzeitpunkt ab. Direkt nach der Pflanzung darf die Erde rund um die Wurzelballen nicht austrocknen.
Später verlängern wir die Abstände zwischen den Wassergaben schrittweise. Dadurch lernen die Stauden, tiefer zu wurzeln und mit vorübergehender Trockenheit umzugehen.
Verblühtes nicht sofort vollständig entfernen
Viele verblühte Stauden besitzen auch nach der Blüte einen ökologischen Wert. In hohlen oder markhaltigen Stängeln können Insekten überwintern. Samenstände dienen teilweise als Nahrung und geben dem Beet auch im Winter Struktur.
Deshalb schneiden wir das Beet im Herbst nicht zurück. Abgestorbene Pflanzenteile bleiben möglichst bis zum Frühjahr stehen.
Möchtest du eine zweite Blüte fördern, kannst du einzelne Arten nach der ersten Blüte gezielt zurückschneiden. Das ist beispielsweise bei Wiesen-Witwenblume, Tauben-Skabiose und Knäuel-Glockenblume möglich.
Pflege ab dem zweiten Jahr
Sind die Stauden gut eingewachsen, nimmt der Pflegeaufwand deutlich ab. Die Pflanzen bedecken zunehmend den Boden und lassen weniger Platz für unerwünschte Beikräuter.
Im Frühjahr entfernen wir abgestorbene Pflanzenteile, bevor der neue Austrieb zu weit fortgeschritten ist. Das Schnittgut lassen wir anschließend noch einige Tage an einer geschützten Stelle im Garten liegen. So haben Insekten, die in den trockenen Stängeln oder Samenständen überwintert haben, die Möglichkeit, das Pflanzenmaterial zu verlassen, bevor es auf den Kompost kommt.
Arten wie die Kleine Braunelle oder die Gewöhnliche Wiesenschafgarbe können sich mit der Zeit stärker ausbreiten. Wenn eine Pflanze zu viel Raum einnimmt, lässt sie sich vorsichtig teilen und an anderer Stelle neu einsetzen.
Zusätzlicher Dünger ist in der Regel nicht erforderlich. Entwickeln sich die Pflanzen gesund und blühfreudig, lassen wir den Boden weitgehend in Ruhe.
So soll sich unser Staudenbeet entwickeln
Direkt nach der Pflanzung wirkt das Beet noch offen und eher unscheinbar. Das eigentliche Bild entsteht erst mit der Zeit.
Im ersten Jahr geht es vor allem darum, dass die Pflanzen gut anwachsen. Einzelne Stauden können bereits kräftig blühen, andere konzentrieren sich zunächst auf die Wurzelbildung.
Ab dem zweiten Standjahr werden die Horste breiter, die Pflanzen wachsen stärker ineinander und das Beet wirkt zunehmend geschlossen. Auch Selbstaussaat kann das Erscheinungsbild verändern.
Wir werden die Entwicklung deshalb regelmäßig fotografieren und diesen Artikel ergänzen. So lässt sich später nachvollziehen, welche Arten sich besonders gut entwickeln. ☺️

Häufige Fragen zum Anlegen eines heimischen Staudenbeets
Die benötigte Anzahl hängt von der Wuchsbreite und der gewünschten Pflanzdichte ab. Für unser rund zwei Quadratmeter großes Beet haben wir 18 Stauden verwendet. Das entspricht durchschnittlich neun Pflanzen pro Quadratmeter. Groß werdende Arten benötigen mehr Platz als niedrige oder schmal wachsende Stauden. Entscheidend ist deshalb nicht nur die Pflanzenzahl, sondern der empfohlene Abstand jeder einzelnen Art.
Je nach Pflanzenart, Boden und Pflege kann es zwei bis drei Jahre dauern, bis sich ein weitgehend geschlossenes Beet entwickelt. Einige Arten wachsen bereits im ersten Jahr kräftig, während andere zunächst ein größeres Wurzelsystem aufbauen. Zu eng solltest du die Pflanzen trotzdem nicht setzen. Ein Beet, das direkt nach der Pflanzung vollständig geschlossen wirkt, kann schon nach kurzer Zeit zu dicht werden.
Für sonnige Beete eignen sich unter anderem Wiesensalbei, Wiesen-Witwenblume, Tauben-Skabiose, Gewöhnliche Wiesenschafgarbe, Oregano und Knäuel-Glockenblume.
Ja, grundsätzlich lassen sich getopfte Stauden auch im Sommer pflanzen. Bei Hitze und Trockenheit ist der Pflegeaufwand allerdings höher. Die Wurzelballen müssen nach dem Einsetzen gleichmäßig feucht gehalten werden, bis die Pflanzen angewachsen sind. An sehr heißen Tagen pflanzt du am besten am späten Nachmittag oder Abend.
Das hängt vom vorhandenen Boden und von den Pflanzen ab. Bei einem normalen Gartenboden kann eine mäßige Kompostgabe die Bodenstruktur verbessern und das Anwachsen unterstützen.
Für Arten magerer Standorte ist zu viel Kompost jedoch ungeeignet. Prüfe deshalb vorab, ob deine ausgewählten Wildstauden einen nährstoffarmen, normalen oder nährstoffreichen Boden benötigen.
Ein vollständiger Rückschnitt im Herbst ist nicht notwendig und aus ökologischer Sicht sogar nachteilig. Trockene Stängel, Samenstände und Pflanzenreste bieten Nahrung, Schutz und Überwinterungsmöglichkeiten. Wir schneiden die meisten Stauden deshalb erst im Frühjahr zurück.
Ja, mehrere Arten aus unserem Beet können sich bei passenden Bedingungen selbst aussäen. Dazu gehören beispielsweise Wiesensalbei, Wiesen-Witwenblume, Tauben-Skabiose und Oregano. Wo neue Sämlinge unerwünscht sind, lassen sie sich entfernen oder vorsichtig an einen anderen Standort verpflanzen.





Schreibe einen Kommentar