Die Feige „Little Miss Figgy“ ist eine vergleichsweise kompakt wachsende Feigensorte, die sich nicht nur für den Garten, sondern auch für größere Kübel auf Balkon und Terrasse eignet. Ihre dunkelvioletten Früchte, das dekorative Laub und der buschige Wuchs machen sie besonders für kleine Gärten interessant.
Bis zur ersten größeren Ernte braucht „Little Miss Figgy“ mitunter etwas Zeit. Unsere Pflanze trug im vierten Standjahr erstmals reichlich: Rund 40 Feigen entwickeln sich derzeit prächtig und stehen kurz vor der Reife.

In diesem Beitrag zeigen wir, welchen Standort die Feige benötigt, wie groß sie wird, wie man sie überwintert und welche Erfahrungen wir mit dem Umpflanzen einer älteren „Little Miss Figgy“ gemacht haben.
Little Miss Figgy: Eigenschaften im Überblick
| Merkmal | Eigenschaften |
|---|---|
| Botanischer Name | Ficus carica „Little Miss Figgy“ |
| Pflanzenart | Echte Feige |
| Wuchs | kompakt, buschig und gut verzweigt |
| Erwartete Höhe | meistens etwa 1 bis 2 Meter |
| Standort | sonnig, warm und windgeschützt |
| Boden | locker, nährstoffreich und durchlässig |
| Früchte | dunkelviolett bis weinrot mit rötlichem Fruchtfleisch |
| Geschmack | süß und aromatisch |
| Erntezeit | je nach Witterung vom Sommer bis in den Herbst |
| Fruchtbildung | parthenokarp, daher kein Befruchter erforderlich |
| Winterhärte | bedingt winterhart |
| Verwendung | Garten, Kübel, Balkon und Terrasse |
Wie groß „Little Miss Figgy“ wird, lässt sich nicht pauschal sagen. Standort, Boden, Wurzelraum und Schnitt haben großen Einfluss auf ihr Wachstum. Unsere ausgepflanzte Feige hat nach vier Jahren eine Höhe von etwa 1,5 Metern erreicht.

Die Bezeichnung „Zwergfeige“ sollte daher nicht mit einem dauerhaft kleinen Bäumchen verwechselt werden. „Little Miss Figgy“ wächst zwar kompakter als viele andere Feigensorten, kann sich im Freiland mit der Zeit aber zu einem stattlichen, buschigen Strauch entwickeln.
Was ist das Besondere an Little Miss Figgy?
„Little Miss Figgy“ verbindet einen kompakten Wuchs mit einem erstaunlich hohen . Damit ist sie vor allem für diejenigen interessant, die eine Feige auf dem Balkon, auf der Terrasse oder in einem kleinen Garten kultivieren möchten.
Die wächst nicht als klassischer Baum mit einem einzelnen Stamm. Stattdessen entwickelt sie sich zu einem verzweigten, bodennah austreibenden Strauch. Die tief eingeschnittenen Blätter sorgen für das typische mediterrane Erscheinungsbild.
Die wichtigsten Vorteile der Sorte sind:
- kompakter und buschiger Wuchs
- gut für größere Pflanzgefäße geeignet
- zahlreiche kleine bis mittelgroße Früchte
- dekoratives, tief gelapptes Laub
- kein zweiter Feigenbaum als Befruchter notwendig
- je nach Standort und Witterung zwei Ernteperioden möglich
Trotz der Bezeichnung als Zwergfeige benötigt die Pflanze ausreichend Platz. Sowohl im Garten als auch im Kübel kann sie mit den Jahren eine beachtliche Breite erreichen.
Unsere Erfahrungen mit Little Miss Figgy
Wir haben unsere „Little Miss Figgy“ als etwa 15 Zentimeter hohe Containerpflanze gekauft und im Spätsommer in den Garten gepflanzt. Die Pflanze war zu diesem Zeitpunkt noch sehr klein und musste sich zunächst an ihrem neuen Standort etablieren.
Im dritten Standjahr bildete sie die ersten vereinzelten Früchte. Insgesamt waren es drei Feigen. Diese fielen allerdings ab, bevor sie ausreifen konnten.
Erst im vierten Jahr trug die Pflanze bei uns zum ersten Mal richtig: Rund 40 Feigen hingen am Strauch und reiften hervorragend aus.
Bei vielen fruchttragenden Pflanzen ist zunächst Geduld gefragt. Die ersten Jahre benötigen sie häufig, um sich am Standort zu etablieren, ein kräftiges Wurzelwerk aufzubauen und starke Triebe zu entwickeln. Danach steht einer regelmäßigen und ertragreichen Ernte nichts im Weg. 😅
Unser Standort-Tipp
Wir haben „Little Miss Figgy“ vollsonnig vor eine dichte Himbeerreihe gepflanzt. Dort bekommt sie viel Sonne, während die Himbeeren gleichzeitig einen gewissen Windschutz bieten. Den Boden rund um die Feige haben wir mit einer etwa zehn Zentimeter hohen Sandschicht gemulcht. Diese mineralische Abdeckung schützt den Boden vor direkter Sonneneinstrahlung und sorgt dafür, dass im Sommer weniger Wasser verdunstet.

Standort und Witterung bleiben dennoch entscheidend: Besonders junge Feigen können bereits angesetzte Früchte abwerfen, wenn sie noch nicht kräftig genug sind oder durch Trockenheit, und andere Belastungen unter Stress geraten.
Der richtige Standort
„Little Miss Figgy“ benötigt einen möglichst sonnigen, warmen und geschützten Standort. Je mehr Wärme sie während des Sommers erhält, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass auch später angesetzte Früchte vollständig ausreifen.
Besonders gut eignen sich:
- geschützte Süd- oder Westseiten
- Standorte vor einer wärmespeichernden Hauswand
- sonnige Innenhöfe
- windgeschützte Terrassen
- warme Bereiche im Kleingarten
Eine Hauswand speichert tagsüber die Wärme der Sonne und gibt sie in den Abendstunden langsam wieder ab. Dieses geschützte Mikroklima kann besonders in kühleren Regionen dazu beitragen, dass auch die später angesetzten Herbstfeigen noch vollständig ausreifen.

Halbschatten wird von der Pflanze meistens vertragen. An einem weniger sonnigen Standort kann der Fruchtansatz jedoch geringer ausfallen. Außerdem benötigen die Früchte dort länger bis zur Reife.
Als Zimmerpflanze ist „Little Miss Figgy“ nicht geeignet. Eine Feige benötigt den natürlichen Wechsel der Jahreszeiten und wirft im Herbst ihre Blätter ab. Ein ganzjährig warmes Wohnzimmer bietet ihr daher nicht die benötigten Bedingungen.
Welcher Boden eignet sich für Feigen?
Feigen kommen mit unterschiedlichen Gartenböden zurecht, solange keine dauerhafte entsteht. Optimal ist eine lockere, nährstoffreiche und gut durchlässige Erde.

Schwere, verdichtete Böden sollten vor dem Pflanzen gelockert und durchlässiger gemacht werden. Dafür eignen sich beispielsweise Perlite, Bims, Lavagranulat oder grobkörniger Sand. Welche Eigenschaften die verschiedenen Materialien haben und welches sich für welchen Zweck eignet, erklären wir ausführlich in unserem Artikel „Pflanzsubstrate im Vergleich: Welches Substrat wofür geeignet ist“.
Nach dem Einpflanzen sollte die Erde gleichmäßig feucht gehalten werden. Das gilt besonders für kleine Containerpflanzen, die am neuen Standort noch nicht ausreichend eingewurzelt sind.
Tipp: Eine Mulchschicht kann im Sommer dabei helfen, die Feuchtigkeit länger im Boden zu halten. Direkt an den Trieben sollte die Mulchschicht allerdings nicht zu dick sein, damit der bodennahe Bereich nach Regen wieder abtrocknen kann.
Feigenstrauch in einen Kübel pflanzen
Aufgrund ihres kompakten Wuchses gehört „Little Miss Figgy“ zu den Feigensorten, die sich besonders gut für die Kultur im Kübel eignen.
Für eine junge Pflanze reicht zunächst ein Gefäß mit ungefähr 20 bis 30 Litern Volumen. Mit zunehmender Größe sollte die Feige in einen größeren Topf umgesetzt werden.

Der neue Kübel sollte nur wenige Nummern größer sein als der bisherige. In einem sehr großen Gefäß trocknet die noch kaum durchwurzelte Erde nur langsam ab. Wird dann zu häufig gegossen oder ist das wenig durchlässig, kann Staunässe entstehen.
Wichtig sind ausreichend große Drainagelöcher im Boden des Kübels, damit überschüssiges Gieß- und Regenwasser ungehindert abfließen kann.
Als Substrat eignet sich eine hochwertige Pflanz- oder Kübelpflanzenerde, die mit mineralischen Bestandteilen aufgelockert wird.
Geeignet sind beispielsweise:
- Lavagranulat
- Bims
- grober Sand
- feiner Blähton
- Splitt in geeigneter Körnung
Mineralische Bodenhilfsstoffe verbessern die Luft- und Wasserführung im Substrat. Die Erde bleibt dadurch länger locker, verdichtet weniger schnell und überschüssiges Wasser kann besser abfließen.
Der Kübel sollte außerdem schwer und standfest sein. Eine belaubte Feige bietet dem Wind eine große Angriffsfläche und kann in einem leichten Kunststofftopf schnell umkippen.
Feige richtig gießen
Ausgepflanzte Feigen vertragen nach dem Anwachsen vorübergehend trockene Phasen. Während der Fruchtbildung sollte der Boden aber nicht vollständig austrocknen. Ein starker Wechsel zwischen Trockenheit und sehr viel Wasser kann die Pflanze belasten und sich auf die Früchte auswirken.

Im Kübel muss deutlich häufiger gegossen werden als im Garten. An heißen Sommertagen kann eine größere Feige viel Wasser verbrauchen.
Am besten wird durchdringend gegossen, bis unten etwas Wasser austritt. Anschließend darf die obere Erdschicht leicht abtrocknen. Wasser, das dauerhaft im Untersetzer steht, sollte entfernt werden.
Gießen im Winter nicht vergessen:
Auch während der Überwinterung darf der Wurzelballen nicht vollständig austrocknen. Eine laublose Feige benötigt zwar nur wenig Wasser, kann bei anhaltender Trockenheit aber auch im Winter Schaden nehmen. Kontrolliere die Erde deshalb gelegentlich und gieße an frostfreien Tagen sparsam.
Wie wird ein Feigenstrauch gedüngt?
Eine ausgepflanzte Feige benötigt bei einem nährstoffreichen, humosen Gartenboden keine starke Düngung. Eine Gabe Kompost im Frühjahr reicht vollkommen aus.
Kübelpflanzen sind stärker auf eine regelmäßige Nährstoffversorgung angewiesen, weil ihnen nur ein begrenztes Erdvolumen zur Verfügung steht. Sie können im Frühjahr mit einem organischen Langzeitdünger oder während der Wachstumsperiode mit Flüssigdünger versorgt werden.
Eine zu hohe Stickstoffversorgung regt vor allem das Wachstum von Blättern und Trieben an. Die jungen Triebe bleiben dadurch länger weich, verholzen später und sind im Winter anfälliger für Frostschäden.
Ab dem Spätsommer sollte deshalb nicht mehr gedüngt werden. So kann die Feige ihr Wachstum rechtzeitig vor dem Winter beenden und die jungen Triebe können vollständig verholzen.
Wann trägt Little Miss Figgy zum ersten Mal Früchte?
Häufig wird angegeben, dass „Little Miss Figgy“ bereits ab dem zweiten Standjahr Früchte bilden kann. Aus eigener Erfahrung können wir das jedoch nicht bestätigen (Erfahrung bezieht sich auf Containerpflanzen mit 10–20 cm Größe).
Unsere Pflanzen (mittlerweile insgesamt 3 Stück an verschiedenen Standorten) zeigten im dritten Standjahr erstmals eine Handvoll Früchte, die alle vorzeitig abgeworfen wurden. Im vierten Jahr trug eine der Feigen dann zum ersten Mal reichlich: Rund 40 Früchte entwickelten sich am Strauch.
Wie schnell eine junge Feige trägt, hängt von mehreren Faktoren ab:
- Größe und Alter der gekauften Pflanze
- Pflanzzeitpunkt
- Qualität des Standorts
- Anzahl der Sonnenstunden
- Wasserversorgung
- Spätfröste
- Nährstoffversorgung
- vorherige Schnittmaßnahmen
- Belastungen durch Umpflanzen oder Wurzelschäden
Wer eine nur etwa 15 Zentimeter hohe Jungpflanze kauft, sollte deshalb nicht mit einer Ernte im folgenden Jahr rechnen. Zunächst steckt die Feige einen großen Teil ihrer Energie in das Wurzel- und Triebwachstum.
Warum fallen die ersten Feigen ab?
Wenn eine junge „Little Miss Figgy“ ihre ersten Früchte abwirft, muss das nicht auf eine Krankheit oder einen Pflegefehler hinweisen. Gerade kleine Pflanzen können mehr Früchte ansetzen, als sie bis zur Reife versorgen können.
Weitere mögliche Ursachen sind:
- Trockenstress
- Staunässe oder Wurzelschäden
- starke Temperaturschwankungen
- ein zu kühler Standort
- Nährstoffmangel
- ein Überangebot an Stickstoff
- Spätfrost
- Stress nach Pflanzung oder Umtopfen
Wächst die junge Feige ansonsten gesund und kräftig, besteht meist kein Grund zur Sorge. Gib ihr noch etwas Zeit: Sobald sie am Standort gut eingewurzelt ist, trägt sie in der Regel zuverlässiger.
Wann werden die Früchte reif?
„Little Miss Figgy“ kann je nach Witterung und Standort im Sommer und noch einmal im Herbst Früchte tragen. Die genauen Erntezeiten lassen sich jedoch nicht pauschal festlegen.

Sommerfeigen entstehen an den im Vorjahr gebildeten Trieben. Eine weitere Herbsternte kann am diesjährigen Holz heranwachsen. In warmen Regionen und an geschützten Standorten haben auch die späteren Früchte gute Chancen auszureifen. In kühleren Lagen kann die Vegetationsperiode dafür zu kurz sein.
Eine reife Feige erkennt man nicht allein an ihrer dunklen Farbe. Folgende Merkmale sind ebenfalls wichtig:
- Die Frucht fühlt sich deutlich weicher an.
- Mit zunehmender Reife kann sich die Frucht leicht nach unten neigen.
- Die Schale kann feine Risse zeigen.
- Die Feige lässt sich ohne großen Widerstand pflücken.
- Sie entwickelt einen süßen, fruchtigen Duft.
Anders als Äpfel oder Birnen reifen Feigen nach der Ernte kaum noch nach. Pflücke sie deshalb erst, wenn sie vollständig reif sind und sich weich anfühlen.
Tipp: Reife Feigen sind druckempfindlich und nur begrenzt lagerfähig. Am besten werden sie direkt gegessen oder unmittelbar verarbeitet.
Braucht Little Miss Figgy eine Feigenwespe?

„Little Miss Figgy“ kann ihre Früchte parthenokarp bilden. Das bedeutet, dass für die Fruchtentwicklung keine durch eine Feigenwespe erforderlich ist. Auch ein zweiter Feigenbaum muss nicht als Befruchter gepflanzt werden.
Warum Feigen trotzdem immer wieder mit der Feigenwespe in Verbindung gebracht werden und weshalb dabei die Frage nach tierischen Bestandteilen aufkommt, erklären wir ausführlich in unserem Beitrag: Sind Feigen vegan?
Für den Anbau in Deutschland sind Sorten, die ohne die Feigenwespe Früchte bilden, besonders wichtig. „Little Miss Figgy“ gehört zu diesen Sorten.
Ist Little Miss Figgy winterhart?
„Little Miss Figgy“ gilt als bedingt winterhart. Häufig werden Frostwerte zwischen ungefähr minus 10 und minus 15 Grad Celsius genannt. Solche Temperaturangaben sollten allerdings nur als Orientierung verstanden werden.
Ob die Pflanze einen Winter unbeschadet übersteht, hängt nicht allein von der niedrigsten Temperatur ab.
Ebenso wichtig sind:
- Alter und Größe der Pflanze
- Dauer der Frostperiode
- Wind und Wintersonne
- Bodenfeuchtigkeit
- Standort und Mikroklima
- Kultur im Kübel oder im Garten
- Ausreifung der Triebe
Eine ältere, ausgepflanzte Feige an einer geschützten Hauswand ist deutlich weniger gefährdet als eine junge Pflanze in einem kleinen Kübel.
In den ersten Jahren empfiehlt sich ein Winterschutz. Der Wurzelbereich kann mit Laub oder anderem lockerem, isolierendem Material (Tannenzweigen beispielsweise) abgedeckt werden. Junge Triebe lassen sich zusätzlich mit einem Winterschutzvlies schützen.
Dabei sollte die Pflanze nicht luftdicht in Kunststoff eingepackt werden. Unter einer undurchlässigen Abdeckung können sich Feuchtigkeit und Fäulnis entwickeln.
Feigenstrauch im Kübel überwintern
Im Kübel ist die Feige frostempfindlicher, weil Kälte von allen Seiten in den Wurzelballen eindringen kann. Selbst wenn die Triebe eine bestimmte Minustemperatur vertragen, können die Wurzeln im Topf bereits geschädigt werden.
Für die Überwinterung im Kübel gibt es zwei Möglichkeiten:
Geschützt im Freien
In milden Regionen kann der Kübel an eine windgeschützte Hauswand gestellt werden. Der Topf sollte auf einer isolierenden Unterlage stehen und mit Vlies, Jute oder einem anderen geeigneten Material umwickelt werden.
An frostfreien Tagen muss gelegentlich kontrolliert werden, ob die Erde vollständig ausgetrocknet ist.
Unser Tipp für Kübelpflanzen:
Stelle den Topf im Winter nicht direkt auf den kalten Boden. Wir verwenden dafür ein Stück Styropor oder zwei stabile Holzstücke, auf denen der Kübel leicht erhöht steht. So ist der Topfboden besser gegen die Kälte von unten geschützt und überschüssiges Wasser kann weiterhin ablaufen. Falls du einen geschützten Kellerschacht mit stabilem Gitter hast, kannst du den Kübel auch daraufstellen.
Kühl und frostfrei
In raueren Lagen ist ein kühler, frostfreier Platz sicherer. Da die Feige ihr Laub abwirft, benötigt sie während der eigentlichen Winterruhe nur wenig Licht. Geeignet können insbesondere eine unbeheizte Garage, ein Schuppen oder ein kalter Wintergarten sein. Solange die Feige keine Blätter trägt und sich in Winterruhe befindet, benötigt sie nur wenig Licht.
Ein warmer Wohnraum ist für die Winterruhe ungeeignet.
Feigenstrauch schneiden
Ein regelmäßiger starker Rückschnitt ist bei „Little Miss Figgy“ nicht notwendig. Die Sorte wächst von Natur aus relativ kompakt.
Geschnitten werden sollten vor allem:
- abgestorbene Triebe
- erfrorene Triebspitzen
- sich kreuzende Zweige
- nach innen wachsende Triebe
- beschädigte Äste
- Triebe, die den Strauch zu dicht werden lassen
Mit einem starken Schnitt sollte man vorsichtig sein. Ein Teil der möglichen Sommerernte entsteht am vorjährigen Holz. Werden im Winter alle älteren Triebe stark gekürzt, können bereits angelegte Fruchtansätze verloren gehen.
Ein leichter Auslichtungsschnitt ist meistens sinnvoller als ein radikales Einkürzen. Frostschäden sollte man erst beurteilen, wenn im Frühjahr der Austrieb beginnt. Feigen treiben oft relativ spät aus, obwohl die Triebe noch vital sind.
Unsere Erfahrung mit dem Umpflanzen einer älteren Feige
Wir hatten ursprünglich drei Exemplare von „Little Miss Figgy“ gepflanzt. Eine davon gruben wir im Herbst aus und setzten sie in unseren Schrebergarten um. Den Standortwechsel verkraftete die Feige nicht gut, vermutlich weil beim Ausgraben ein Teil ihres Wurzelwerks beschädigt wurde.

Abgestorben war sie jedoch nicht: Im folgenden Frühjahr trieb sie bodennah kräftig aus und bildete innerhalb einer Saison rund 50 Zentimeter lange neue Triebe. Ihre Energie steckte sie vollständig in den Wiederaufbau, Früchte setzte sie in diesem Jahr nicht an. Rund zwei Drittel der alten Triebe waren abgestorben und mussten entfernt werden.

Unsere Erfahrung zeigt, dass ältere Feigen empfindlich auf das Umpflanzen reagieren, sich nach einem starken Rückschnitt aber gut regenerieren können. Wer eine etablierte Feige versetzen möchte, sollte dies während der laublosen Zeit tun, möglichst viel vom Wurzelballen erhalten und die Pflanze am neuen Standort gründlich angießen.
Warum trägt meine Little Miss Figgy keine Früchte?
Wenn eine ältere Pflanze trotz guter Pflege keine Früchte entwickelt, sollten zunächst Standort und Kulturbedingungen überprüft werden. Häufige Ursachen sind:
Zu wenig Sonne
An einem schattigen Standort wächst die Feige möglicherweise gesund, bildet aber nur wenige oder keine Früchte.
Frostschäden
Fruchtansätze am vorjährigen Holz können während des Winters oder durch Spätfrost geschädigt werden.
Die Pflanze ist noch zu jung
Vor allem sehr kleine Containerpflanzen benötigen mehrere Jahre, bis sie zuverlässig tragen.
Zu starker Rückschnitt
Wer jedes Jahr vorjährige Triebe stark kürzt, entfernt möglicherweise einen Teil der potenziellen Sommerernte.
Zu viel Stickstoff
Eine übermäßige Düngung kann kräftiges Blatt- und Triebwachstum fördern, ohne dass die Pflanze entsprechend viele Früchte bildet.
Wassermangel
Während längerer Trockenperioden kann die Feige junge Früchte abwerfen.

Umpflanzstress
Nach einem Standortwechsel steckt die Pflanze ihre Kraft zunächst in die Regeneration des Wurzelwerks und den Neuaustrieb.
Vorteile und Nachteile von Little Miss Figgy
„Little Miss Figgy“ eignet sich besonders für kleine Gärten, sonnige Balkone und Terrassen. Trotz ihres kompakten Wuchses benötigt sie jedoch ausreichend Platz, viel Sonne und in den ersten Jahren etwas Geduld. Die wichtigsten Vor- und Nachteile haben wir hier zusammengefasst.
Vorteile
- kompakter als viele klassische Feigensorten
- für Garten und größere Kübel geeignet
- dekorativer, buschiger Wuchs
- zahlreiche Früchte bei einer etablierten Pflanze möglich
- keine Feigenwespe und kein zweiter Befruchter erforderlich
- kräftiger Neuaustrieb nach Rückschnitt möglich
- gut für sonnige Balkone und kleine Gärten geeignet
Nachteile
- benötigt einen möglichst vollsonnigen und warmen Standort
- junge Pflanzen tragen nicht sofort
- im Kübel ist ein Winterschutz erforderlich
- die späteren Herbstfrüchte reifen häufig nicht aus
- die tatsächliche Endgröße kann über den typischen Angaben einer „Zwergfeige“ liegen
- etablierte Pflanzen können empfindlich auf das Umpflanzen reagieren
- als nicht heimische Pflanze besitzt sie nur einen begrenzten ökologischen Wert; ihre innen liegenden Blüten sind für Bienen und andere heimische Bestäuber nicht zugänglich
Tipp: Da die innen liegenden Blüten der Feige für Bienen nicht zugänglich sind, kannst du den Kübel mit bienenfreundlichen Pflanzen ergänzen. Welche Arten sich dafür eignen, zeigen wir in unserem Artikel „Wildbienenfreundliche Pflanzen für Balkon & Kübel: So unterstützt du Bienen ohne Garten“.
Fazit: Für wen lohnt sich der Feigenstrauch?
„Little Miss Figgy“ ist eine interessante Feigensorte für alle, die nur begrenzten Platz zur Verfügung haben und dennoch eigene Feigen ernten möchten. Sie eignet sich für sonnige Terrassen und Balkone ebenso wie für geschützte Standorte im Garten.
Ihre kompakte Wuchsform sollte allerdings nicht mit einer dauerhaft winzigen Pflanze verwechselt werden. Auch diese Zwergfeige benötigt mit zunehmendem Alter ausreichend Platz für ihre Wurzeln und ihren buschigen Aufbau.
Unsere Erfahrungen zeigen außerdem, dass Geduld belohnt werden kann. Aus einer rund 15 Zentimeter hohen Containerpflanze entwickelte sich innerhalb von vier Jahren eine Feige mit rund 1,50 Metern Höhe. Nachdem im dritten Standjahr lediglich drei Früchte angesetzt und wieder abgeworfen worden waren, fiel die erste richtige Ernte im vierten Jahr umso erfreulicher aus.
Auch nach einem schwierigen Umpflanzen und einem Rückschnitt um zwei Drittel zeigte unser zweites Exemplar, wie regenerationsfähig eine Feige sein kann. Der kräftige bodennahe Austrieb und rund 50 Zentimeter neues Wachstum innerhalb einer Saison waren ein deutliches Lebenszeichen. 😀
Wer „Little Miss Figgy“ einen sonnigen, geschützten Standort gibt, sie während der Anwachsphase zuverlässig gießt und beim Schnitt moderat vorgeht, kann mit den Jahren einen kompakten und ausgesprochen fruchtbaren Feigenstrauch erhalten.
Häufige Fragen zu Little Miss Figgy
Je nach Standort, Boden, Kübelgröße und Schnitt kann die Feige ungefähr ein bis zwei Meter hoch werden. Einzelne Pflanzen können auch darüber hinauswachsen. Sie entwickelt sich zu einem breiten Strauch.
Erste Früchte sind ab dem zweiten oder dritten Standjahr möglich. Bei sehr kleinen Jungpflanzen kann es länger dauern. Unsere Feige setzte im dritten Standjahr drei Früchte an, warf diese aber ab. Erst im vierten Jahr trug sie mit ungefähr 40 Früchten eine richtige Ernte.
Für eine junge Pflanze eignet sich zunächst ein Kübel mit ungefähr 20 bis 30 Litern Volumen. Später sollte, abhängig von der Durchwurzelung, in ein größeres Gefäß umgetopft werden.
Nein. Die Sorte kann parthenokarpe Früchte bilden und benötigt deshalb weder eine Feigenwespe noch einen zweiten Feigenbaum als Befruchter.
Sie gilt als bedingt winterhart. Ausgepflanzte, ältere Exemplare an geschützten Standorten vertragen Frost besser als junge Pflanzen oder Feigen im Kübel. Ein Winterschutz ist besonders in den ersten Jahren und in rauen Regionen empfehlenswert.
In milden Regionen ist das mit einem gut isolierten Kübel und einem windgeschützten Standort möglich. In Regionen mit längeren starken Frostperioden ist eine kühle, frostfreie Überwinterung sicherer.
Je nach Standort und Witterung können Früchte im Sommer und im Herbst reifen. Pflückreif sind sie, wenn sie weich werden und sich ohne großen Widerstand vom Trieb lösen.
Mögliche Ursachen sind das junge Alter der Pflanze, , Wurzelschäden, Spätfrost, ein ungünstiger Standort oder eine unausgewogene Düngung. Bei kleinen Jungpflanzen kann ein vorzeitiger Fruchtfall auch ohne Pflegefehler vorkommen.
Als dauerhafte Zimmerpflanze ist sie nicht empfehlenswert. Sie benötigt einen sehr hellen Standort, den natürlichen Jahreszeitenwechsel und eine kühle Winterruhe.
Grundsätzlich kann sie umgepflanzt werden, eine etablierte Pflanze kann jedoch einen deutlichen Umpflanzschock erleiden. Unsere versetzte Feige musste um etwa zwei Drittel zurückgeschnitten werden, trieb anschließend aber bodennah wieder kräftig aus.





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