Ein tiefes Brummen, ein fast schwarzer Körper und violettblau schimmernde Flügel machen die Blaue Holzbiene unverwechselbar. Trotz ihrer imposanten Größe ist sie ausgesprochen friedfertig. Für ihren Nachwuchs nagt sie Brutröhren in abgestorbenes Holz – und findet deshalb auch in naturnahen Gärten geeignete Nistplätze.
Hier erfährst du zehn faszinierende Fakten über die Blauschwarze Holzbiene und darüber, was sie zum Leben braucht.
Blaue Holzbiene: das Wichtigste in Kürze
- Wissenschaftlicher Name: Xylocopa violacea
- Größe: bis zu 28 Millimeter und damit die größte heimische Wildbienenart
- Erkennungsmerkmale: fast schwarzer Körper und violettblau schimmernde Flügel
- Lebensweise: solitär und univoltin – pro Jahr entwickelt sich eine Generation
- Flugzeit: ungefähr von März bis Oktober, abhängig von Witterung und Region
- Nistplatz: trockenes, bereits mürbes Totholz an einem sonnigen Standort
- Nahrung: Nektar und Pollen unterschiedlicher Pflanzenarten
- Verhalten: friedfertig, nur die Weibchen besitzen einen Stachel
1. Sie ist die größte heimische Wildbiene

Mit einer Körperlänge von bis zu 28 Millimetern ist die Blauschwarze Holzbiene die größte heimische Wildbienenart. Ihr kräftiger Körper ist damit deutlich größer als der vieler anderer Wildbienen. Der wissenschaftliche Name lautet Xylocopa violacea.
Schon gewusst?
Bei den Männchen der Blauen Holzbiene sind zwei Fühlerglieder kurz vor der Spitze rotgelb gefärbt. Mit etwas Geduld lässt sich dieses kleine Erkennungsmerkmal sogar im Garten beobachten.
2. Ihre Flügel schimmern blau und violett

Die Blaue Holzbiene besitzt einen fast schwarzen, dunkel behaarten Körper und auffällig lange Flügel, die je nach Lichteinfall blau bis violett schimmern. Daran lässt sie sich auch von dunklen Hummeln unterscheiden: Diese sind dichter bepelzt und zeigen keinen charakteristischen Flügelglanz.
Schon gewusst?
Der volkstümliche Name „schwarze Hummel“ führt in die Irre. Hummeln wirken meist dichter und weicher behaart; die typischen dunkelblau schillernden Flügel der Blauen Holzbiene haben sie nicht.
3. Ihr lautes Brummen ist kein Warnsignal

Das tiefe Brummen entsteht durch den kräftigen Flügelschlag und kann zunächst bedrohlich wirken. Tatsächlich ist die Blaue Holzbiene jedoch ausgesprochen friedfertig. Auf der Suche nach paarungsbereiten Weibchen patrouillieren die stachellosen Männchen durch ihr Revier und fliegen dabei gelegentlich dicht an Menschen vorbei. Auch die Weibchen sind nicht angriffslustig und setzen ihren Stachel nur ein, wenn sie festgehalten oder stark bedrängt werden.
Schon gewusst?
Die Blaue Holzbiene lebt solitär, also nicht in einem Bienenstaat. Jedes Weibchen legt ein eigenes Nest an und versorgt seinen Nachwuchs selbst.
4. Sie zimmert ihr Nest selbst

Der Name „Holzbiene“ beschreibt ihre Baukunst. Das Weibchen nagt mit kräftigen Kiefern Gänge in abgestorbenes Holz. Bevorzugt werden sonnige Stellen mit Holz, das morsch genug zum Bearbeiten, aber noch ausreichend fest für ein Nest ist. Geeignet sind etwa tote Äste, alte Obstbäume und verwitterte Pfähle. Die Gänge sind fingerdick und können bis zu 30 cm lang sein. Frisches, intaktes Bauholz ist kein typischer Nistplatz.
Schon gewusst?
Beim Nagen entsteht richtiges Sägemehl. Ein klassisches mit schmalen vorgebohrten Röhrchen interessiert die Holzbiene nicht.
5. Jede Brutzelle bekommt einen eigenen Vorrat

Im Holzgang legt das Weibchen mehrere Brutzellen hintereinander an. Jede davon stattet es mit einem Vorrat aus und für die spätere Larve aus und legt anschließend ein Ei hinein. Dann verschließt es die Zelle und arbeitet an der nächsten weiter. Die Larven wachsen geschützt im Holz heran, ernähren sich vom Vorrat und verpuppen sich schließlich. So können in einem einzigen Gang mehrere junge Holzbienen heranwachsen.
Schon gewusst?
Die Vorratskammern liegen wie Zimmer entlang eines Flurs. Die Trennwände entstehen aus zerkautem Holzmaterial, das die Mutterbiene selbst verarbeitet.
6. Beide Geschlechter überwintern als erwachsene Bienen

Bei der Blauen Holzbiene überstehen sowohl Männchen als auch Weibchen den Winter als ausgewachsene Tiere. Sie ziehen sich dazu in geschützte Hohlräume und Spalten zurück, zum Beispiel in Holz oder Mauerwerk. An milden Tagen können einzelne Tiere schon sehr früh im Jahr auftauchen. Im Frühjahr paaren sich die überwinterten Bienen, und die Weibchen beginnen mit der Suche nach geeigneten Nistplätzen.
Schon gewusst?
An sonnigen, milden Tagen verlassen Blaue Holzbienen ihr Winterquartier mitunter schon im Januar oder Februar. Dann sind sie gelegentlich in Wintergärten zu beobachten, wo sie etwa an blühendem Rosmarin Nektar trinken. Anschließend ziehen sie sich wieder in ihr geschütztes Quartier zurück.
7. Pro Jahr wächst nur eine neue Generation heran

Die Blaue Holzbiene ist und bringt nur eine Generation im Jahr hervor. Nach der Paarung im Frühjahr legt das Weibchen seine Brutzellen an. Die Nachkommen entwickeln sich über mehrere Wochen im Holz und schlüpfen im Sommer, häufig ab Juli. Die jungen Bienen können noch bis in den Herbst an Blüten zu sehen sein. Anschließend suchen sie ein Winterquartier. Erst im folgenden Frühjahr sorgen sie selbst für Nachwuchs.
Schon gewusst?
Wenn im Spätsommer wieder vermehrt Holzbienen fliegen, handelt es sich nicht um eine zweite Brut. Zu sehen ist die neue Generation, die aus den im Frühjahr angelegten Brutzellen geschlüpft ist und später als erwachsene Biene überwintert.
8. Manchmal holt sie Nektar durch die Seitenwand

Die Holzbiene besucht ganz unterschiedliche Pflanzen. An manchen Blüten gelangt sie jedoch trotz ihrer langen Zunge nicht auf dem üblichen Weg an den Nektar. Dann beißt sie seitlich ein Loch in die Blütenröhre und trinkt den Nektar direkt vom Blütengrund. Für die Biene ist das schnell und unkompliziert, die Blüte geht dabei leer aus. Die Holzbiene umgeht sowohl die Staubgefäße als auch den Blütenstempel, sodass dabei kein Pollen übertragen wird.
Schon gewusst?
Dieses Verhalten heißt „Nektarraub“. Es bedeutet nicht, dass Holzbienen grundsätzlich schlechte Bestäuber sind: Bei vielen anderen Blüten gelangt die Holzbiene auf dem vorgesehenen Weg zum Nektar und berührt dabei Staubgefäße und Blütenstempel.
9. Sie braucht Wärme, Blüten und Totholz zugleich
Sonnenbeschienene Streuobstwiesen, naturnahe Gärten, Parks und lichte Waldränder bieten der Blauen Holzbiene gute Bedingungen. Dort findet sie blühende Pflanzen und Holz für ihre Brut. Die wärmeliebende Art hat sich in Deutschland über viele Regionen ausgebreitet und wird inzwischen auch in Städten regelmäßig beobachtet. Eine blütenreiche Fläche allein reicht ihr aber nicht: Ohne geeignete Niststellen kann sie sich dort nicht vermehren.

Schon gewusst?
Auch Zaunpfähle oder alte Baumstümpfe können wertvolle Nistplätze sein, wenn sie sonnig stehen und das Holz ausreichend verwittert ist.
10. Im Garten hilfst du ihr am besten mit Lebensraum

Lass abgestorbene Äste und alte Baumstümpfe nach Möglichkeit im Garten stehen und platziere unbehandeltes an einem sonnigen Platz.
Sorge außerdem vom Frühjahr bis in den Herbst für ein vielfältiges Blütenangebot. Frühblüher liefern nach der Überwinterung die erste Nahrung, während im Sommer beispielsweise Salbei und Wicken Nektar und Pollen bereitstellen. Passende Arten für jede Jahreszeit findest du in unserem Beitrag „Heimische Pflanzen für einen ganzjährig blühenden Garten“.
Schon gewusst?
Ein wenig Totholz hilft nicht nur der Blauen Holzbiene. Auch Käfer wie Hirschkäfer und Balkenschröter, verschiedene Wildbienen und solitäre Wespen sowie zahlreiche Pilze nutzen abgestorbene Holzstrukturen als Nahrung, Nistplatz oder .





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