Schwarz und gelb leuchtet es zwischen feuchtem Laub: Wer einem Feuersalamander begegnet, vergisst den Anblick so schnell nicht. Doch die auffällige Zeichnung ist nur eine seiner Besonderheiten. Der heimische Schwanzlurch lebt überwiegend an Land, bringt seine Jungen als Larven zur Welt und braucht für deren Entwicklung kühle, saubere Bäche.
Hier findest du zehn faszinierende Fakten über den Feuersalamander – und erfährst, warum ausgerechnet ein winziger Hautpilz für ihn zur großen Gefahr geworden ist.
1. Jeder Feuersalamander trägt ein eigenes Muster

Auf der glänzend schwarzen Haut tragen Feuersalamander gelbe bis orangefarbene Flecken oder Streifen. Ihre Anordnung ist bei jedem Tier anders – wie ein persönliches Erkennungszeichen. Forschende können ausgewachsene Feuersalamander deshalb anhand guter Fotos ihrer Rückenzeichnung wiedererkennen.
In Deutschland kommen Feuersalamander mit gefleckter und mit gebänderter Zeichnung vor. Die Zeichnung kann jedoch variieren und lässt die Unterart nicht immer eindeutig erkennen. Ausgewachsene Feuersalamander werden etwa 14 bis 20 Zentimeter lang, Weibchen sind in der Regel etwas größer als Männchen.
Schon gewusst?
Nicht jeder Feuersalamander ist schwarz-gelb: Selten kommen auch fast vollständig schwarze oder weiße Tiere vor.
2. Die Warnfarben passen zu seiner Hautabwehr

Die auffällige schwarz-gelbe Färbung des Feuersalamanders dient als Warnung für mögliche Fressfeinde: Er ist keine gute Beute. Am Hinterkopf und entlang des Rückens sitzen Drüsen, die bei Gefahr ein giftiges Sekret abgeben. Es kann Angreifer abschrecken und ihre Schleimhäute reizen. Beißen muss der Feuersalamander dafür nicht – seine Abwehr steckt in der Haut.
Für Menschen ist eine Begegnung aus der Entfernung unproblematisch. Anfassen solltest du das Tier trotzdem nicht – auch, weil Amphibien eine empfindliche Haut besitzen und Krankheitserreger zwischen Lebensräumen übertragen werden können.

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Schon gewusst?
Auf der feuchten Haut des Feuersalamanders können sich Bakterien und Pilze ansiedeln. Sein Hautsekret hemmt manche dieser Keime und schützt so die Haut. Gegen den gefährlichen Salamanderfresser-Hautpilz (Batrachochytrium salamandrivorans) reicht dieser Schutz allerdings nicht aus.
3. Er kann kein Feuer löschen

Seinen Namen verdankt der Feuersalamander einem alten Aberglauben: Schon in der Antike schrieb man Salamandern zu, sie könnten mit ihrem giftigen Schleim Feuer löschen. Der Glaube hatte grausame Folgen: Die Menschen warfen die Feuersalamander absichtlich ins Feuer, um ihre vermeintlichen Fähigkeiten zu erproben.
Schon gewusst?
Carl von Linné beschrieb den Feuersalamander 1758 zunächst als Lacerta salamandra – unter demselben Gattungsnamen wie Eidechsen. Amphibien und Reptilien wurden damals noch nicht so getrennt wie heute
4. Bei Regen lässt er sich eher sehen

Feuersalamander mögen es feucht und sind vor allem nachts unterwegs. Tagsüber verstecken sie sich meist unter , zwischen Steinen, in Wurzelhöhlen oder anderen kühlen Verstecken. Nach Regen oder bei anhaltend feuchter Witterung steigen die Chancen, auch am Tag einen zu entdecken.
Ihr typischer sind naturnahe Laub- und Mischwälder mit kleinen Quellbächen. Die erwachsenen Tiere leben überwiegend an Land. Nur für den Nachwuchs sind geeignete Gewässer unverzichtbar.
Schon gewusst?
Zum Überwintern nutzen Feuersalamander mitunter Höhlen, alte Bergwerksstollen oder sogar Gebäudekeller. 2023 wurde der Feuersalamander deshalb zum „Höhlentier des Jahres“ gewählt.
5. Auf seinem Speiseplan stehen kleine Wirbellose

Erwachsene Feuersalamander jagen vor allem zwischen Laub und Totholz. Dort finden sie Regenwürmer, Schnecken, Asseln, Spinnen und verschiedene Insekten – besonders bei feuchter Witterung. Ihre Larven wachsen dagegen im Bach auf und fressen dort unter anderem Bachflohkrebse und Wasserinsektenlarven.
Damit hängen Land- und Wasserlebensraum eng zusammen. Feuersalamander benötigen ein geeignetes Gewässer, in dem ihre Larven aufwachsen, und einen strukturreichen Wald, der den erwachsenen Tieren Nahrung und Verstecke bietet. Fehlt einer dieser Lebensräume, kann sich ein Bestand auf Dauer nicht halten.
Schon gewusst?
Wenn Nahrung knapp ist, fressen Feuersalamanderlarven mitunter sogar andere Larven ihrer eigenen Art.
6. Die Paarung findet an Land statt

Viele Amphibien treffen sich zur Paarung im Wasser. Feuersalamander tun das an Land. Das Männchen nimmt das Weibchen Huckepack und setzt ein Samenpaket auf dem Waldboden ab, das das Weibchen aufnimmt.
Die darin enthaltenen Spermien kann das Weibchen bis zu zwei Jahre befruchtungsfähig in seinem Körper speichern. Die Eier können daher auch lange nach der Paarung befruchtet werden. Sind die Larven weit genug entwickelt, sucht das Weibchen einen geeigneten Bach auf und bringt sie dort zur Welt.
Schon gewusst?
Die Larven, die ein Weibchen zur gleichen Zeit absetzt, können von mehreren Männchen abstammen. Das haben Verwandtschaftsanalysen gezeigt.
7. Das Weibchen setzt lebende Larven ins Wasser

Feuersalamander kleben keine Laichballen an Wasserpflanzen und legen auch keine frei liegenden Eier in den Bach. Die Embryonen entwickeln sich im Körper des Weibchens. Anschließend setzt es einige Dutzend bereits entwickelte Larven in kühle, saubere Quellbäche oder Quelltümpel ab. Beim Absetzen öffnen sich die dünnen Eihüllen.
Die Larven besitzen schon vier Beine und seitlich am Kopf sichtbare Kiemenbüschel. Sie Larven halten sich bevorzugt in flachen Buchten auf, in denen das Wasser langsam fließt. In begradigten Bächen fehlen solche Stellen oft. Verschmutztes Wasser gefährdet die Larven zusätzlich.
Schon gewusst?
Bestimmte Feuersalamander-Populationen in Nordspanien bringen ihre Jungen direkt an Land zur Welt. Eine Larvenphase im Wasser gibt es bei ihnen nicht.
8. Gelbe Punkte verraten die jungen Larven

Im Wasser kann man Feuersalamanderlarven mit Molchlarven verwechseln. Ein hilfreiches Merkmal sind helle, oft gelbliche Flecken am Ansatz der Beine. Dazu kommen die äußeren Kiemenbüschel, mit denen die Larven im Wasser atmen.
Nach mehreren Monaten folgt die Metamorphose: Die Kiemen bilden sich zurück, Lungen und Haut übernehmen die Atmung, und aus der Wasserlarve wird ein junges Landtier. Wie lange das dauert, hängt unter anderem von Temperatur und Nahrungsangebot ab. Die spätere schwarz-gelbe Rückenzeichnung entwickelt sich erst allmählich zu ihrem typischen Muster.

Schon gewusst?
Feuersalamanderlarven schnappen nicht einfach nach ihrer Beute: Unter Wasser saugen sie kleine Beutetiere mit einem schnellen Öffnen des Mauls ein (Saugschnappen).
9. Feuersalamander können erstaunlich alt werden

Für ein so kleines Waldtier ist ihre mögliche Lebensspanne bemerkenswert. Feuersalamander können in freier Natur etwa 15 bis 25 Jahre alt werden. Einzelne Tiere in menschlicher Obhut erreichten sogar ein deutlich höheres Alter.
Gerade weil sie sich erst nach mehreren Jahren fortpflanzen, zählt das Überleben erwachsener Tiere für den Bestand. Straßen, die Wald und Bach voneinander trennen, können auf ihren Wegen zur Gefahr werden. Auch Eingriffe in Verstecke oder Winterquartiere treffen Tiere, die einen Lebensraum über lange Zeit nutzen.
Schon gewusst?
Trotz ihres Hautgifts haben erwachsene Feuersalamander Fressfeinde – darunter unter anderem Igel, Dachse, Wildschweine, Ratten und Ringelnattern. Ringelnattern sind tagsüber aktiv, Feuersalamander vor allem nachts. Deshalb begegnen sie sich wohl nur selten.
10. Ein Hautpilz bedroht ganze Bestände
Der Pilz Batrachochytrium salamandrivorans, kurz Bsal, wird oft „Salamanderfresser“ genannt. Er befällt die Haut von Schwanzlurchen und kann beim Feuersalamander schwere Erkrankungen und Massensterben auslösen. Menschen können Erreger unbeabsichtigt über verschmutzte Schuhe oder Ausrüstung von einem Gebiet ins nächste tragen.
Neben der Salamanderpest setzen dem Feuersalamander auch der Verlust feuchter Wälder, verbaute und verschmutzte Bäche, Straßenverkehr und längere Trockenphasen zu. Bundesweit steht er auf der Vorwarnliste, in manchen Regionen ist die Lage bereits ernster.
Schon gewusst?
Der Salamanderfresser wurde erst 2013 wissenschaftlich beschrieben. Er stammt ursprünglich aus Ostasien und gelangte durch menschliche Aktivitäten nach Europa
So kannst du Feuersalamandern helfen
Bleib bei Waldspaziergängen auf den Wegen und lass Salamander sowie ihre Larven unberührt. Betritt Quellbäche und ihre Ufer nicht unnötig. Wenn du zwischen Amphibienlebensräumen wechselst, entferne Erde und Schlamm gründlich von deinen Schuhen; in betroffenen Gebieten gelten zusätzliche Hygieneempfehlungen vor Ort.
Entdeckst du ein krank wirkendes oder totes Tier, fotografiere es möglichst ohne Berührung und melde den Fund der zuständigen Naturschutzstelle. Vor allem aber hilft dem Feuersalamander der Schutz feuchter, strukturreicher Laubwälder.





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