Auf den Blüten des Schmetterlingsflieders tummeln sich oft zahlreiche Falter. Doch der Anblick verdeckt ein Problem: Der invasive Neophyt breitet sich stark aus und kann heimische Pflanzen verdrängen. In der Schweiz darf er deshalb seit dem 1. September 2024 weder verkauft noch weitergegeben werden.
Wir stellen deshalb 20 Alternativen zum Schmetterlingsflieder vor. Nicht alle ähneln ihm in Größe oder Wuchs. Bei der Auswahl steht ihr Nutzen für Insekten und Vögel im Vordergrund.

Sträucher und Bäume als Alternative zum Schmetterlingsflieder
Wenn du Platz für einen Baum oder Strauch hast, findest du hier spannende Alternativen zum Schmetterlingsflieder. Einige blühen schon im Frühjahr, wenn Insekten auf Nahrungssuche sind. Später finden Vögel zwischen den Zweigen Schutz. Wenn Früchte heranreifen, gibt es dort auch etwas zu fressen.
Gemeiner Schneeball (Viburnum opulus)

Der heimische Schneeball blüht weiß. Im Herbst trägt er rote Früchte und ist ein wichtiges Vogelnährgehölz. Auch seine Blüten und Blätter werden von Insekten genutzt. Am besten wächst er auf frischem bis feuchtem Boden.
Alle Pflanzenteile sind für Menschen giftig.
Steckbrief
- Blüte: Mai bis Juni
- Wuchshöhe: 2,5–3,5 m
- Standort: sonnig bis halbschattig
- Boden: frisch bis feucht
- Verwendung: Hecke, Vogelnährgehölz
- Besonders wertvoll für: Seine Blätter dienen den Raupen von Maivogel und Purpurglanzeule als Futter. Die Zackeneule besucht die Blüten, die Misteldrossel frisst die Früchte.
Faulbaum (Rhamnus frangula)

Der heimische Faulbaum ist ein lockerer Strauch für frische bis feuchte Böden. Seine unscheinbaren Blüten liefern und . Die Blätter dienen unter anderem den Raupen des Zitronenfalters und des Faulbaum-Bläulings als Nahrung. Später fressen Vögel die Früchte.
Alle Pflanzenteile sind giftig.
Steckbrief
- Blüte: Mai bis Juni
- Wuchshöhe: 2,5–4 m
- Standort: sonnig bis halbschattig
- Boden: sandig bis lehmig, frisch bis feucht
- Verwendung: Teichrand, feuchter Gehölzrand, Böschung
- Besonders wertvoll für: Waldrand-Sandbiene sowie die Raupen von Zitronenfalter und Faulbaum-Bläuling. Die Früchte werden von Vögeln gefressen.


Apothekerrose (Rosa gallica ‘Officinalis’)

Diese historische der Essigrose hat duftende, halbgefüllte rote Blüten. Mit etwa einem bis anderthalb Metern bleibt sie vergleichsweise kompakt. Sie passt an sonnige Plätze mit durchlässigem Boden.
Steckbrief
- Blüte: Juni bis Juli
- Wuchshöhe: 1–1,5 m
- Standort: sonnig
- Boden: frisch bis trocken
- Verwendung: Zierstrauch im Haus- und Naturgarten, auch im Kübel
- Besonders wertvoll für: Bienen und andere Blütenbesucher
Gemeiner Liguster (Ligustrum vulgare)

Der heimische Liguster lässt sich gut zu einer dichten Hecke schneiden. An seinen weißen Blüten finden Insekten Nahrung, seine Blätter dienen Raupen als Futter und die schwarzen Beeren werden von Vögeln gefressen. Für Menschen sind die Beeren schwach giftig. Damit der Liguster blüht, sollten beim Schnitt genügend Triebe stehen bleiben.
Steckbrief
- Blüte: Juni bis Juli
- Wuchshöhe: 2,5–4,5 m
- Standort: sonnig bis halbschattig
- Boden: frisch bis trocken
- Verwendung: Sichtschutzhecke, Grundstücksgrenze
- Besonders wertvoll für: Waldrand-Sandbiene, Ligustereule und Rotkehlchen
Schwarzer Holunder (Sambucus nigra)

Die heimische ist ein kräftiges mit weißen Blütendolden und später dunklen Früchten. Seine Früchte werden von zahlreichen Vogelarten gefressen. Mit vier bis sechs Metern Höhe und drei bis fünf Metern Breite benötigt er einen großzügigen Platz.
Steckbrief
- Blüte: Mai bis Juli
- Wuchshöhe: 4–6 m
- Standort: sonnig bis halbschattig
- Boden: feucht
- Verwendung: freiwachsende Hecke, Einzelstrauch
- Besonders wertvoll für: Smaragdeule und Braunmarmorierter Baumspanner, Ringeltaube und Pirol nutzen den Strauch
Besenginster (Cytisus scoparius)

Der heimische Besenginster bringt gelbe Blüten an sonnige, trockene und eher nährstoffarme Stellen. Er liefert Pollen für Hummeln und Wildbienen und dient vielen Schmetterlingsraupen als Futterpflanze.
Alle Pflanzenteile sind giftig.
Steckbrief
- Blüte: Mai bis Juni
- Wuchshöhe: 50–200 cm
- Standort: sonnig
- Boden: trocken
- Verwendung: lockere Hecke, Böschung, Stein- oder Heidegarten
- Besonders wertvoll für: Geißklee-Sandbiene sowie Gebänderter Besenginsterspanner und Besenginster-Silberstreifenspanner
Mönchspfeffer (Vitex agnus-castus)

Der Mönchspfeffer hat blauviolette, duftende Blütenrispen und wächst an warmen, sonnigen Standorten. Er ist in Deutschland nicht heimisch und nur bedingt . Wer eine heimische Pflanzung anstrebt, kann stattdessen die unten genannten Wildstauden wählen.
Steckbrief
- Blüte: August bis Oktober
- Wuchshöhe: 2–3 m
- Standort: sonnig
- Boden: frisch bis trocken
- Verwendung: sonniges Staudenbeet, Rabatte, warmer Vorgarten
- Besonders wertvoll für: Frühe Ziest-Schlürfbiene, Wald-Pelzbiene und Florentiner Wollbiene
Gemeine Traubenkirsche (Prunus padus)

Die heimische Traubenkirsche trägt duftende weiße Blütentrauben und später Früchte für Vögel. Ihre Blätter dienen zahlreichen Raupenarten als Futter. Mit fünf bis fünfzehn Metern Höhe eignet sie sich für große Gärten und feuchtere Standorte.
Steckbrief
- Blüte: April bis Mai
- Wuchshöhe: 5–15 m
- Standort: sonnig bis halbschattig
- Boden: feucht
- Verwendung: großer Garten, Böschung, feuchter Gehölzrand
- Besonders wertvoll für: Bärtige Sandbiene, Weißer Glanzspinner und Grauschnäpper
Feldrose (Rosa arvensis)

Die heimische Feldrose wächst mit langen Trieben und weißen Blüten. Sie kann sich an Gehölzen emporarbeiten und bildet Ausläufer. Im Garten braucht sie deshalb Platz und einen passenden Pflanzpartner oder eine freie Heckenfläche.
Steckbrief
- Blüte: Juni bis Juli
- Wuchshöhe: 1,5–4 m
- Standort: sonnig bis halbschattig
- Boden: frisch bis trocken
- Verwendung: freiwachsende Hecke, Gehölzrand, Rankhilfe
- Besonders wertvoll für: Bärtige Sandbiene sowie Wildrosen-Blattspanner und Schwarzbindiger Rosen-Blattspanner
Wildstauden für Blüten im Sommer
Die nachfolgenden Wildstauden ergänzen unsere Gehölzvorschläge.
Dost oder Oregano (Origanum vulgare)

Der heimische Dost ist eine niedrige, aromatische für sonnige, trockene Plätze. Seine vielen kleinen Blüten liefern Nahrung für Wildbienen, Schwebfliegen und Schmetterlinge. Auch als Küchenkraut ist er nutzbar.
Steckbrief
- Blüte: Juli bis September
- Wuchshöhe: 20–50 cm
- Standort: sonnig
- Boden: trocken
- Verwendung: Kräuterbeet, Steingarten, Balkonkästen
- Besonders wertvoll für: Wald-Pelzbiene, Frühe Ziest-Schlürfbiene und Felssteppen-Blütenspanner
Zwerg-Holunder (Sambucus ebulus)

Der Zwerg-Holunder ist eine hohe, krautige Staude mit weißen Blüten. Seine Blüten und Blätter werden von Schmetterlingen und Raupen genutzt. Er ist giftig und kann sich kräftig ausbreiten, deshalb passt er eher in größere, naturnahe Bereiche als in ein kleines Beet.
Steckbrief
- Blüte: Juli bis September
- Wuchshöhe: 1–2 m
- Standort: sonnig bis halbschattig
- Boden: frisch
- Verwendung: größere naturnahe Bereiche, Gehölzränder
- Besonders wertvoll für: Die Smaragdeule und die Gelbbraune Staubeule nutzen den Holunder. Seine Früchte werden von Star und Mönchsgrasmücke gefressen.
Blutweiderich (Lythrum salicaria)

Der heimische Blutweiderich blüht pink und wächst auf feuchten, nährstoffreichen Böden. Seine Blüten liefern Nektar und Pollen, zudem ist er Raupenfutter. Er ist die perfekte Wahl für Teichränder oder frische Beete. Für trockene Standorte ist es ungeeignet.
Steckbrief
- Blüte: Juni bis September
- Wuchshöhe: 50–100 cm
- Standort: sonnig bis halbschattig
- Boden: frisch bis feucht
- Verwendung: Teichrand, feuchtes Staudenbeet
- Besonders wertvoll für: Blutweiderich-Sägehornbiene und Blutweiderich-Langhornbiene, Weiderich-Blütenspanner


Gewöhnlicher Wasserdost (Eupatorium cannabinum)

Der heimische Wasserdost trägt große rosa Blütenstände und lockt zahlreiche Falter an. Er bevorzugt feuchte, nährstoffreiche Böden und kann sich selber aussäen. Wegen seiner giftigen Pyrrolizidinalkaloide eignet er sich als Zier- und Insektenpflanze.
Steckbrief
- Blüte: Juli bis August
- Wuchshöhe: 50–150 cm
- Standort: sonnig bis halbschattig
- Boden: frisch bis feucht
- Verwendung: feuchtes Staudenbeet, Teichumfeld, Gehölzrand
- Besonders wertvoll für: Rainfarn-Herbstsandbiene, Zwerg-Wollbiene und Silberblatt-Goldeule
Echte Katzenminze (Nepeta cataria)

Die Echte Katzenminze ist eine sonnenliebende Staude für durchlässige Böden. Sie wird von Wildbienen und Hummeln besucht und eignet sich auch für Kübel. Sie gilt als , eine ist möglich.
Steckbrief
- Blüte: Juli bis September
- Wuchshöhe: 50–100 cm
- Standort: sonnig
- Boden: frisch bis trocken
- Verwendung: Beeteinfassung, Kübel, Balkon
- Besonders wertvoll für: Frühe Ziest-Schlürfbiene, Wald-Pelzbiene und Schöne Federmotte
Wiesensalbei (Salvia pratensis)

Der heimische Wiesensalbei zeigt blaue Lippenblüten an sonnigen, trockenen Standorten. Er ist für Wildbienen und Hummeln wertvoll und kann nach einem Sommerschnitt ein zweites Mal blühen. Für trockene, durchlässige Beete ist er eine gute Ergänzung zu Dost und Kartäuser-Nelke.
Steckbrief
- Blüte: Mai bis August
- Wuchshöhe: 30–60 cm
- Standort: sonnig
- Boden: trocken
- Verwendung: Bauerngarten, sonniges Staudenbeet
- Besonders wertvoll für: Wald-Pelzbiene, Garten-Wollbiene und Nachtkerzenschwärmer


Wiesen-Witwenblume (Knautia arvensis)

Die heimische Wiesen-Witwenblume bildet lila Blüten und wächst horstig. Sie passt auf sonnige Böden von frisch bis trocken. Nach einem Sommerschnitt ist eine zweite Blüte möglich.
Steckbrief
- Blüte: Mai bis August
- Wuchshöhe: 30–80 cm
- Standort: sonnig
- Boden: frisch bis trocken
- Verwendung: Blumenbeet, Steingarten, Balkon
- Besonders wertvoll für: Knautien-Hosenbiene, Skabiosen-Hosenbiene und Skabiosen-Blütenspanner


Tauben-Skabiose (Scabiosa columbaria)

Die Tauben-Skabiose trägt blauviolette Blüten und ist eine heimische Bienenweide sowie . Sie mag Sonne und durchlässigen, kalkhaltigen Boden. Zu viel Nässe und Stickstoff verträgt sie schlecht.
Steckbrief
- Blüte: Juli bis November
- Wuchshöhe: 20–60 cm
- Standort: sonnig
- Boden: durchlässig
- Verwendung: mageres Blumenbeet, Stein- oder Bauerngarten
- Besonders wertvoll für: Skabiosen-Hosenbiene, Weißbürstige Harzbiene und Skabiosen-Grünwidderchen


Wiesen-Flockenblume (Centaurea jacea)

Die heimische Wiesen-Flockenblume bringt violettfarbige Blüten in sonnige, eher frische bis trockene Beete. Ihre Blüten werden von vielen Insekten besucht. Ein Sommerschnitt kann eine zweite Blüte fördern.
Steckbrief
- Blüte: Juni bis September
- Wuchshöhe: 20–80 cm
- Standort: sonnig
- Boden: frisch bis trocken
- Verwendung: naturnahe Wiese, Bauerngarten
- Besonders wertvoll für: Pippau-Sandbiene, Flockenblumen-Scheckenfalter und Stieglitz


Kartäuser-Nelke (Dianthus carthusianorum)

Die Kartäuser-Nelke ist eine niedrige heimische für sonnige, trockene und nährstoffarme Plätze. Ihre kräftig gefärbten Blüten dienen Schmetterlingen als Nahrungsquelle. Sie kann sich selbst auf passenden Trockenstandorten aussäen.
Steckbrief
- Blüte: Juni bis September
- Wuchshöhe: 15–40 cm
- Standort: sonnig
- Boden: trocken
- Verwendung: Blumenwiese, Trockenmauer, Steingarten, Dachbegrünung
- Besonders wertvoll für: Karthäusernelken-Kapseleule, Kuckucksnelken-Kapseleule und Bergwald-Sandbiene
Moschusmalve (Malva moschata)

Die Moschusmalve blüht rosa, wächst etwa 40 bis 80 Zentimeter hoch und passt an sonnige bis halbschattige Plätze. Sie bietet Schmetterlingen Nektar und dient Raupen als Futter. Sie gilt als Archäophyt.
Steckbrief
- Blüte: Juni bis Oktober
- Wuchshöhe: 40–80 cm
- Standort: sonnig bis halbschattig
- Boden: frisch bis trocken
- Verwendung: Staudenbeet, Rabatte, Kübel
- Besonders wertvoll für: Malven-Langhornbiene, Malven-Blattspanner und Gammaeule
Welche Alternativen zum Schmetterlingsflieder passen zusammen?
Für einen sonnigen, eher trockenen Platz kannst du Dost, Wiesensalbei, Kartäuser-Nelke und Tauben-Skabiose kombinieren. Blutweiderich und Wasserdost passen an frische bis feuchte Stellen. Für eine lockere Hecke kommen je nach Platz Liguster, Schwarzer Holunder oder Gemeiner Schneeball infrage. Achte bei den Gehölzen auf ihre spätere Größe und lass Blüten und Fruchtstände für Tiere stehen.
Welche Alternative ist für einen kleinen Garten geeignet?
Wenn wenig Platz vorhanden ist, eignen sich niedrige Stauden wie Dost, Wiesensalbei, Tauben-Skabiose und Kartäuser-Nelke besser als ein großer Strauch. Die Apothekerrose bleibt mit etwa einem bis anderthalb Metern ebenfalls vergleichsweise kompakt.
Welche Pflanzen blühen am Standort des Schmetterlingsflieders?
Auf sonnigen, eher trockenen Böden kommen beispielsweise Dost, Wiesensalbei, Kartäuser-Nelke und Tauben-Skabiose infrage. Feuchtigkeitsliebende Pflanzen wie Blutweiderich und Wasserdost können ebenfalls sonnig stehen, benötigen aber frischen bis feuchten Boden.





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