Pflaumenwickler bekämpfen: So haben wir den Befall endlich in den Griff bekommen

Zuletzt aktualisiert: 24. Mai 2026

Über Jahre war unsere Zwetschgenernte praktisch komplett für die Tonne. Fast jede Frucht war befallen, viele Zwetschgen fielen schon früh vom Baum und im Inneren warteten bereits braune Stellen, Fraßgänge und die typische Made.

Schuld daran war der Pflaumenwickler – einer der häufigsten Schädlinge an Zwetschgen und Pflaumen.

Wirklich geholfen hat bei uns erst die Kombination mehrerer Maßnahmen. Und vor allem: Geduld. Denn bis wir den Befall dauerhaft im Griff hatten, vergingen mehrere Jahre. Heute finden wir nur noch vereinzelt befallene Zwetschgen.

In diesem Artikel zeigen wir dir, woran du den Pflaumenwickler erkennst, welche Fehler viele Hobbygärtner machen und welche Maßnahmen bei uns am besten geholfen haben, den Pflaumenwicklerbefall zu reduzieren.

Was ist der Pflaumenwickler und woran erkennt man ihn?

Der Pflaumenwickler ist ein kleiner nachtaktiver Falter, dessen Raupen Zwetschgen, Pflaumen und teilweise auch andere Steinobstarten befallen. Der eigentliche Schaden entsteht dabei nicht durch den Falter selbst, sondern durch die Larven. Sie bohren sich direkt in die Früchte und fressen sich bis zum Stein vor.

Besonders häufig betroffen sind übrigens mittelspäte und späte Sorten. Bei uns war vor allem die Zwetschge ‘Presenta’ betroffen. Anfangs fiel uns nur auf, dass immer mehr Früchte vorzeitig vom Baum fielen. Erst beim Aufschneiden wurde klar: Viele Zwetschgen waren bereits vom Pflaumenwickler befallen.

Vorzeitiger Fruchtfall

Eines der ersten Anzeichen sind Zwetschgen, die bereits im Frühsommer vom Baum fallen. Auf den ersten Blick wirkt das oft wie normaler Fruchtfall. Genau deshalb haben wir den Pflaumenwickler anfangs gar nicht direkt erkannt.

Schaut man genauer hin, entdeckt man häufig kleine Einbohrlöcher an den Früchten. Typisch ist außerdem ein klarer oder leicht bernsteinfarbener Harztropfen an der beschädigten Stelle. Genau daran konnten wir den Befall bereits vor dem Aufschneiden der Früchte erkennen.

Wurmige Zwetschgen und braunes Fruchtfleisch

Wirklich sichtbar wird der Schaden erst im Inneren der Früchte. Beim Aufschneiden entdeckt man die Raupe samt Fraßgängen und braunen Stellen rund um den Stein. Genau diese Larven werden umgangssprachlich oft auch als Pflaumenmaden bezeichnet. Durch die Fraßstellen dringen zudem häufig Pilze und Fäulniserreger in die Früchte ein, wodurch die Zwetschgen schnell weich oder faulig werden.

Schadbild des Pflaumenwicklers

  • eine kleine rötliche Raupe direkt am Stein,
  • braunes oder bereits fauliges Fruchtfleisch,
  • feine Fraßgänge,
  • sowie dunkle Kotkrümel im Inneren der Frucht.

Bei unserem Zwetschgenbaum waren 9 von zehn Zwetschgen betroffen. Die Früchte waren bereits faulig und im Inneren saß fast immer die typische Made. Spätestens da war klar: Dem Pflaumenwickler müssen wir den Kampf ansagen. 😅

Warum der Pflaumenwickler so hartnäckig ist

Der Pflaumenwickler verschwindet meist nicht von allein – besonders dann nicht, wenn der Befall bereits stark ist. Und Spoiler: Er ist ziemlich hartnäckig.

Das Problem beginnt bereits im Frühjahr. Zwischen Ende April und Mai schlüpfen die Falter und legen ihre Eier direkt an den jungen Früchten ab. Kurz darauf schlüpfen die Raupen und bohren sich ins Innere der Zwetschgen.

Besonders tückisch: Der Pflaumenwickler entwickelt mehrere Generationen pro Jahr. Ein Teil der Raupen überwintert, während sich aus anderen bereits im selben Sommer neue Falter entwickeln.

Genau diese späteren Generationen werden zum eigentlichen Problem. Während früh befallene Zwetschgen noch relativ klein sind und vom Baum fallen, bleiben Früchte, die später im Sommer befallen werden, häufig bis zur Ernte am Baum hängen und reifen äußerlich normal aus. Den eigentlichen Fruchtschaden bemerkt man deshalb erst beim Pflücken oder Aufschneiden der Zwetschgen.

Pflaumenwickler bekämpfen: Diese Maßnahmen haben bei uns funktioniert

Die nachfolgenden Maßnahmen haben wir getestet und funktionieren beim Pflaumenwickler am besten in Kombination. Einzelne Maßnahmen können den Befall zwar etwas reduzieren, wirklich in den Griff bekommen haben wir den Pflaumenwickler aber erst durch die Kombination mehrerer Maßnahmen.

1. Fallobst konsequent entfernen

Befallene Früchte dürfen nicht am Boden liegen bleiben, denn dort entwickelt sich die nächste Generation des Pflaumenwicklers.

Wir kontrollieren deshalb während der Saison regelmäßig den Boden unter dem Zwetschgenbaum und sammeln heruntergefallene Zwetschgen sofort ein.

Wichtig: Befallenes Obst niemals auf den Kompost werfen, denn dort entwickeln sich die Raupen weiter. Deshalb entsorgen wir alle befallenen Früchte ausschließlich über den Hausmüll.

Übrigens: Im Jahr nach unserem ersten starken Befall haben wir alle Zwetschgen vom Baum geschüttelt und entsorgt, um so den Kreislauf möglichst früh zu unterbrechen. Rückblickend war das vermutlich einer der wichtigsten Schritte, denn bereits im Folgejahr war der Befall erheblich reduziert.

2. Pheromonfallen früh aufhängen

Pheromonfallen sind wichtig, um den Pflaumenwickler-Befall zu kontrollieren und einzudämmen. Dabei handelt es sich um spezielle Fallen mit einem Sexuallockstoff, der die männlichen Falter des Pflaumenwicklers anzieht. Diese bleiben anschließend auf einer Leimfläche kleben und können keine Weibchen mehr befruchten. Dadurch lässt sich der Befallsdruck deutlich reduzieren.

Wir verwenden immer die Substral Naturen Pflaumenmaden-Falle. Dabei handelt es sich um eine klassische Pheromonfalle, die einfach in einen benachbarten Baum gehängt wird. Die Falle selbst ist wiederverwendbar, man benötigt jedes Jahr lediglich ein Nachrüst-Set mit neuem Lockstoff und frischen Leimböden.

Wir hängen die Falle immer Anfang Mai auf. Nicht temperaturabhängig, sondern bewusst als feste Routine. So vergisst man sie nicht.

Schon nach kurzer Zeit hatten wir damals rund 30 Falter in einer einzigen Falle. Spätestens da wurde uns klar, wie massiv der Befallsdruck tatsächlich war.

Trotzdem sollte man die Wirkung der Fallen nicht überschätzen. Pheromonfallen allein lösen das Problem nicht. Sie funktionieren am zuverlässigsten als Teil einer Gesamtstrategie – zusammen mit konsequent entferntem Fallobst und weiteren Maßnahmen. 💪

3. Lose Borke abbürsten

Die Raupen des Pflaumenwicklers suchen sich nach dem Befall geschützte Plätze zur Überwinterung. Besonders beliebt sind lockere Rindenstücke und kleine Spalten in der Borke.

Deshalb bürsten wir im Frühjahr die Rinde/Borke am Stamm vorsichtig mit einer Scheuerbürste ab. Dabei entfernen wir lose Rindenstücke und mögliche Gespinste, in denen die Raupen überwintern. So kann verhindert werden, dass sich daraus eine neue Generation entwickelt.

4. Nützlinge fördern

Parallel zur Bekämpfung haben wir unseren Garten naturnaher gestaltet.

Natürlich lösen Nützlinge allein keinen massiven Befall. Trotzdem glauben wir, dass ein lebendiger Garten langfristig helfen kann, das natürliche Gleichgewicht zu stabilisieren.

Zu den natürlichen Gegenspielern des Pflaumenwicklers gehören unter anderem:

Tipp: Auch Schlupfwespen können gezielt zur biologischen Bekämpfung eingesetzt werden. Sie parasitieren die Eier des Pflaumenwicklers und verhindern dadurch die Entwicklung neuer Raupen.  Meist werden sie über Kärtchen direkt im Baum ausgebracht.

5. Geduld haben

Das ist vermutlich der wichtigste Punkt überhaupt. Bei starkem Befall braucht man Geduld. Bei uns dauerte es Jahre, bis wir den Pflaumenwickler wirklich im Griff hatten.

Die größten Fortschritte haben sich nach etwa zwei Jahren gezeigt. Nach ungefähr vier Jahren war der Befall schließlich so weit reduziert, dass nur noch vereinzelt Früchte betroffen waren. Ganz verschwinden wird der Pflaumenwickler vermutlich nie.

Unsere Routine gegen den Pflaumenwickler

Inzwischen haben wir jedes Jahr denselben Ablauf:

  • Frühjahr: Rinde abbürsten
  • Anfang Mai: Pheromonfallen aufhängen
  • Sommer: Fallobst regelmäßig einsammeln
  • Erntezeit: Auffällige Früchte sofort entsorgen

Der Aufwand hält sich inzwischen in Grenzen – vor allem im Vergleich zu den Jahren mit massivem Befall.

Häufige Fragen zum Pflaumenwickler

Wann fliegt der Pflaumenwickler?

Die ersten Falter des Pflaumenwicklers fliegen zwischen Ende April und Mai. Je nach Witterung können sich bis in den Spätsommer hinein mehrere Generationen entwickeln. Genau deshalb sollte man früh mit den Maßnahmen beginnen.

Helfen Pheromonfallen gegen den Pflaumenwickler wirklich?

Ja, Pheromonfallen können den Befallsdruck deutlich reduzieren. Die Fallen locken die männlichen Falter an, sodass weniger Weibchen befruchtet werden. Allein lösen Pheromonfallen das Problem jedoch nicht. Am zuverlässigsten funktionieren sie in Kombination mit weiteren Maßnahmen wie dem konsequenten Entfernen von Fallobst.

Warum fallen Zwetschgen früh vom Baum?

Frühzeitiger Fruchtfall ist ein typisches Anzeichen für den Pflaumenwickler. Die Raupen bohren sich in die jungen Früchte, wodurch diese häufig bereits im Frühsommer vom Baum fallen. Viele halten das zunächst fälschlicherweise für normalen Fruchtfall.

Kann man befallene Zwetschgen noch essen?

Leicht befallene Zwetschgen sind grundsätzlich nicht giftig. Viele Früchte werden durch den Befall jedoch schnell weich, faulig oder von Pilzen befallen. Stark beschädigte oder faulige Früchte sollten deshalb nicht mehr gegessen werden.

Wann sollte man Pheromonfallen gegen den Pflaumenwickler aufhängen?

Pheromonfallen sollten möglichst früh aufgehängt werden – idealerweise bereits Anfang Mai. So lassen sich die ersten Falter direkt abfangen, bevor sich der Befall im Garten weiter ausbreitet.

Wie überwintert der Pflaumenwickler?

Die Raupen des Pflaumenwicklers überwintern häufig unter loser Borke, in Rindenspalten oder in liegen gebliebenem Fallobst. Im nächsten Frühjahr schlüpfen daraus neue Falter und der Kreislauf beginnt erneut.

Was hilft gegen Maden in Zwetschgen?

Maden in Zwetschgen stammen meist vom Pflaumenwickler. Besonders wichtig sind eine frühe Kontrolle des Befalls, das konsequente Entfernen von Fallobst sowie Pheromonfallen zur Reduzierung der Falter. Einzelmaßnahmen reichen häufig nicht aus – entscheidend ist die Kombination mehrerer Maßnahmen.

Warum sind besonders späte Zwetschgensorten betroffen?

Mittelspäte und späte Zwetschgensorten gelten als besonders anfällig für den Pflaumenwickler. Der Grund: Spätere Generationen der Raupen sind genau dann aktiv, wenn die Früchte ausreifen.

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