Im Klassenzimmer fallen jeden Tag Papier, Verpackungen, Obstschalen und Restmüll an. Vieles davon kann verwertet werden – aber nur, wenn es richtig getrennt wird. Noch besser ist es, Abfall gar nicht erst entstehen zu lassen.
In dieser BNE-Einheit beschäftigen sich Kinder der Klassen 3 und 4 damit, wie Abfälle richtig entsorgt, Gegenstände länger genutzt und Müll im Schulalltag vermieden werden können.

Hinweis: Da Tonnenfarben und Sammelsysteme regional abweichen können, sollten die örtlichen Regeln vor der Einheit kurz geprüft werden.
Unterrichtsmaterial auf einen Blick
- Zielgruppe: Grundschule, Klasse 3–4
- Dauer: 60–90 Minuten
- Lernort: Klassenraum, Schulgebäude und Schulhof
- Jahreszeit: ganzjährig
- Sozialform: Einzelarbeit, Partnerarbeit, Kleingruppenarbeit und Unterrichtsgespräch
- Material: saubere Beispielverpackungen, Sammelbehälter oder Bildkarten, Arbeitsblätter und Stifte
- Themenbereich: Abfall, Recycling, Konsum und Ressourcenschutz
- BNE-Bezug: Konsumentscheidungen untersuchen, Abfall vermeiden und gemeinsam umsetzbare Verbesserungen für den Schulalltag entwickeln
Warum eignet sich Mülltrennung für den Sachunterricht?
Müll fällt im Schulalltag täglich an und bietet zahlreiche Anknüpfungspunkte für den Sachunterricht. Die Kinder lernen, verschiedene Abfallarten zu unterscheiden, Materialien zuzuordnen und die richtige Entsorgung zu begründen. Dabei erfahren sie auch, dass nicht jeder Gegenstand aus Kunststoff in die Gelbe Tonne oder den Gelben Sack gehört.
Leitfrage:
Wie können wir in der Schule weniger Müll verursachen und den übrigen Abfall so trennen, dass wertvolle Rohstoffe erneut genutzt werden können?
Was gehört wohin?
Papier und Pappe, Bioabfall, Restmüll, Glas und Leichtverpackungen werden getrennt gesammelt, weil sie unterschiedlich entsorgt und verwertet werden. In welche Tonne ein Abfall gehört, hängt vor allem vom Material, der Art des Abfalls und den örtlichen Sammelregeln ab.
In die Gelbe Tonne oder den Gelben Sack gehören leere Verpackungen, die nicht aus Papier, Pappe oder Glas bestehen. Sie müssen nicht ausgespült, aber vollständig entleert sein. Spielzeug, Zahnbürsten oder kaputte Kunststoffgegenstände sind dagegen keine Verpackungen und gehören nicht automatisch dort hinein. Altglas wird nach Farben getrennt. Batterien, Elektrogeräte und schadstoffhaltige Abfälle kommen zu Sammelstellen.

Müll vermeiden kommt vor Mülltrennen
Recycling ist wichtig, benötigt aber ebenfalls Energie und Rohstoffe. Deshalb beginnt ein nachhaltiger Umgang mit Abfall schon vor dem Wegwerfen: eine Trinkflasche und Brotdose mehrfach verwenden, Papier beidseitig beschreiben, Dinge reparieren, ausleihen, tauschen oder für andere Zwecke weiterverwenden.
Abfälle, die dennoch entstehen, sollten richtig getrennt und entsorgt werden.

Lernziele der Unterrichtseinheit
- alltägliche Abfälle passenden Sammelbehältern zuordnen und die Entscheidung begründen
- zwischen Verpackung und Gegenstand unterscheiden und regionale Unterschiede erkennen
- Abfallvermeidung, Wiederverwendung und Recycling miteinander vergleichen
- den eigenen Schulalltag untersuchen und eine realistische Verbesserungsmaßnahme planen
Die Arbeitsblätter im Überblick
Arbeitsblatt 1: Was gehört in welche Tonne?
Die Kinder ordnen typische Abfälle aus Schule und Haushalt den passenden Sammelbehältern zu. Schwierige Beispiele regen dazu an, Material und örtliche Regeln genauer zu prüfen.
Arbeitsblatt 2: Vermeiden, wiederverwenden oder entsorgen?
Anhand kurzer Alltagssituationen entscheiden die Kinder, ob Abfall vermieden, ein Gegenstand erneut genutzt oder ein Material getrennt entsorgt werden sollte. Mehrere Handlungswege werden verglichen und begründet.
Arbeitsblatt 3: Unser Müll-Check
Die Klasse untersucht, wo und wodurch in Schule oder Schulhof Abfall entsteht. Anschließend entwickelt sie eine konkrete Verbesserung, legt Zuständigkeiten fest und überlegt, woran sich der Erfolg erkennen lässt.
Vorschlag für den Unterrichtsablauf
Einstieg: Was steckt in unserem Abfalleimer?
Zeige eine Auswahl sauberer, vorbereiteter Abfälle oder passende Bildkarten. Die Kinder sortieren spontan und markieren Fälle, bei denen sie unsicher sind. Unterschiedliche Vermutungen bilden den Ausgangspunkt für die gemeinsame Recherche.
Erarbeitung: Sortieren und Entscheidungen begründen
Mit den ersten beiden Arbeitsblättern prüfen die Kinder Material, Verpackungsart und Wiederverwendungsmöglichkeiten. Die Lösungen werden nicht nur verglichen, sondern mit einer kurzen Begründung versehen. Regionale Vorgaben lassen sich über den Abfallkalender oder die Website der Kommune ergänzen.
Anwendung und Reflexion
Kleingruppen führen den Müll-Check durch und wählen anschließend eine Maßnahme aus, die im Schulalltag tatsächlich umsetzbar ist. Sie halten fest, wer beteiligt werden muss und wie überprüft werden kann, ob die Maßnahme wirkt.

So lässt sich die Einheit auf 45 Minuten kürzen
Nach einem fünfminütigen Einstieg bearbeiten die Kinder in Partnerarbeit eine kompakte Sortieraufgabe. Ein strittiger Fall wird gemeinsam geklärt. Zum Abschluss einigt sich die Klasse auf eine leicht umsetzbare Maßnahme, etwa beidseitig genutztes Schmierpapier oder wiederverwendbare Brotdosen.
Differenzierung
Bildkarten, deutlich beschriftete Sammelbehälter und ein reduzierter Wortschatz erleichtern den Einstieg. Schnellere Lerngruppen bearbeiten knifflige Fälle, vergleichen Verpackungen mit Gegenständen aus demselben Material oder prüfen die örtlichen Sammelregeln. Offene Begründungsaufgaben ermöglichen unterschiedliche sprachliche Niveaus.

BNE-Bezug: Vom Wegwerfen zum Weiterdenken
Die Kinder erkennen, dass Abfall mit Konsum, Rohstoffverbrauch und gemeinsamen Regeln zusammenhängt. Sie bewerten nicht nur, wie etwas entsorgt wird, sondern fragen auch, ob es überhaupt gebraucht, länger genutzt oder anders beschafft werden kann. Mit dem Müll-Check entwickeln sie eine eigene Maßnahme, stimmen sie mit anderen ab und überprüfen ihre Wirkung.
Arbeitsblätter zum Herunterladen
Die drei Arbeitsblätter können einzeln eingesetzt oder zu einer vollständigen Unterrichtseinheit verbunden werden.
Was gehört in welche Tonne?
Arbeitsblatt zum Sortieren und Begründen typischer Abfälle aus Schule und Alltag.
Umfang: 2-seitiges Arbeitsblatt (PDF)

Vermeiden, wiederverwenden oder entsorgen?
Arbeitsblatt zu Abfallvermeidung, Wiederverwendung und richtiger Entsorgung.
Umfang: 2-seitiges Arbeitsblatt (PDF)

Unser Müll-Check
Arbeitsblatt zur Untersuchung des eigenen Schulalltags und zur Planung einer umsetzbaren Verbesserung.
Umfang: 3-seitiges Arbeitsblatt (PDF)

Kostenloses Bildmaterial für Unterricht und Bildungsarbeit
Die Illustrationen zum Thema Mülltrennung können im Unterricht, für eigene Arbeitsblätter und für Präsentationen verwendet werden.
Bitte gib BioGartenLiving.de als Quelle an. Der Verkauf oder die Weitergabe der Bilddateien ist nicht erlaubt.






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