Küchenabfälle direkt im Beet kompostieren und dabei gleichzeitig den Boden verbessern? Genau das steckt hinter dem aktuellen Trend rund um sogenannte Wurmvasen.
Die Idee ist simpel: Organische Küchenreste landen nicht im Biomüll oder auf dem klassischen Kompost, sondern direkt im Beet. Dort werden sie von Kompostwürmern verarbeitet und in nährstoffreichen Wurmhumus umgewandelt – genau dort, wo deine Pflanzen die Nährstoffe benötigen.
Es gibt mittlerweile richtig gute fertige Wurmvasen aus Keramik oder Kunststoff zu kaufen, von denen wir dir in diesem Artikel auch einige empfehlen. Wer allerdings bereits einen 3D-Drucker besitzt und Lust auf eine eigene DIY-Lösung hat, ist hier genau richtig.
Deshalb haben wir eine eigene Wurmvase konstruiert und stellen dir die passenden Druckdateien in diesem Artikel kostenlos zum Download zur Verfügung.
Was ist eine Wurmvase?
Eine Wurmvase ist ein kleiner Beetkomposter, der direkt in die Erde eingesetzt wird. Über seitliche Öffnungen wandern Kompostwürmer zwischen Beet und Komposter hin und her.

Du gibst Küchenabfälle hinein, die Würmer zersetzen das Material und verteilen dabei wertvollen Wurmhumus im umliegenden Boden.
Das Besondere daran: Die Nährstoffe entstehen direkt an den Pflanzenwurzeln.
Im Gegensatz zu klassischem Kompost muss also nichts umgeschichtet werden, die Würmer übernehmen die Arbeit direkt im Beet.
Besonders spannend finden wir dabei den natürlichen Kreislaufgedanken:
- Küchenreste werden zu Dünger
- Würmer lockern den Boden
- Mikroorganismen vermehren sich
- Pflanzen profitieren direkt davon
Gerade in Hochbeeten, Pflanzkübeln oder Gewächshäusern finden wir das besonders spannend, weil es sich dabei oft um geschlossene Systeme handelt, die regelmäßig mit Nährstoffen versorgt werden müssen.
Warum wir unsere eigene Wurmvase gebaut haben
Wir nutzen bereits seit längerer Zeit eine klassische Wurmkiste und sind davon wirklich begeistert. Erstaunlich, wie schnell Kompostwürmer Küchenabfälle zersetzen und daraus hochwertigen Humus produzieren.
Allerdings hatten wir oft deutlich mehr Küchenreste, als wir in die Wurmkiste geben konnten.
Gleichzeitig fanden wir die Idee spannend, organische Reste direkt im Beet zu kompostieren. Also wollten wir ausprobieren, ob sich eine langlebige DIY-Lösung mit dem 3D-Drucker umsetzen lässt.
Außerdem macht genau das den Reiz am 3D-Druck aus: eigene Ideen entwickeln, anpassen und direkt testen.
Unsere 3D-gedruckte Wurmvase: Details
Unsere DIY-Wurmvase besteht aus zwei Teilen:
- dem eigentlichen Komposter
- einem passenden Deckel mit Griff

Die wichtigsten Daten:
- Außendurchmesser: 17,5 cm
- Höhe inklusive Deckel: ca. 19 cm
- Wandstärke:
- 10 mm Standardversion
- 5 mm Lite-Version
- Material: PETG
- Druckzeit:
- ca. 13 Stunden (Standardversion)
- ca. 6,5 Stunden (Lite-Version)
Die 5-mm-Version reicht aus unserer Sicht bereits völlig aus und spart gleichzeitig viel Druckzeit sowie Material. Die Bilder in diesem Artikel zeigen allerdings die stabilere 10-mm-Version.
Unsere Vase wird fast vollständig eingegraben. Nur etwa 2 cm des oberen Randes bleiben sichtbar, damit sich der Deckel bequem öffnen und schließen lässt.
Im Boden befindet sich zusätzlich eine Öffnung mit seitlichem Spalt, damit Feuchtigkeit und Bodenorganismen direkten Kontakt zum Erdreich haben und überschüssiges Wasser gut ablaufen kann.

Die Öffnungen für die Würmer
Im unteren Bereich der Wurmvase sitzen gleichmäßig verteilte rechteckige Öffnungen mit 40 × 8 mm.
Warum hat der Beetkomposter so viele Öffnungen?
- Würmer können so problemlos ein- und auswandern
- Überschüssige Feuchtigkeit wird ins Beet abgeleitet.
- Mikroorganismen verteilen sich im umliegenden Boden
- Die Küchenreste werden schneller umgesetzt


Warum wir PETG verwendet haben
Im Internet sieht man häufig DIY-Wurmvasen aus Abflussrohren oder anderen Kunststoffbehältern aus dem Baumarkt. Das funktioniert grundsätzlich, allerdings entstehen dabei oft unsaubere Bohrkanten oder scharfkantige Öffnungen.
Mit dem 3D-Druck konnten wir die Wurmvase dagegen exakt an unsere Anforderungen anpassen – inklusive sauberer, glatter und möglichst wurmfreundlicher Öffnungen.
Als Material haben wir uns für PETG entschieden.
PETG eignet sich aus unserer Sicht besonders gut für Gartenprojekte, weil es:
- wetterbeständig ist
- relativ temperaturstabil bleibt
- deutlich robuster als PLA ist
- und sich gut für langfristige Outdoor-Projekte eignet
Wir empfehlen außerdem helle Filamentfarben, da sich dunkle Materialien im Sommer deutlich stärker aufheizen können. Gedruckt haben wir übrigens mit PETG-Filament von SUNLU, mit dem wir bisher ausgezeichnete Erfahrungen gemacht haben. Gerade Preis-Leistung finden wir dabei wirklich top.
Wie kritisch ist das Thema Mikroplastik?
Plastik im Beet sollte man grundsätzlich möglichst vermeiden – gerade im Gemüsebeet. Auch das Thema Mikroplastik ist aus unserer Sicht absolut berechtigt und nichts, das man einfach ignorieren sollte.
Bei dickwandigen PETG-Drucken sehen wir das Risiko allerdings als gering, vor allem da unsere Wurmvase sehr robust konstruiert ist und keiner mechanischen Belastung ausgesetzt wird.
Wichtig ist aus unserer Sicht vor allem, die Wurmvase regelmäßig zu kontrollieren. Sobald Materialermüdung, Risse oder spröde Stellen sichtbar werden, sollte sie aus dem Beet entfernt und ersetzt werden.
Warum wir uns gegen Ton entschieden haben
Ton ist grundsätzlich ein tolles Material für Wurmvasen. Hochwertige Komposter aus Keramik sehen toll aus und funktionieren auch super.
Das Problem: Selbsttrocknender Ton hält dem dauerhaft feuchten Erdreich nicht lange stand. Wirklich robust und wetterfest wird eine Wurmvase aus Ton erst, wenn das Material gebrannt wird – und genau das ist im Rahmen eines DIY-Projekts schwierig umzusetzen.
Mit dem 3D-Druck konnten wir dagegen:
- die Größe flexibel anpassen
- Wandstärken testen
- Öffnungen exakt planen
- das Design skalieren
- eigene Ideen direkt umsetzen
Gerade diese Flexibilität gefällt uns am 3D-Druck extrem gut.
Wurmvase kaufen statt selber drucken
Wenn du keinen 3D-Drucker besitzt oder lieber direkt mit einem fertigen System starten möchtest, findest du mittlerweile auch richtig gute Wurmvasen zum Kaufen.
Besonders spannend finden wir die Modelle von wurmkiste.at. Dort gibt es sowohl hochwertige Wurmvasen aus gebranntem Ton als auch Varianten aus teilweise recyceltem Kunststoff.
Die Ton-Version ist komplett plastikfrei. Die Kunststoff-Variante ist dafür leichter und etwas günstiger. Beide Systeme sind speziell für die Beetkompostierung entwickelt worden und kommen direkt einsatzbereit zu dir nach Hause.


Wurmvase einsetzen – so funktioniert’s
Das Einsetzen der Wurmvase ist unkompliziert und dauert nur wenige Minuten.
Zuerst graben wir ein passendes Loch im Beet, Hochbeet oder Pflanzkübel. Die Wurmvase wird anschließend so eingesetzt, dass der Großteil im Erdreich verschwindet. Oben sollten etwa 1–2 cm sichtbar bleiben, damit sich der Deckel später gut öffnen und schließen lässt.


Danach wird die Erde seitlich wieder angefüllt und leicht angedrückt. Wichtig ist, dass die Öffnungen im unteren Bereich direkten Kontakt zur Erde haben. So können die Kompostwürmer später problemlos zwischen Beet und Wurmkomposter wandern.

Jetzt können bereits die ersten Küchenabfälle eingefüllt werden. Zum Start geben wir zusätzlich eine große Handvoll Kompostwürmer aus unserer bestehenden Wurmkiste hinein.

Zum Schluss einfach den Deckel aufsetzen – fertig.


Welche Würmer eignen sich?
Besonders gut eignen sich klassische Kompostwürmer wie:
- Eisenia fetida
- Eisenia andrei

Tipp: Für einen besonders schnellen Start kannst du auch direkt Kompostwürmer kaufen und anschließend auf mehrere Wurmvasen verteilen.
Normale Regenwürmer aus dem Garten sind dagegen weniger geeignet. Viele Arten leben tiefer im Boden und sind nicht darauf spezialisiert, größere Mengen frischer Küchenabfälle schnell zu zersetzen.
Welche Abfälle dürfen in die Wurmvase?
In die Wurmvase kommen vor allem rohe und möglichst feuchte Küchenabfälle.
Gut geeignet sind zum Beispiel:
- Obst- und Gemüsereste
- Salatblätter
- Pflanzenreste
- pulverisierte Eierschalen
- Kaffeesatz
- Tee
- kleine Mengen Zeitungspapier oder unbedruckter Karton
Gerade Karton und Papier sind wichtig, weil Kompostwürmer die enthaltenen Fasern benötigen. Insgesamt sollten solche trockenen Materialien ungefähr 20 % der Futtermenge ausmachen.

Teebeutel kannst du ebenfalls verwenden – allerdings nur, wenn sie frei von Mikroplastik sind.
Was sollte nicht in die Wurmvase?
Einige Dinge gehören dagegen besser nicht in die Wurmvase, weil sie entweder sehr langsam verrotten, unangenehme Gerüche verursachen oder den Würmern schaden können.
Dazu zählen:
- Fleisch und Wurst
- Milchprodukte
- gekochte Speisen
- stark gewürztes oder salziges Essen
- Brot und größere Mengen Getreideprodukte
- Knochen
- Hochglanzpapier
- Katzenstreu
- Fäkalien
Auch stark verholzte Pflanzenreste oder größere Mengen Zitrusfrüchte würden wir eher vermeiden.
Grundsätzlich gilt: Lieber regelmäßig kleine Mengen füttern und beobachten, wie schnell die Würmer das Material umsetzen.
Unsere ersten Erfahrungen mit der DIY-Wurmvase
Die Wurmvase ist bei uns noch relativ neu im Einsatz. Langzeiterfahrungen sammeln wir deshalb aktuell noch direkt im Beet.
Mit unserer Wurmkiste haben wir dagegen bereits sehr gute Erfahrungen gemacht.
Besonders spannend finden wir dabei:
- wie schnell Würmer Küchenreste zersetzen
- wie locker der fertige Wurmhumus wird
- dass kaum Gerüche entstehen
- wie aktiv das Bodenleben plötzlich wird
Genau diese Vorteile wollen wir jetzt direkt ins Beet übertragen.
Wir halten dich natürlich auf dem Laufenden, wie sich die Wurmvase langfristig entwickelt.
Probleme beim Drucken mit PETG
In der Vergangenheit haben wir fast ausschließlich mit PLA gedruckt und dabei kaum Probleme gehabt. PETG kam bei uns dagegen eher selten zum Einsatz.
Bei diesem Projekt hatten wir dann plötzlich richtig Schwierigkeiten.
Der Drucker begann nach kurzer Zeit stark Fäden zu ziehen, das Filament haftete teilweise schlecht und mehrere Drucke mussten wir komplett abbrechen. Anfangs dachten wir noch an falsche Einstellungen oder Probleme mit dem Drucker selbst.

Nach etwas Recherche hat uns Google dann aber ziemlich schnell auf die eigentliche Ursache gebracht: Das PETG-Filament war schlicht zu feucht.
Das Problem kannten wir als 3D-Druck-Neulinge zwar grundsätzlich, hatten es aber offen gestanden etwas verdrängt, weil vorher immer alles problemlos funktioniert hatte.
Zum Test haben wir das Filament anschließend bei etwa 50 Grad über Nacht in den Backofen gelegt – und plötzlich war das Druckbild perfekt.
Wir nutzen inzwischen den Polymaker Polydryer und sind damit bisher super zufrieden. Besonders praktisch finden wir das modulare System: Die Filamente werden direkt in passenden Boxen gelagert, die sich anschließend mit dem Trockner verbinden lassen.

Druckeinstellungen & kostenloser Download der Druckdateien
Die Wurmvase lässt sich auch auf kleinen 3D-Drucken wie dem Bambu Lab A1 Mini drucken.
Wichtig:
- Supports aktivieren
- PETG trocken lagern

Die 5-mm-Version ist aus unserer Sicht bereits stabil genug für den Einsatz im Beet. Die 10-mm-Version ist natürlich robuster, wir würden sie wegen der deutlich längeren Druckzeit und des höheren Materialverbrauchs aber eher nicht empfehlen.
Kostenloser Download der Step- & STL-Dateien
Die STL- und STEP-Dateien stellen wir dir kostenlos für private Projekte zur Verfügung.

Enthalten sind:
- Standardversion mit 10 mm Wandstärke
- Lite-Version mit 5 mm
- passender Deckel
Häufige Fragen zur Wurmvase
Die 10-mm-Version ist besonders stabil. Für die meisten Anwendungen dürfte die 5-mm-Version aber bereits völlig ausreichen.
Ja. Die Vase eignet sich nicht nur für Hochbeete, sondern auch für Gemüsebeete, Gewächshäuser oder große Pflanzkübel.
PLA wird im Außenbereich langfristig spröde. PETG ist deutlich wetterbeständiger und besser für dauerhafte Outdoor-Projekte geeignet.
Bei richtiger Nutzung normalerweise nicht. Wichtig ist, keine gekochten Speisen, Fleisch oder Milchprodukte einzufüllen.
Kompostwürmer ziehen sich im Winter in tiefere und frostfreie Erdschichten zurück und überstehen dort die kalte Jahreszeit.





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