10 faszinierende Fakten über Florfliegen – Blattlauslöwen im Garten

Zuletzt aktualisiert: 15. August 2026

Florfliegen wirken mit ihren durchsichtigen, fein geäderten Flügeln und den metallisch glänzenden Augen beinahe zerbrechlich. Hinter dem zarten Erscheinungsbild verbirgt sich jedoch einer der wirkungsvollsten Nützlinge im Garten. Vor allem die Larven machen Jagd auf Blattläuse, Spinnmilben und andere kleine Pflanzensauger.

Dabei können Florfliegen noch viel mehr: Sie legen ihre Eier auf dünne Stiele, verständigen sich über Vibrationen und reagieren sogar auf die Ultraschallrufe jagender Fledermäuse. Hier kommen zehn faszinierende Fakten über Florfliegen und ihre räuberischen Larven.

1. Florfliegen verdanken ihren Namen ihren zarten Netzflügeln

Florfliegen gehören zu den Netzflüglern. Ihre beiden Flügelpaare sind von einem dichten Geflecht feiner Adern durchzogen. Wenn die Tiere ruhen, legen sie die durchsichtigen Flügel dachförmig über dem Hinterleib zusammen. Das Wort „Flor“ bezeichnet ein feines, zartes und durchsichtiges Gewebe – eine passende Beschreibung für die filigranen Flügel.

Weltweit sind rund 2000 Florfliegenarten bekannt, in Deutschland kommen etwa 35 Arten vor. Zu den bekanntesten gehört die Gemeine Florfliege. Sie wird 10 bis 15 Millimeter lang und erreicht mit ausgebreiteten Flügeln eine Spannweite von bis zu etwa drei Zentimetern.

2. Ihre glänzenden Augen brachten ihnen den Namen Goldauge ein

Wer eine Florfliege aus der Nähe betrachtet, erkennt ihre auffällig großen Facettenaugen. Je nach Lichteinfall glänzen sie goldfarben, kupferrot oder bronzefarben. Deshalb werden Florfliegen umgangssprachlich auch Goldaugen genannt.

Trotz der großen Augen spielen bei der Orientierung auch die langen, fadenförmigen Fühler eine wichtige Rolle. Mit ihnen nehmen die Tiere Berührungen und chemische Reize aus ihrer Umgebung wahr. Die Fühler können fast so lang werden wie der Körper der Florfliege.

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3. Die Larven werden nicht ohne Grund Blattlauslöwen genannt

Die erwachsene Florfliege sieht friedlich aus – ihre Larve ist dagegen ein spezialisierter Räuber. Mit ihren kräftigen, zangenförmigen Mundwerkzeugen packt die Larve ihre Beute. Mit ihren kräftigen Saugzangen packt die Larve ihre Beute und gibt Verdauungssekret in deren Körper ab. Dadurch verflüssigt sich das Gewebe, sodass die Larve ihre Beute anschließend aussaugen kann.

Während ihrer Entwicklung kann eine einzige Larve mehrere hundert Blattläuse erbeuten. Auch Spinnmilben, Thripse, Wollläuse, kleine Raupen und Insekteneier stehen auf ihrem Speiseplan. Daher trägt sie den treffenden Beinamen „Blattlauslöwe“.

Wie erstaunlich die vermeintlichen Pflanzenschädlinge selbst sind, erfährst du in unseren zehn Fakten über Blattläuse.

4. Florfliegeneier stehen auf winzigen Stielen

Florfliegen legen ihre Eier nicht unmittelbar auf der Blattoberfläche ab. Das Weibchen setzt zunächst einen Tropfen Sekret auf das Blatt und zieht ihn mit dem Hinterleib zu einem dünnen Stiel aus. An dessen Spitze legt es ein einzelnes Ei ab. Je nach Art sind diese Eistiele nur wenige Millimeter lang.

Die Eier befinden sich häufig in der Nähe von Blattlauskolonien. Dadurch finden die frisch geschlüpften Larven schnell ihre erste Nahrung. Warum die Eier auf Stielen sitzen, ist nicht für alle Florfliegenarten abschließend geklärt. Die erhöhte Position kann sie für manche Fressfeinde schwerer erreichbar machen und hält sie auf Abstand zur Blattoberfläche und zu benachbarten Eiern. Einen vollständigen Schutz bietet sie jedoch nicht: Bei Nahrungsmangel können Florfliegenlarven auch Eier oder andere Larven fressen.

5. Manche Larven tarnen sich mit den Überresten ihrer Beute

Die Larven einiger Florfliegenarten sammeln kleine Pflanzenteile und die leeren Hüllen ausgesaugter Beutetiere. Mithilfe ihrer Rückenborsten befestigen sie das Material wie ein Tarnkleid auf ihrem Körper. Dadurch ist die Form der Larve schwerer zu erkennen und sie fällt möglichen Fressfeinden weniger schnell auf.

Bei bestimmten Florfliegenarten dienen die mitgeführten Blattlaushüllen auch als chemische Tarnung. Dadurch werden die Larven von den Ameisen seltener angegriffen und können sich leichter in der Blattlauskolonie bewegen.

6. Ausgewachsene Florfliegen leben häufig vegetarisch

Nach dem Larvenstadium spinnt sich das Tier in einen kleinen, fast kugelrunden Kokon ein. Aus der Puppe schlüpft schließlich die geflügelte Florfliege. Bei vielen Arten ändert sich damit auch der Speiseplan grundlegend.

Während die Larven räuberisch leben, ernähren sich die erwachsenen Tiere vieler Arten vor allem von , und Honigtau. Einige Florfliegenarten jagen aber auch als erwachsene Tiere kleine Insekten. Blütenreiche Gärten versorgen die ausgewachsenen Nützlinge mit Energie und erhöhen die Chance, dass sie ihre Eier in der Nähe von Blattlauskolonien ablegen.

7. Florfliegen verständigen sich über Schwingungen

Für uns bleibt ihre Unterhaltung unhörbar: Paarungsbereite Florfliegen bewegen ihren Hinterleib rhythmisch und übertragen dadurch feine Schwingungen auf das Blatt oder den Pflanzenstängel, auf dem sie sitzen. Ein möglicher Partner antwortet mit einem passenden Vibrationsmuster.

Diese Signale unterscheiden sich je nach Art. Das ist besonders wichtig, weil sich manche Florfliegen äußerlich so stark ähneln, dass selbst Fachleute sie kaum allein anhand ihres Aussehens auseinanderhalten können. Der artspezifische „Vibrationsgesang“ hilft den Tieren, den richtigen Partner zu finden.

8. Mit einem Absturz entkommen sie jagenden Fledermäusen

Florfliegen sind überwiegend in der Dämmerung und nachts unterwegs. Damit fallen ihre Flugzeiten genau in die Jagdzeit vieler Fledermäuse. Erwachsene Florfliegen können die Ultraschallrufe der nächtlichen Jäger wahrnehmen. Registrieren sie ein entsprechendes Signal, legen sie ihre Flügel an den Körper und lassen sich fallen.

Durch den plötzlichen Richtungswechsel kann die Fledermaus ihre Beute aus der akustischen Ortung verlieren. Mehr über diese besondere Form der Orientierung findest du in unseren Fakten über Fledermäuse.

9. Die Gemeine Florfliege wechselt im Winter ihre Farbe

Die Gemeine Florfliege überwintert als erwachsenes Insekt. Im Herbst verändert sich ihre sonst grüne Körperfarbe und wird leicht gelblich. Dadurch ist sie zwischen trockenem Laub und Rinde besser getarnt.

Als Winterquartier dienen geschützte Hohlräume, Baumrinden, Laub- und Heuhaufen, Schuppen, Garagen oder kühle Dachböden. Deshalb tauchen Florfliegen in der kalten Jahreszeit manchmal hinter Vorhängen oder Jalousien auf. Dort sollte man sie möglichst in Ruhe lassen oder vorsichtig in einen kühlen, frostgeschützten Raum setzen. In einem warmen Wohnzimmer verbrauchen sie ihre Energiereserven zu schnell.

10. Florfliegen werden gezielt als Nützlinge eingesetzt

Weil ihre Larven so zuverlässig kleine Pflanzenschädlinge erbeuten, werden Florfliegen professionell gezüchtet. Vor allem in Gewächshäusern kommen Eier oder Larven zur biologischen Schädlingsbekämpfung zum Einsatz. So lassen sich Blattläuse und andere Pflanzensauger eindämmen, ohne breit wirkende Insektizide einzusetzen.

Im ist es meist sinnvoller, vorhandene Florfliegen dauerhaft zu fördern. Verzichte auf Insektizide und sorge mit heimischen, ungefüllten Blüten für ein kontinuierliches Nahrungsangebot. Besonders attraktiv sind beispielsweise Dill, Fenchel, Wilde Möhre, Schafgarbe, Margerite, Kamille und Wegwarte. Hecken, Laub und geschützte Ritzen bieten Rückzugsorte.

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