Der Grasfrosch gehört zu den Amphibien, die Kinder an Teichen, in feuchten Wiesen oder zwischen Laub entdecken können. Seine braune Färbung, der dunkle Fleck hinter dem Auge und seine Entwicklung von der Kaulquappe zum Frosch bieten viele anschauliche Zugänge für den Sachunterricht.
In dieser BNE-Einheit untersuchen Kinder der Klassen 3 und 4, woran sie einen Grasfrosch erkennen, wie sich sein Nachwuchs entwickelt und weshalb Laichgewässer, Landlebensräume und sichere Wanderwege zusammengehören.
Weitere Einzelheiten zur Lebensweise findest du im Artikel „10 spannende Fakten über den Grasfrosch“.

Unterrichtsmaterial auf einen Blick
- Zielgruppe: Grundschule, Klasse 3–4
- Dauer: 60–90 Minuten
- Lernort: Klassenraum sowie optional Schulgarten, Park oder Teichumfeld
- Jahreszeit: ganzjährig; Beobachtungen besonders im zeitigen Frühjahr
- Sozialform: Einzelarbeit, Partnerarbeit, Kleingruppen und Unterrichtsgespräch
- Material: Grasfrosch-Bilder, Arbeitsblätter, Stifte und optional Lupen
- Themenbereich: Amphibien, Entwicklung, Lebensräume und Wanderung
- BNE-Bezug: Zusammenhänge zwischen Gewässern, Landlebensräumen und sicheren Wanderwegen erkennen
Warum eignet sich der Grasfrosch für den Sachunterricht?
Am Grasfrosch kann beobachtet werden, wie eng ein Tier mit unterschiedlichen Lebensräumen verbunden ist. Er benötigt ein Gewässer für die Fortpflanzung, lebt einen großen Teil des Jahres an Land und sucht zum Überwintern geschützte Orte auf. Seine Entwicklung vom Ei über die Kaulquappe bis zum Jungfrosch macht biologische Veränderungen besonders anschaulich.
Leitfrage:
Was benötigt ein Grasfrosch, damit er sich entwickeln und sicher zwischen seinen Lebensräumen bewegen kann?
Den Grasfrosch erkennen
Anders als sein Name vermuten lässt, ist der Grasfrosch braun, beige, olivfarben oder rötlich gefärbt. Typisch sind die eher stumpfe Schnauze, die waagerechte Pupille und der dunkle Schläfenfleck hinter dem Auge. Flecken und Färbung können von Tier zu Tier deutlich variieren.
Zwischen Laub, Erde, Moos und Gräsern fällt der Grasfrosch durch seine Färbung kaum auf. Die Kinder können seine Merkmale auf Bildern zuordnen und untersuchen, wie die Tarnung in verschiedenen Umgebungen wirkt.
Vom Laich zum Frosch
Im zeitigen Frühjahr wandern Grasfrösche zu ihren Laichgewässern. Die Weibchen legen große gallertartige Laichballen mit vielen Eiern im flachen Wasser ab. Daraus schlüpfen Kaulquappen, die zunächst im Wasser leben und mit Kiemen atmen.
Während der Entwicklung wachsen zuerst die Hinterbeine und später die Vorderbeine. Der Schwanz bildet sich zurück, die Lunge übernimmt die Atmung und aus der Kaulquappe wird ein kleiner Frosch. Mit einer Bildfolge können die Kinder diese Veränderungen ordnen und beschreiben.

Mehrere Lebensräume gehören zusammen
Der Grasfrosch verbringt nicht sein ganzes Leben im Teich. Nach der Fortpflanzung hält er sich in feuchten Wiesen, Gärten oder Wäldern auf. Dort findet er Nahrung und geschützte Verstecke. Den Winter verbringt er etwa unter Laub, zwischen Wurzeln, im lockeren Boden oder am Grund eines Gewässers.
Viele Grasfrösche kehren immer wieder zu demselben Laichgewässer zurück. Auf dem Weg dorthin können Straßen, Mauern, Kellerschächte und aufgeräumte Flächen zu Hindernissen werden. Wird ein Laichgewässer beseitigt, verlieren die Grasfrösche den Ort, an dem sie ihren Laich ablegen und sich die Kaulquappen entwickeln.
Lernziele der Unterrichtseinheit
- Die Kinder erkennen typische Merkmale des Grasfroschs und beschreiben seine Tarnung.
- Sie ordnen die Entwicklungsschritte vom Laich bis zum Jungfrosch.
- Sie unterscheiden Laichgewässer, Landlebensraum und Winterquartier.
- Sie erklären, weshalb sichere Wege zwischen diesen Lebensräumen wichtig sind.
- Sie beurteilen Veränderungen in einer Landschaft und entwickeln begründete Schutzideen.
Die Arbeitsblätter im Überblick
Arbeitsblatt 1: Den Grasfrosch erkennen
Die Kinder ordnen Schläfenfleck, stumpfe Schnauze, waagerechte Pupille und kräftige Hinterbeine zu. Sie vergleichen unterschiedliche Färbungen und erklären, warum der Grasfrosch zwischen Laub, Erde und Gras gut getarnt ist.
Arbeitsblatt 2: Vom Laich zum Frosch
Die Kinder bringen Laich, Kaulquappe, Kaulquappe mit Beinen und Jungfrosch in die richtige Reihenfolge. Sie halten fest, welche Körperteile entstehen und welche sich während der Entwicklung verändern.
Arbeitsblatt 3: Sicher zum Laichgewässer
Die Kinder verfolgen den Jahresweg eines Grasfroschs zwischen Winterquartier, Landlebensraum und Laichgewässer. Sie erkennen Hindernisse und überlegen, wie Teiche und Wanderwege erhalten oder verbessert werden können.
Vorschlag für den Unterrichtsablauf
Einstieg: Ist der Grasfrosch wirklich grün?
Ein Bild eines Grasfroschs dient als Einstieg. Die Kinder beschreiben Färbung und Körpermerkmale und sammeln Vermutungen dazu, wo sich das Tier besonders gut verstecken kann.
Erarbeitung: Erkennen und Entwicklung verstehen
Mit den ersten beiden Arbeitsblättern untersuchen die Kinder die Merkmale des Grasfroschs und ordnen die Entwicklung vom Laich bis zum Jungfrosch. Die Ergebnisse werden gemeinsam verglichen.
Anwendung und Reflexion
In Kleingruppen verfolgen die Kinder auf einer Landschaftsskizze den Weg eines Grasfroschs. Sie markieren geeignete Lebensräume und Hindernisse, wählen eine sinnvolle Schutzidee und begründen ihre Entscheidung.
So lässt sich die Einheit auf 45 Minuten kürzen
Nach einem kurzen Bildeinstieg ordnet die Klasse gemeinsam die wichtigsten Merkmale zu. Partnergruppen bringen anschließend die Entwicklungsschritte in die richtige Reihenfolge und besprechen zum Abschluss, warum ein Grasfrosch sowohl Gewässer als auch geschützte Bereiche an Land benötigt.

Optionale Beobachtung im Freien
An einem Teich oder in einem feuchten Gartenbereich können die Kinder nach möglichen Grasfrosch-Lebensräumen suchen. Sie beobachten aus der Entfernung, achten auf flache Ufer, Wasserpflanzen, Laub, Verstecke und Wege zwischen Gewässer und Umgebung. Laich, Kaulquappen und Frösche bleiben im Wasser beziehungsweise an ihrem Fundort und werden nicht berührt.

Grasfrosch-Steckbrief kostenlos herunterladen
Der illustrierte Steckbrief zeigt die wichtigsten Erkennungsmerkmale des Grasfroschs und informiert über , Laichgewässer und Gefährdung. Er eignet sich zum Nachschlagen und als Ergänzung zu den Arbeitsblättern.
Differenzierung
Bildkarten und vorgegebene Begriffe unterstützen Kinder beim Zuordnen der Merkmale und Entwicklungsschritte. Fortgeschrittene Gruppen vergleichen die Ansprüche von Kaulquappe und erwachsenem Grasfrosch oder wägen mehrere Schutzideen nach Nutzen, Aufwand und möglichen Folgen ab.
BNE-Bezug: Ein Tier, mehrere Lebensräume
Laichgewässer, feuchte Landlebensräume und Winterquartiere erfüllen unterschiedliche Aufgaben. Erst wenn diese Bereiche erhalten und miteinander erreichbar sind, findet der Grasfrosch im Jahresverlauf alles, was er benötigt. Die Kinder erkennen, dass eine einzelne Maßnahme nicht isoliert betrachtet werden kann. Sie überlegen, wie Gewässer, Grünflächen und Wege so gestaltet werden können, dass Menschen sie nutzen und Amphibien sich möglichst sicher bewegen können.
Arbeitsblätter zum Herunterladen
Passend zu dieser Unterrichtseinheit haben wir drei Arbeitsblätter erstellt. Sie können einzeln eingesetzt oder zu einer vollständigen Einheit kombiniert werden.
Den Grasfrosch erkennen
Arbeitsblatt zu Körpermerkmalen, Färbung und Tarnung des Grasfroschs.
Umfang: 2-seitiges Arbeitsblatt (PDF)

Vom Laich zum Frosch
Arbeitsblatt zur Entwicklung von Laich und Kaulquappe bis zum Jungfrosch.
Umfang: 3-seitiges Arbeitsblatt (PDF)

Sicher zum Laichgewässer
Arbeitsblatt zur Amphibienwanderung, Lebensräumen, Hindernissen und Schutzmöglichkeiten.
Umfang: 3-seitiges Arbeitsblatt (PDF)

Kostenloses Bildmaterial für Unterricht und Bildungsarbeit
Die Illustrationen zum Grasfrosch können im Unterricht, für eigene Arbeitsblätter und für Präsentationen verwendet werden.
Bitte gib BioGartenLiving.de als Quelle an. Der Verkauf oder die Weitergabe der Bilddateien ist nicht erlaubt.






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