Wenn die Tage kürzer und die Temperaturen tiefer werden, stehen unsere tierischen Gartenbewohner vor besonderen Herausforderungen. Deshalb haben wir unseren Garten so gestaltet, dass er auch im Winter ein Zufluchtsort für Tiere ist.
Schon kleine Veränderungen im Garten machen einen großen Unterschied: Naturnahe Strukturen bieten Igeln, Vögeln und Insekten wertvollen Lebensraum und Nahrung.
Hast du schon mal gesehen, wie ein Rotkehlchen neugierig durch den Garten hüpft oder ein Igel 🦔 sich gemütlich in einem Laubhaufen einrollt? Solche Momente zeigen, wie wertvoll ein lebendiger Garten auch im Winter sein kann. In diesem Artikel erfährst du, wie du mit wenig Aufwand deinen Garten so gestaltest, dass Tiere darin auch im Winter passende Rückzugsorte finden.
Inhaltsverzeichnis

1. Warum Gartentiere im Winter unsere Hilfe brauchen
Im Winter wird es für viele Tiere eng: Nahrung wird knapp, Unterschlupfmöglichkeiten fehlen, und die Kälte zehrt an den Kräften. Vor allem in städtischen Gärten gibt es oft nur wenig natürlichen Schutz. Doch mit ein paar gezielten Maßnahmen kannst du bereits viel bewirken.
Wusstest du zum Beispiel, dass ein einfacher Laubhaufen zahlreichen Insekten, Igeln und anderen Kleintieren Schutz bietet? Im Frühjahr kannst du das Laub dann als Mulchschicht verwenden – eine Win-win-Situation für Tiere und Pflanzen.

2. Winterquartiere schaffen und Fütterung: Tipps für Igel, Insekten & Co.
Igel im Winter helfen
Ein geschützter Schlafplatz ist für Igel lebenswichtig. In einem ruhigen Garteneckchen gesammeltes Laub oder ein spezielles Igelhaus sind ideale Winterquartiere. Wir lassen im Herbst einfach einen Teil des Laubs liegen – und schon ist ein kleines Paradies geschaffen.
Wichtig: Kontrolliere Laub- und Holzstapel, bevor du sie bewegst, damit du keine Tiere störst.
Igel im Winter füttern
Igel füttern solltest du nur, wenn du sicher bist, dass das Tier Hilfe benötigt, beispielsweise wenn es sehr klein ist oder bei kaltem Wetter tagsüber umherirrt. Katzenfutter mit hohem Fleischanteil und Wasser (keine Milch!) ist ideal, um einem geschwächten Igel zu helfen. Auch spezielles Igelfutter aus dem Fachhandel ist eine gute Option. Wichtig ist, dass der Igel ungestört fressen kann und einen geschützten Ort zum Ausruhen hat.

Falls du dir unsicher bist, ob ein Igel ausreichend Gewicht hat, kannst du ihn vorsichtig wiegen. Igel sollten mindestens 500 Gramm auf die Waage bringen, um den Winter sicher zu überstehen. Ist das Tier leichter, kontaktiere am besten eine Wildtierhilfe, die dich beraten kann. Denk daran: Dauerhafte Fütterung sollte nur in Ausnahmefällen erfolgen – Ziel ist es, dem Tier eine Rückkehr in die freie Natur zu ermöglichen.
In unserem Artikel „Igel im Garten willkommen heißen“ zeigen wir dir, wie du deinen Garten richtig anlegst, damit Igel sich wohlfühlen.
Insekten im Winter helfen
Auch Insekten benötigen Schutz. Insektenhotels (sofern fachgerecht gebaut) eignen sich hervorragend, um Wildbienen und anderen kleinen Helfern Unterschlupf zu bieten. Du kannst sie kaufen oder selbst bauen.
Unser Tipp: Verwende natürliche Materialien wie Schilfrohre, Holz oder Ziegel. Im Artikel „Wildbienen retten: Was eine gute Nisthilfe ausmacht“ zeigen wir dir, worauf du beim Bau der Wildbienennisthilfe achten musst.
Ebenfalls solltest du verblühte Stauden stehen lassen. Diese bieten vielen Insekten über den Winter hinweg Schutz und Nahrung.

Amphibien im Winter helfen
Kröten und Frösche suchen im Winter Schutz in Erdlöchern, unter Steinen oder in dichten Laubhaufen. Besonders effektiv sind gezielte Schutzbereiche wie Totholzhaufen oder Natursteinmauern, die du in einer ruhigen Ecke des Gartens anlegen kannst. Diese bieten nicht nur Schutz vor der Kälte, sondern auch vor potenziellen Fressfeinden. Auch ein kleiner Teich, der nicht komplett zufriert, kann für Amphibien überlebenswichtig sein, da sie oft in Gewässern überwintern.

Tipp: Wenn du den Garten winterfest machst, achte darauf, keine Laub- oder Komposthaufen zu entfernen, bevor du kontrollierst, ob sich dort Amphibien befinden. Diese nutzen solche Bereiche häufig als Winterquartier.

Wichtig: Verzichte auf chemische Mittel im Garten, da diese besonders für Amphibien schädlich sind und ihre empfindliche Haut angreifen. Auch das Streuen von Salz sollte vermieden werden, da es in den Boden gelangt und Tieren schadet.

Vögel im Winter helfen
Nisthilfen spielen nicht nur während der Brutzeit eine wichtige Rolle, sondern können auch im Winter schützende Unterkünfte für viele Vogelarten bieten. Besonders Spatzen, Meisen und Stare ziehen sich gerne in saubere, geschlossene Nisthäuschen zurück, um sich vor Wind und Wetter zu schützen. Es lohnt sich, vorhandene Nisthilfen im Herbst zu reinigen und gegebenenfalls zu reparieren.

Ein kleiner Tipp: Bringe die Häuschen an windgeschützten, sonnigen Orten an, damit sie von den Vögeln akzeptiert werden. Wenn du Lust hast, selbst einen Nistkasten zu bauen – hier zeigen wir Schritt für Schritt, wie’s geht.
Vögel im Winter füttern
Vogelfütterung ist besonders im Winter eine tolle Möglichkeit, die heimische Vogelwelt zu supporten 😀. Achte darauf, hochwertige Futter-Mischungen anzubieten, die sowohl Fett als auch Samen enthalten. Unsere Kids lieben es, selbst Meisenknödel zu basteln – das macht wirklich Spaß und ist kinderleicht.

Wenn du Futterhäuschen verwendest, vergiss nicht, die Futterstellen regelmäßig zu reinigen, um Krankheiten zu vermeiden. Stelle die Futterspender nach Möglichkeit vor Regen und Schnee geschützt auf (ich weiß, das geht oft nicht 🙃). So sorgst du dafür, dass die Vögel gesund und munter durch den Winter kommen.
Biete in deinem Garten eine Trinkstelle an – im Winter ist das besonders wichtig, da viele natürliche Wasserquellen zufrieren. Vögel und andere Tiere sind dann auf frisches Wasser angewiesen. Achte darauf, dass die Schale eisfrei bleibt und wechsle das Wasser regelmäßig, am besten einmal pro Woche.
Eichhörnchen helfen im Winter
Eichhörnchen sind wahre Akrobaten und es ist beeindruckend, sie dabei zu beobachten, wie sie ihre Nahrungsvorräte für den Winter sammeln. Doch gerade in schneereichen Wintern finden sie oft nicht genug Nahrung. Du kannst ihnen helfen, indem du ein Eichhörnchen-Futterhaus mit Hasel- oder Walnüssen bereitstellst. Auch Sonnenblumenkerne und getrocknete Obststücke wie Äpfel sind eine willkommene Energiequelle.

Platziere die Futterstation an einem geschützten und gut erreichbaren Ort, am besten auf einer höheren Ebene, wo Katzen nicht hinkommen. Ein kleiner Trick: Eichhörnchen lieben es, sich aus speziellen Futterspendern ihre Nahrung selbst herauszuholen – das hält sie beschäftigt und trainiert ihre Geschicklichkeit.
Tipp: In besonders frostigen Perioden ist frisches Wasser genauso wichtig wie Futter.
3. Gefahren im Garten vermeiden
Ein tierfreundlicher Wintergarten sollte nicht nur „einladend“ sein, sondern vor allem auch Sicherheit bieten. Hier sind einige Dinge, die du beachten kannst, um potenzielle Gefahrenquellen zu minimieren:
- Giftige Pflanzen: Viele beliebte Gartenpflanzen, wie Eibe oder Oleander, sind für Tiere giftig. Informiere dich über die Pflanzen in deinem Garten und vermeide es, neue giftige Arten zu pflanzen.
- Offene Wasserstellen: Regentonnen oder andere offene Wasserquellen können für Tiere zur Gefahr werden. Decke sie gut ab, damit keine Tiere hineinfallen, oder sorge für sichere Ausstiegshilfen (Bretter, Äste, kleine Leitern etc.).
- Schneeräumung auf der Terrasse und angrenzenden Gartenflächen: Verzichte auf Streusalz, da es nicht nur die Pfoten von Tieren schädigt, sondern auch den Boden und Pflanzen belastet. Setze stattdessen auf umweltfreundliche Alternativen wie Sand oder Splitt.
- Netze und Abdeckungen: Kontrolliere regelmäßig Netze, die zum Schutz von Pflanzen genutzt werden. Tiere wie Vögel oder Igel können sich leicht darin verfangen und verletzen.
Achte darauf, deinen Garten möglichst frei von Plastikmüll zu halten, damit die Tiere keine Plastikreste verschlucken können.

4. Unsere Erfahrungen: Ein naturnaher Garten als Winter-Oase
Seit wir unseren Garten naturnah gestaltet haben, ist er im Winter lebendiger denn je. Wir haben Laub- und Reisighaufen, kleine Wasserstellen und eine Ecke, die wir einfach der Natur überlassen. Es ist faszinierend zu beobachten, wie schnell die Tiere unsere kleinen Strukturen annehmen. 🥰

Unser Highlight: Letztes Jahr haben wir einen Igel über den Winter begleitet. Der kleine Kerl hat unser Igelhaus angenommen und sich dort gut erholt – ein echtes Erfolgserlebnis für uns alle!
Ebenfalls ist es toll zu sehen, dass die Wasser- und Futterstellen akzeptiert sind! Besonders Rotkehlchen und Meisen haben uns über Wochen hinweg mit ihrem Besuch begeistert.
Zusätzliche Tipps: Winterpflege leicht gemacht
- Kompost als Wärmequelle: Ein aktiver Komposthaufen bietet nicht nur nützlichen Mikroorganismen einen Lebensraum, sondern auch Kleintieren wie Regenwürmern.
- Beerensträucher pflanzen: Sie bieten Nahrung für Vögel und Insekten und sehen auch im Winter schön aus.
- Kleine Stapel mit Holzscheiten: Sie sind perfekte Winterverstecke für Kleinsäuger und Insekten.
- Wintercheck für Nisthilfen: Kontrolliere Vogelhäuschen auf Sauberkeit und repariere sie bei Bedarf, bevor der Winter einsetzt.
Fazit
Einen tierfreundlichen Garten zu gestalten, ist einfacher, als du vielleicht denkst. Schon kleine Veränderungen wie wilde Ecken oder gut platzierte Futterstellen machen ihn zu einem sicheren Rückzugsort für viele Tiere.
Wenn du deinen Einsatz für die Tierwelt sichtbar machen möchtest, lies auch unsere Artikel, wie du eine Auszeichnung als vogelfreundlicher Garten erhältst oder welche Möglichkeiten es für eine Naturgarten-Zertifizierung gibt.

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