Gerade in heißen Sommern suchen Wildtiere im Garten verstärkt nach Wasser. Während natürliche Pfützen und kleine Wasserstellen austrocknen, werden Pools, Gartenteiche oder offene Wasserbehälter schnell zu wichtigen Trinkstellen für Igel, Kröten, Mäuse oder andere Kleintiere.
Was viele unterschätzen: Vor allem steile Teichränder und glatte Poolwände werden für Tiere schnell zur tödlichen Falle. Zwar können viele Tiere gut schwimmen, doch ohne geeignete Ausstiegsmöglichkeit schaffen sie es oft nicht mehr aus dem Wasser heraus und ertrinken schließlich völlig erschöpft.
Als ich einmal beim NABU bei einer Krötenzählung ausgeholfen habe, mussten wir sogar Pools in der Nachbarschaft absichern, weil dort bereits mehrere Tiere ertrunken waren. Seitdem achte ich darauf, Wasserstellen im Garten tierfreundlich zu gestalten.
Deshalb habe ich eine einfache und wetterfeste Ausstiegshilfe gebaut, die sich mit wenig Material selbst nachbauen lässt. Die Konstruktion ist stabil, dauerhaft für den Außeneinsatz geeignet und funktioniert sowohl an Pools als auch an Teichen mit steilem Ufer.
So funktioniert die Ausstiegshilfe
Die Konstruktion der Ausstiegshilfe funktioniert im Prinzip wie eine dauerhaft befestigte Rettungsrampe für Wildtiere. Der lange Teil der Rampe liegt teilweise im Wasser, während das kürzere Brett sicher am Ufer oder Poolrand aufliegt.

Über die griffigen Trittleisten finden Tiere selbst bei nasser Oberfläche genügend Halt, um aus dem Wasser zu klettern. Gleichzeitig sorgt die flache Steigung dafür, dass auch geschwächte Tiere die Rampe bewältigen können.

Besonders wichtig war uns eine stabile Konstruktion. Viele improvisierte Bretterlösungen verrutschen leicht, kippen seitlich weg oder treiben auf. Durch den festen Winkel bleibt die Rampe dagegen dauerhaft in Position – unabhängig vom Wasserstand.

Welche Tiere nutzen eine Ausstiegshilfe?
- Igel
- Kröten und Frösche
- Mäuse
- Eichhörnchen
- Jungvögel
- Eidechsen und andere Kleintiere
Viele dieser Tiere können zwar schwimmen, finden jedoch keinen Halt mehr, um das Wasser selbstständig zu verlassen.
Material für die Ausstiegshilfe
Für unsere Ausstiegshilfe haben wir folgende Materialien verwendet:
- Douglasie-Terrassendiele (28 mm stark, 27,5 cm breit)
- schmale Resysta-Streifen als Tritthilfe
👉 Alternativ: Bastelklötzchen aus Massivholz - 3D-gedruckter Winkel
👉 Alternativ: Winkelverbinder 135 Grad - Edelstahlschrauben
Was ist Resysta?
Für die Trittleisten haben wir Resysta verwendet. Dabei handelt es sich um einen besonders wetterfesten Verbundwerkstoff, der überwiegend aus Reishülsen hergestellt wird. Die Reishülsen fallen als Nebenprodukt beim Reisanbau an und werden anschließend zusammen mit mineralischen Bestandteilen und Ölen zu einem langlebigen Material verarbeitet.

Der Vorteil: Resysta ist sehr widerstandsfähig gegen Feuchtigkeit und fault nicht wie klassisches Holz. Da das Material für Privatpersonen in Deutschland allerdings nur schwer erhältlich ist, empfehle ich stattdessen einfache Holzleisten aus Massivholz. Diese findet man online günstig unter der Bezeichnung „Bastelklötzchen“.
Anleitung: Ausstiegshilfe selber bauen
Die Konstruktion besteht aus zwei Brettern:
- ein etwa 50 cm langes Brett, das teilweise im Wasser liegt
- und ein kürzeres Brett, das am Ufer oder Poolrand aufliegt
Verbunden werden beide Teile über einen stabilen 135-Grad-Winkel aus PETG oder Metall (bekommst im Baumarkt oder über Amazon, siehe Link Materialliste).
Ziel ist eine stabile Rampe mit einer möglichst flachen Steigung. Bewährt haben sich etwa 30 bis 40 Grad. Mehr als 50 Grad sollte die Rampe möglichst nicht haben, damit auch geschwächte Tiere oder Igel mit ihren kurzen Beinen problemlos wieder aus dem Wasser klettern können.
1. Bretter zuschneiden
Zunächst werden die beiden Bretter zugeschnitten. Die genauen Maße hängen immer etwas von den örtlichen Gegebenheiten ab. Wichtig ist vor allem, dass die Rampe später möglichst flach ins Wasser führt. Unsere beiden Bretter sind etwa 50 cm und 15 cm lang.

2. Tritthilfen zuschneiden und vorbereiten
Für die griffige Oberfläche haben wir schmale Streifen aus einer Resysta-Platte verwendet. Zunächst wurde die Platte auf die Breite der Douglasie-Terrassendiele zugeschnitten (27,5 cm). Anschließend haben wir daraus mit der Kappsäge etwa 2 cm breite Streifen abgesägt.

Damit später alle Bohrlöcher exakt übereinanderliegen, wurden die Streifen anschließend sauber gestapelt und mit Malerkrepp fixiert. Die Positionen der Schraubenlöcher haben wir zuvor mit einem Streichmaß angezeichnet.

Danach wurden die Streifen mit der Standbohrmaschine jeweils außen sowie mittig mit einem 4-mm-Bohrer vorgebohrt. Durch das gemeinsame Bohren im Stapel sitzen später alle Löcher exakt an der gleichen Position.

3. Tritthilfen montieren
Anschließend werden die schmalen Trittleisten quer auf dem langen Brett befestigt. Der Abstand zwischen den Leisten beträgt bei uns ungefähr vier Zentimeter.
Tipp: Damit die Abstände gleichmäßig werden, kann man einfach zwei der zugeschnittenen 2-cm-Streifen als Abstandshalter zwischen die Leisten legen. So lassen sich die Tritthilfen schnell und sauber ausrichten.

Wichtig: Die erste Leiste sollte bündig mit der unteren Kante der Rampe abschließen, damit Tiere bereits unter Wasser sofort Halt finden und leichter auf die Ausstiegshilfe gelangen können.

4. Winkel montieren
Jetzt werden beide Bretter von unten miteinander verbunden. Dafür kann entweder ein passender Metallwinkel verwendet werden oder – falls du einen 3D-Drucker besitzt – unser kostenloser PETG-Winkel aus dem Downloadbereich weiter unten.

Bei der 3D-gedruckten Variante werden die Bretter einfach in den Winkel eingeschoben und anschließend von unten verschraubt.




5. Ausstiegshilfe sicher am Teich oder Pool befestigen
Der obere Teil der Rampe muss unbedingt gesichert werden. Wir haben die Konstruktion direkt mit dem Holzrand unseres Teichs verschraubt.
Alternativ kannst du die Ausstiegshilfe auch:
- Beschweren mit einem großen Stein
- leichtes Eingraben am Kiesufer
- Fixieren zwischen Ufersteinen

Gerade am Anfang besitzt trockenes Holz noch relativ viel Auftrieb. Nach einiger Zeit im Wasser wird dieser allerdings deutlich geringer.

Kostenloser Download: STEP- und STL-Datei für die Ausstiegshilfe
Den passenden 3D-Druck-Winkel stellen wir kostenlos als STL- und STEP-Datei zum Download zur Verfügung.
Damit kannst du den Winkel entweder direkt selbst drucken oder bei Bedarf in CAD-Programmen weiterbearbeiten.
Welche Steigung sollte eine Ausstiegshilfe haben?
Damit Tiere die Rampe problemlos nutzen können, sollte die Steigung möglichst flach bleiben.
Bewährt haben sich:
- etwa 30 bis 40 Grad
- maximal 50 Grad
Außerdem sollte die Rampe mindestens 10 cm ins Wasser hineinragen, damit Tiere auch mit den Hinterbeinen Halt finden.

Welche Holzart eignet sich für eine Ausstiegshilfe im Teich oder Pool?
Für eine dauerhaft feuchte Ausstiegshilfe eignen sich vor allem wetterfeste und robuste Holzarten. Sie halten Nässe deutlich besser stand und können problemlos mehrere Jahre im Außenbereich verwendet werden.
Besonders gut geeignet sind:
- Douglasie
- Lärche
- Robinie
Wir haben bewusst auf chemischen Holzschutz verzichtet, damit keine problematischen Stoffe ins Wasser gelangen und Tiere nicht gefährdet werden.
FAQ zur Igel-Ausstiegshilfe
Ja, Igel können schwimmen. Das Problem ist jedoch, dass sie an glatten Poolwänden oder steilen Teichrändern keinen Halt finden und ertrinken.
Neben Igeln profitieren auch Kröten, Frösche, Mäuse, Eichhörnchen, Jungvögel und viele andere Kleintiere.
Mindestens 10 cm. So finden Tiere auch unter Wasser noch Halt.
Ja. Unsere Konstruktion ist für den dauerhaften Einsatz im Wasser gedacht und kommt ohne chemischen Holzschutz aus.
Gut funktionieren raue Holzleisten, WPC-Streifen oder wetterfeste Verbundwerkstoffe wie Resysta.
Ja, unbedingt. Vor allem trockenes Holz besitzt anfangs noch starken Auftrieb und kann sonst verrutschen oder kippen.


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