Weiße Fliege (Kohlmottenschildlaus) bekämpfen – 9 wirksame Hausmittel & natürliche Hilfe

Zuletzt aktualisiert: 12. Juli 2026

Drehst du ein Blatt von Brokkoli oder Kohl um und entdeckst darauf kleine weiße Insekten? Dann handelt es sich sehr wahrscheinlich um die Weiße Fliege, genauer gesagt die Kohlmottenschildlaus. Vor allem in den Sommermonaten kann sie sich rasant vermehren und den Pflanzen erheblich zusetzen.

Die nur wenige Millimeter großen Insekten halten sich bevorzugt auf den Blattunterseiten auf und saugen dort Pflanzensaft. Besonders häufig befallen sie Kohlarten wie Brokkoli, Kohlrabi, Grünkohl oder Rosenkohl. Beim Saugen scheiden die Tiere einen klebrigen Honigtau aus, auf dem sich später häufig schwarze Rußtaupilze ansiedeln. Gleichzeitig wird die Pflanze geschwächt und die Blätter vergilben.

Die gute Nachricht: In den meisten Fällen musst du nicht zu chemischen Pflanzenschutzmitteln greifen. Wenn du den Befall früh erkennst und regelmäßig kontrollierst, lässt sich die Weiße Fliege mit natürlichen Maßnahmen gut eindämmen.

Weiße Fliege: Das Wichtigste auf einen Blick

FrageAntwort
Welche Pflanzen sind betroffen?Vor allem Brokkoli, Kohlrabi, Blumenkohl, Grünkohl, Rosenkohl und andere Kohlarten.
Woran erkenne ich einen Befall?Auf den Blattunterseiten sitzen kleine weiße Insekten sowie zahlreiche Larven. Bei einer stärkeren Störung fliegen die erwachsenen Tiere oft kurz auf und setzen sich wenig später wieder auf der Pflanze ab.
Was hilft gegen die Weiße Fliege?Schmierseife, Nützlinge, Gelbtafeln, Insektenschutznetze und weitere natürliche Maßnahmen – alle Methoden stellen wir dir im Artikel vor.
Sind chemische Mittel notwendig?In der Regel nicht. Ein früher Befall lässt sich mit natürlichen Maßnahmen eindämmen.
Wann tritt die Weiße Fliege auf?Vor allem zwischen Frühjahr und Spätsommer. Besonders in warmen, trockenen Sommern können sich Kohlmottenschildläuse rasch vermehren.

Weiße Fliege erkennen und bestimmen

Der Name Weiße Fliege führt etwas in die Irre. Tatsächlich handelt es sich nicht um eine Fliege, sondern um eine Mottenschildlaus. Im Gemüsegarten ist vor allem die Kohlmottenschildlaus (Aleyrodes proletella) verbreitet.

Die erwachsenen Tiere werden nur etwa 1,5 bis 2 Millimeter groß und besitzen vier weiß bepuderte Flügel. Sie sitzen auf den Blattunterseiten von Kohlpflanzen. Neben den erwachsenen Tieren findest du dort auch zahlreiche Larven und Eier.

Den größten Schaden richten die Larven an. Sie sitzen regungslos auf der Blattunterseite und saugen Pflanzensaft. Dadurch wird die Pflanze mit der Zeit geschwächt. Typische Anzeichen sind gelbliche Blätter, klebriger Honigtau und bei stärkerem Befall schwarze Rußtaupilze.

Aus eigener Erfahrung:

An unserem Brokkoli taucht die Kohlmottenschildlaus fast jedes Jahr auf. Sobald die ersten Tiere zu sehen sind, kontrollieren wir regelmäßig die Blattunterseiten. So lässt sich ein größerer Befall früh erkennen und rechtzeitig eindämmen.

Welche Pflanzen werden besonders häufig befallen?

Die Kohlmottenschildlaus bevorzugt Kreuzblütler, kann aber auch zahlreiche andere Gartenpflanzen besiedeln.

Besonders häufig betroffen sind:

  • Brokkoli
  • Kohlrabi
  • Blumenkohl
  • Weißkohl
  • Rotkohl
  • Grünkohl
  • Rosenkohl
  • Wirsing
  • Chinakohl

Neben Kohlarten sind gelegentlich auch diese Pflanzen betroffen:

  • Tomaten
  • Gurken
  • Zucchini
  • Kürbis
  • Erdbeeren
  • verschiedene Zierpflanzen
  • Gewächshauspflanzen

Gerade in Gewächshäusern finden die Tiere oft ideale Bedingungen, da dort hohe Temperaturen und Regen ausbleibt.

So entwickelt sich die Weiße Fliege

Die Entwicklung der Kohlmottenschildlaus verläuft in mehreren Stadien. Die Weibchen legen ihre Eier auf den Blattunterseiten ab. Daraus schlüpfen Larven, die sich nach einem kurzen beweglichen Stadium festsetzen und Pflanzensaft saugen. Anschließend entwickeln sie sich über ein puppenähnliches Stadium zu den erwachsenen Tieren. Bei warmem Wetter können sich mehrere Generationen pro Jahr entwickeln, weshalb sich ein kleiner Befall schnell ausbreiten kann.

Weiße Fliege natürlich bekämpfen

Hast du die Weiße Fliege früh entdeckt, stehen die Chancen gut, dass sich der Befall ohne chemische Pflanzenschutzmittel eindämmen lässt. Entscheidend ist, deine Gemüsepflanzen regelmäßig zu kontrollieren und mehrere Maßnahmen miteinander zu kombinieren. So verhinderst du, dass sich innerhalb weniger Wochen eine große Population entwickelt.

1. Stark befallene Blätter entfernen

Sind einzelne Blätter bereits stark mit Larven und erwachsenen Tieren besetzt, solltest du sie möglichst früh entfernen. So reduzierst du die Anzahl der Schädlinge deutlich und erschwerst ihre weitere Vermehrung.

Entsorge die Blätter anschließend über den Restmüll oder die Biotonne. Auf dem Kompost können sich überlebende Tiere unter Umständen weiterentwickeln.

Tipp: Kontrolliere dabei immer auch die Blattunterseiten der benachbarten Pflanzen. Dort sitzen oft bereits die nächsten Eier und Larven.

2. Schmierseife gegen die Weiße Fliege

Eine Schmierseifenlösung gehört zu den bekanntesten Hausmitteln gegen saugende Schädlinge und hat sich auch bei der Kohlmottenschildlaus bewährt.

Die Seife benetzt die Tiere und greift ihre schützende Wachsschicht an. Dadurch trocknen vor allem Larven und erwachsene Kohlmottenschildläuse aus.

Für eine selbst gemischte Lösung benötigst du:

Besprühe die Blattunterseiten gründlich und wiederhole die Behandlung nach etwa einer Woche. Da die Eier nie vollständig erfasst werden, schlüpfen noch weitere Larven nach.

Wichtig: Besprühe die Blattunterseiten gründlich, denn dort sitzen die meisten Kohlmottenschildläuse und ihre Larven. Wende die Schmierseifenlösung möglichst morgens oder abends an und nicht bei starker Sonneneinstrahlung.

3. Gelbtafeln einsetzen

Gelbtafeln locken die erwachsenen Tiere durch ihre Farbe an. Diese bleiben auf der Klebefläche haften und können keine weiteren Eier mehr ablegen.

Für die Bekämpfung eines starken Befalls reichen Gelbtafeln allein allerdings nicht aus. Sie eignen sich vor allem, um den Befall früh zu erkennen und die Zahl der erwachsenen Tiere zu verringern.

Unsere Erfahrung: Im Gewächshaus haben sich Gelbtafeln bewährt. Im Freiland empfehlen wir sie dagegen nicht, da ständig neue Kohlmottenschildläuse zufliegen und der Nutzen deshalb gering ist.

4. Nützlinge fördern

Zu den wichtigsten natürlichen Feinden der Kohlmottenschildlaus gehören:

  • Florfliegenlarven
  • Marienkäfer und ihre Larven
  • Schlupfwespen
  • Raubwanzen
  • Spinnen

Ein naturnaher Garten bietet diesen Nützlingen Nahrung und Verstecke. Je mehr natürliche Gegenspieler vorhanden sind, desto geringer fällt ein Befall aus.

Wer ein Gewächshaus besitzt, kann Schlupfwespen (Encarsia formosa) gezielt zur biologischen Bekämpfung einsetzen.

Lesetipps: So förderst du Nützlinge im Garten

Möchtest du Florfliegen, Marienkäfer und andere natürliche Gegenspieler der Kohlmottenschildlaus dauerhaft in deinem Garten fördern? Dann könnten diese Artikel interessant für dich sein:

Tiere im Garten – warum Nisthilfen, Totholz und natürliche Rückzugsorte so wichtig für die Artenvielfalt sind.


Florfliegenkasten bauen – so schaffst du eine Überwinterungshilfe für Florfliegen.


Blattläuse natürlich bekämpfen – warum Marienkäfer und Florfliegen zu den wichtigsten Nützlingen im Garten gehören.

5. Insektenschutznetze verwenden

Noch besser als jede Bekämpfung ist es, einen Befall von Anfang an zu verhindern.

Feinmaschige Insektenschutznetze halten die erwachsenen Kohlmottenschildläuse davon ab, ihre Eier auf den Pflanzen abzulegen.

Wichtig: Insektenschutznetze wirken nur vorbeugend. Bringe sie möglichst direkt nach der Pflanzung an und verschließe sie rundherum sorgfältig. Sind die Pflanzen bereits befallen, solltest du die Schädlinge zunächst entfernen, bevor das Netz aufgelegt wird.

6. Brennnesseljauche sowie Knoblauch- und Zwiebelsud

Brennnesseljauche wird häufig eingesetzt, um Gartenpflanzen zu stärken. Zwar bekämpft sie die Kohlmottenschildlaus nicht direkt, kräftige Pflanzen kommen mit einem leichten Befall jedoch besser zurecht. Außerdem liefert Brennnesseljauche wertvolle Nährstoffe und kann das Wachstum fördern.

Auch Knoblauch- und Zwiebelsud werden häufig als Hausmittel gegen die Weiße Fliege empfohlen. Ihre Wirkung beruht vermutlich vor allem auf den enthaltenen Schwefelverbindungen und dem intensiven Geruch. Wissenschaftliche Belege für eine zuverlässige Bekämpfung sind allerdings begrenzt.

Knoblauch- oder Zwiebelbrühe ansetzen

Für eine einfache Knoblauch- oder Zwiebelbrühe hackst du etwa 70 Gramm Knoblauch oder Zwiebelabfälle klein und übergießt sie mit 5 Litern kochendem Wasser. Nach dem Abkühlen wird die Brühe durch ein feines Sieb oder ein Tuch abgeseiht. Gib anschließend einen kleinen Spritzer reine Schmierseife hinzu, damit die Flüssigkeit besser auf den Blättern haftet. Die fertige Brühe kannst du direkt auf die Blattunterseiten der befallenen Pflanzen sprühen.

Lesetipp: Wie du Brennnesseljauche selbst herstellst und richtig anwendest, erfährst du in unserem ausführlichen Ratgeber.

7. Pflanzen stärken

Kräftige Pflanzen kommen mit einem leichten Befall der Kohlmottenschildlaus besser zurecht als geschwächte Exemplare. Deshalb lohnt es sich, nicht nur die Schädlinge zu bekämpfen, sondern auch die Pflanzen gesund und widerstandsfähig zu halten.

Achte deshalb auf:

  • eine ausgewogene Düngung
  • regelmäßiges Gießen
  • einen lockeren, humusreichen Boden
  • ausreichend Pflanzabstand
  • eine gute Nährstoffversorgung

Übermäßige Stickstoffdüngung solltest du vermeiden. Sie fördert ein schnelles, weiches Pflanzenwachstum, das für saugende Schädlinge wie die Kohlmottenschildlaus besonders attraktiv sein kann.

Unsere Empfehlung: Organische Gemüsedünger versorgen Kohlpflanzen gleichmäßig mit Nährstoffen und fördern ein gesundes Wachstum.

Ergänzend können Pflanzenstärkungsmittel wie Ackerschachtelhalm-Extrakt oder selbst hergestellte Brennnesseljauche die Widerstandskraft der Pflanzen unterstützen.

Häufige Fragen zur Weißen Fliege

Was hilft am schnellsten gegen die Weiße Fliege?

Stark befallene Blätter solltest du möglichst sofort entfernen. Anschließend haben sich Schmierseifenlösungen, Gelbtafeln und die Förderung von Nützlingen bewährt. Da aus den Eiern immer wieder neue Larven schlüpfen, sind meist mehrere Behandlungen notwendig.

Kann ich befallenen Brokkoli oder Kohl noch essen?

Ja. Solange die Blätter nicht faulig oder stark beschädigt sind, kannst du Brokkoli und andere Kohlarten nach gründlichem Waschen in der Regel weiterhin verwenden. Stark befallene Blätter solltest du jedoch entfernen.

Hilft Neemöl gegen die Weiße Fliege?

Neemöl kann gegen saugende Schädlinge wirken und wird häufig gegen die Weiße Fliege empfohlen. Da es jedoch auch Nützlinge beeinträchtigen kann, sollte es nur gezielt und nach Herstellerangaben eingesetzt werden.

Warum kommt die Weiße Fliege immer wieder?

Die Kohlmottenschildlaus bildet bei warmem Wetter mehrere Generationen pro Jahr. Außerdem können jederzeit neue Tiere aus benachbarten Gärten zufliegen. Regelmäßige Kontrollen helfen dabei, einen erneuten Befall früh zu erkennen.

Überwintert die Weiße Fliege?

Ja. Die Weibchen der Kohlmottenschildlaus überwintern auf wintergrünen Wirtspflanzen wie Kohl oder Raps. Im Frühjahr beginnen sie mit der Eiablage und können so eine neue Population aufbauen. Entferne abgeerntete Kohlpflanzen deshalb möglichst zeitnah aus dem Beet und lasse stark befallene Pflanzenreste nicht über den Winter liegen.

Schlagwörter

Kommentare

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Inhaltsverzeichnis