Du möchtest deinen Sauerteig länger pausieren, ohne ihn regelmäßig füttern zu müssen? Dann ist das Trocknen eine der zuverlässigsten Methoden, um deinen Starter haltbar zu machen.
Im Gegensatz zum Einfrieren bleibt ein getrockneter Sauerteig besonders stabil und kann über viele Monate – oft sogar Jahre – aufbewahrt werden.
Falls du noch keinen Starter hast: In unserem Artikel „Sauerteig ansetzen“ zeigen wir dir, wie du dein eigenes Anstellgut ganz einfach selbst herstellst.
Inhaltsverzeichnis
Warum Sauerteig trocknen sinnvoll ist
Sauerteig zu trocknen, ist eine besonders sichere Methode, um ihn langfristig haltbar zu machen. Gerade wenn du deinen Sauerteig über längere Zeit nicht nutzen möchtest, ist das Trocknen die zuverlässigste Lösung.

👉 Außerdem ist getrockneter Sauerteig ideal als Backup, falls dein aktiver Starter einmal schwächer wird oder nicht mehr richtig funktioniert.
Durch das Entziehen von Wasser werden die Mikroorganismen in eine Art Ruhezustand versetzt. Sie bleiben erhalten, vermehren sich aber nicht weiter – und können später wieder aktiviert werden.
Im Vergleich zum Einfrieren ist getrockneter Sauerteig oft stabiler und länger haltbar – mehr dazu weiter unten.
Sauerteig trocknen: Anleitung
1. Aktiven Sauerteig vorbereiten
Verwende einen aktiven und gut gefütterten Sauerteig, der sichtbar aufgegangen ist und viele Bläschen bildet. Nur so lässt sich der Sauerteig später zuverlässig wieder aktivieren.


2. Sauerteig dünn ausstreichen
Streiche den Sauerteig möglichst dünn auf ein Stück Backpapier oder eine Silikonmatte. Je dünner du ihn aufträgst, desto gleichmäßiger und schneller trocknet der Sauerteig.

3. Sauerteig trocknen lassen
Lass den Sauerteig bei Raumtemperatur vollständig trocknen. Das dauert je nach Umgebung etwa 24–48 Stunden.

Achte dabei auf folgende Punkte:
- nicht im Ofen trocknen
- keine direkte Sonneneinstrahlung
- vollständig durchtrocknen lassen
4. Zerkleinern und lagern
Sobald der Sauerteig komplett trocken ist, kannst du ihn in Stücke brechen oder fein zermahlen.

Lagere den getrockneten Sauerteig anschließend luftdicht und trocken, z. B. in einem Schraubglas.
Alternative: Sauerteig verkrümeln
Neben dem klassischen Trocknen kannst du Sauerteig auch verkrümeln. Dabei vermischst du einen aktiven Sauerteig mit Mehl – idealerweise mit dem Mehl, das du auch zum Füttern verwendest.
Verwende dafür etwa die vierfache Menge Mehl im Verhältnis zum Anstellgut und verknete/zerreibe die Mischung mit den Händen so lange, bis eine trockene, krümelige Masse entsteht. Je feiner die Krümel sind, desto besser.
Durch den geringen Wasseranteil wird die Aktivität der Mikroorganismen stark reduziert – der Sauerteig bleibt so deutlich länger stabil.
Anschließend kannst du den Krümelsauer in einem luftdicht verschlossenen Glas im Kühlschrank lagern. Dort hält er sich in der Regel bis zu zwei Monate.
Wie lange ist getrockneter Sauerteig haltbar?
Getrockneter Sauerteig ist sehr lange haltbar – in der Regel mehrere Monate bis Jahre.
Wichtig ist, dass der Sauerteig vollständig durchgetrocknet und luftdicht gelagert wird. Nur so bleibt er stabil und lässt sich später wieder zuverlässig aktivieren.

👉 Am besten bewahrst du getrockneten Sauerteig trocken, dunkel und gut verschlossen auf.
Getrockneten Sauerteig wieder aktivieren
Um getrockneten Sauerteig wiederzuverwenden, musst du ihn reaktivieren.
1. Mit Wasser vermischen
Rühre etwa 1 EL der getrockneten Sauerteigstücke in 50 ml Wasser ein und lasse sie kurz einweichen, bis sie sich vollständig aufgelöst haben.
2. Sauerteig füttern
Füge 50 g Roggenmehl hinzu und rühre alles gut durch, bis eine homogene Teigmasse entsteht.
Stelle den Sauerteig an einen warmen Ort und decke ihn locker ab – entweder mit einem Tuch oder einem aufgelegten Deckel.

3. Aktivität aufbauen
Nach etwa 12 Stunden wiederholst du die Fütterung und gibst erneut 50 g Wasser und 50 g Roggenmehl hinzu.
Wie lange dauert es, bis der Sauerteig wieder aktiv ist?
Häufig sind 2–3 Fütterungen nötig, bis der Sauerteig wieder seine volle Triebkraft erreicht.
Sauerteig trocknen oder einfrieren – was ist besser?
Beide Methoden, um Sauerteig haltbar zu machen, haben ihre Vorteile – welche besser ist, hängt davon ab, wie lange du deinen Starter aufbewahren möchtest.
- Sauerteig trocknen: sehr lange haltbar, besonders stabil und ideal als Backup für längere Pausen
- Sauerteig einfrieren: schneller und einfacher im Alltag, gut geeignet für kürzere Pausen – nach dem Auftauen kann es jedoch etwas dauern, bis der Sauerteig wieder seine volle Triebkraft erreicht.
Wenn du eine unkomplizierte Lösung suchst, deinen Sauerteig haltbar zu machen, ist Einfrieren oft ausreichend. In unserem Artikel „Kann man Sauerteig einfrieren?“ zeigen wir dir, wie das im Detail funktioniert.
Tipps & häufige Fehler beim Sauerteig trocknen
- Sauerteig zu dick aufgetragen: Trocknet ungleichmäßig und bleibt innen oft noch feucht
- Nicht vollständig getrocknet: Restfeuchte kann zu Schimmelbildung bei der Lagerung führen
- Zu warm getrocknet: Hohe Temperaturen können die Mikroorganismen schädigen (z. B. Backofen oder direkte Sonne)
- Zu früh verwendet: Getrockneter Sauerteig benötigt Zeit, um nach dem Reaktivieren wieder aktiv zu werden
👉 Tipp: Streiche den Sauerteig zum Trocknen immer möglichst dünn aus – dann kann eigentlich nicht viel schiefgehen.
Fazit
Wenn du deinen Sauerteig vollständig trocknest und richtig lagerst, kannst du ihn jederzeit wieder aktivieren und weiterverwenden.
👉 Perfekt, wenn du deinen Sauerteig für längere Zeit pausieren möchtest – oder einfach eine „Backup“-Variante anlegen willst.
Wenn dein Sauerteig wieder aktiv ist, kannst du direkt dein nächstes Brot backen – zum Beispiel mit unserem einfachen Rezept für Dinkelvollkorn-Sauerteigbrot.

Schreibe einen Kommentar