Rasen ist in vielen Gärten immer noch die erste Wahl, wenn eine Fläche grün aussehen und gleichzeitig begehbar bleiben soll. Dabei ist ein klassischer Rasen ökologisch ziemlich eintönig: Meist eine Monokultur, die dauerhaft kurz gehalten wird – Blüten haben dort in der Regel keinen Platz.
Gerade in naturnahen Gärten lohnt es sich deshalb, über Alternativen nachzudenken. Trittfeste Bodendecker können Flächen begrünen, den Boden bedecken und je nach Art sogar Blüten, Duft und Nahrung für Wildbienen, Schmetterlinge oder andere Insekten bieten.

Wichtig ist aber: Nicht jede Pflanze ersetzt einen klassischen Gebrauchsrasen (Sport- & Spielrasen). Manche Bodendecker vertragen gelegentliches Betreten gut, andere eignen sich eher für Wege mit Trittsteinen, Fugen oder wenig genutzte Bereiche. Entscheidend sind Standort, Boden, Wasserbedarf und die Frage, wie stark die Fläche später wirklich genutzt wird.
Sand-Thymian (Thymus serpyllum)
Sand-Thymian, auch Feld-Thymian oder Quendel genannt, ist eine heimische Wildpflanze und gehört zur Familie der Lippenblütler. Er wächst niedrig, kriechend und polsterartig und eignet sich besonders gut für sonnige, trockene und eher magere Flächen.

Eigenschaften von Sand-Thymian
Sand-Thymian ist ein robuster, wintergrüner Halbstrauch, der etwa 10 bis 20 Zentimeter hoch wird. Die Pflanze bildet niedrige Polster, duftet aromatisch und kann auch in der Küche verwendet werden.
Besonders spannend ist Sand-Thymian für naturnahe Gärten, weil er nicht nur hübsch blüht, sondern auch ökologisch richtig wertvoll ist. Die rosa Blüten liefern Nektar für viele Wildbienen und andere Insekten. Auch für einige Schmetterlingsraupen spielt Thymian eine Rolle als Futterpflanze.
Kurz gesagt:
- heimische Wildpflanze
- wintergrün und sehr frosthart
- aromatische Blätter
- essbar
- lange Blühzeit
- wertvolle Insektenpflanze
- auch für Kübel und Dachbegrünung geeignet
Standort
Sand-Thymian liebt Sonne. Je sonniger und trockener der Standort, desto besser passt die Pflanze.
Der Boden sollte locker, sandig bis lehmig, eher nährstoffarm und gut durchlässig sein. Staunässe verträgt Sand-Thymian überhaupt nicht. Auf schweren Lehmböden solltest du deshalb unbedingt Sand oder mineralisches Material wie Perlite einarbeiten, damit Wasser besser ablaufen kann.
Ideal ist Sand-Thymian für:
- sonnige Gartenbereiche
- magere Beete
- Kies- und Steingärten
- Fugen und Randbereiche
- Dachbegrünung
- trockene Böschungen
Trittfestigkeit
Sand-Thymian ist mäßig trittfest. Das bedeutet: Gelegentliches Betreten steckt er gut weg, dauerhaft stark genutzte Flächen sind aber nicht ideal.
Für Wege oder kleine Flächen funktioniert er besonders gut in Kombination mit Trittsteinen. So bleibt die Fläche grün und lebendig, ohne dass die Pflanzen ständig belastet werden.
Pflanzdichte
Für eine geschlossene Fläche kannst du mit etwa 9 bis 12 Pflanzen pro Quadratmeter rechnen.
Sand-Thymian wächst nicht von heute auf morgen komplett dicht. Gerade in den ersten Jahren solltest du deshalb regelmäßig Unkraut entfernen, damit sich die Pflanzen gut etablieren können.
Besonderheiten
Der große Vorteil von Sand-Thymian ist seine Kombination aus Robustheit, Duft und ökologischem Wert. Wo klassischer Rasen auf trockenen, sonnigen Flächen schnell leidet, kommt Sand-Thymian oft deutlich besser zurecht.
Ein Rückschnitt ist nur nötig, wenn du die Pflanze begrenzen möchtest oder Zweige für die Küche erntest.
Sternmoos (Sagina subulata)
Sternmoos ist kein echtes Moos, sondern eine niedrig wachsende Staude aus der Familie der Nelkengewächse. Es bildet dichte, teppichartige Polster und eignet sich besonders gut für Fugen, kleinere Flächen oder Bereiche, die schnell begrünt werden sollen.

Eigenschaften von Sternmoos
Sternmoos wächst extrem flach und bildet dichte, moosartige Teppiche von nur etwa 1 bis 3 Zentimetern Höhe. Die feinen, graugrünen Blätter sitzen dicht an den Trieben, wodurch eine geschlossene Fläche entsteht.
Im Sommer erscheinen kleine, weiße Blüten, die wie kleine Sterne über dem Teppich stehen und der Pflanze ihren Namen geben.
Kurz gesagt:
- sehr niedriger, dichter Wuchs
- bildet moosartige, weiche Polster
- wintergrün
- lange Blühzeit mit kleinen weißen Blüten
- pflegeleicht und robust
- auch für Kübel und Dachbegrünung geeignet
- ungiftig für Haustiere
Standort
Sternmoos wächst am besten an sonnigen bis halbschattigen Standorten. Wichtig ist, dass es zwar hell steht, aber nicht dauerhaft in der prallen Mittagssonne.
Der Boden sollte durchlässig, sandig oder kiesig-humos und gleichmäßig leicht feucht sein. Komplett austrocknen sollte der Boden nicht, da Sternmoos darauf empfindlich reagiert.
Ideal ist Sternmoos für:
- halbschattige bis sonnige Bereiche ohne extreme Hitze
- Fugen zwischen Trittsteinen oder Platten
- Steingärten
- Vordergrund von Beeten
- leicht feuchte Standorte
- Dachbegrünung
Trittfestigkeit
Gelegentliches Betreten verträgt es gut, für dauerhaft stark genutzte Flächen ist es aber nicht geeignet.
Am besten funktioniert es entlang von Wegen oder zwischen Trittplatten, wo es nicht ständig belastet wird.
Pflanzdichte
Für eine geschlossene Fläche solltest du etwa 15 bis 20 Pflanzen pro Quadratmeter einplanen.
Sternmoos breitet sich über Ausläufer und Selbstaussaat aus und wächst schnell in die Fläche.
Besonderheiten
Sternmoos ist ideal, wenn du eine sehr niedrige, gleichmäßige und fast „moosartige“ Fläche haben möchtest. Es wirkt deutlich ruhiger als viele andere Bodendecker und passt gut in klare, reduzierte Gartengestaltungen.
Wichtig ist vor allem die Wasserversorgung: Der Boden sollte nie komplett austrocknen. Gleichzeitig darf sich aber auch keine Staunässe bilden.
Teppichverbene (Phyla nodiflora)
Die Teppichverbene ist eine nicht heimische, sehr flach wachsende Staude. Sie wird nur wenige Zentimeter hoch, wächst schnell in die Fläche und wird deshalb oft als trittfester Rasenersatz angeboten.

Eigenschaften von Teppichverbene
Teppichverbene wächst flachliegend, schnell und bildet mit ihren sattgrünen Blättern dichte Teppiche. Sie bleibt mit etwa 3 bis 4 Zentimetern sehr niedrig und kann dadurch optisch tatsächlich an eine Rasenalternative erinnern.
Von Mai bis Oktober erscheinen viele kleine, weißlich-rosa Blüten. Dadurch wirkt die Fläche nicht nur grün, sondern kann über viele Monate blühen.
Kurz gesagt:
- nicht heimische Staude
- sehr niedriger Wuchs
- wächst schnell flächendeckend
- lange Blühzeit von Mai bis Oktober
- hitzeverträglich
- pflegeleicht
- auch für Dachbegrünung geeignet
- nur bedingt winterhart
Standort
Teppichverbene wächst am besten sonnig bis halbschattig. Der Boden sollte locker, durchlässig bis humos und normal nährstoffreich sein.
Sie kommt mit frischen bis trockenen Böden zurecht und gilt als robust. Auch Hitze verträgt sie gut. Staunässe ist weniger problematisch als bei vielen anderen Bodendeckern, trotzdem sollte der Boden nicht dauerhaft verdichtet sein.
Ideal ist Teppichverbene für:
- sonnige bis halbschattige Flächen
- lockere Gartenböden
- Rasenersatz auf kleineren Flächen
- Dachbegrünung
- warme, eher trockene Standorte
- Flächen, die schnell begrünt werden sollen
Trittfestigkeit
Teppichverbene gilt als sehr trittfest und wird deshalb häufig als Rasenersatz genutzt. Sie eignet sich besser für begehbare Flächen als viele andere blühende Bodendecker.
Trotzdem gilt auch hier: Bei intensiver Nutzung sind Trittsteine sinnvoll.
Pflanzdichte
Für eine geschlossene Fläche kannst du mit etwa 10 Pflanzen pro Quadratmeter rechnen.
Da Teppichverbene relativ schnell wächst, schließt sie Lücken deutlich schneller als langsam wachsende Bodendecker.
Besonderheiten
Der große Vorteil der Teppichverbene ist ihr schneller, flacher Wuchs. Wenn du eine Fläche zügig begrünen möchtest, ist sie deutlich schneller als viele heimische Alternativen.
Der größte Nachteil: Teppichverbene ist nicht heimisch. Für einen konsequent naturnahen Garten lohnt es sich deshalb, zuerst zu prüfen, ob heimische Alternativen wie Kriechender Günsel, Gundermann oder Kleine Braunelle zum Standort passen.
Allerdings sind diese nur bedingt trittfest und eher für locker genutzte Flächen geeignet – stark beanspruchte Wege lassen sich damit nicht ersetzen.
Außerdem ist sie nur bedingt winterhart. In milden Lagen kommt sie gut durch den Winter, in sehr kalten Regionen oder bei Kahlfrost kann sie jedoch zurückfrieren oder ganz absterben.
Römische Scheinkamille (Chamaemelum nobile)
Die Römische Scheinkamille wird häufig einfach Römische Kamille genannt. Sie ist eine wintergrüne, nicht heimische Staude aus der Familie der Korbblütler und eignet sich besonders für sonnige, eher trockene Flächen, auf denen ein duftender Teppich entstehen soll.

Eigenschaften von Römischer Scheinkamille
Römische Scheinkamille wächst mattenartig und kann rasch größere Teppiche bilden. Sie wird etwa 10 bis 30 Zentimeter hoch und trägt typische kamillenähnliche Blüten mit gelber Mitte und weißen Strahlenblüten.
Besonders schön ist der Duft: Blätter und Blüten riechen aromatisch, leicht nach Apfel oder Banane. Dadurch wird sie gerne als Duftrasenpflanze verwendet.
Kurz gesagt:
- wintergrüne Staude
- nicht heimisch
- bildet mattenartige Teppiche
- lange Blühzeit
- duftende Blätter und Blüten
- alte Heilpflanze
- insektenfreundlich
- sehr frosthart
Standort
Römische Scheinkamille braucht einen sonnigen Standort. Der Boden sollte durchlässig, eher trocken und normal nährstoffreich sein.
Mit Trockenheit kommt sie gut zurecht, weil sie tief wurzelt. Problematisch wird dagegen Staunässe, denn dann können die Wurzeln faulen. Schwere Böden solltest du deshalb vor der Pflanzung lockern und mit Sand oder mineralischem Material verbessern.
Ideal ist Römische Scheinkamille für:
- sonnige Gartenbereiche
- Duftrasen
- Apothekergarten
- Steingarten
- Bauerngarten
- eher trockene Standorte
- durchlässige Gartenböden
Trittfestigkeit
Römische Scheinkamille ist mäßig trittfest und eignet sich vor allem für Flächen, die gelegentlich betreten werden.
Für einen klassischen Laufweg oder stark beanspruchte Spielflächen ist sie nicht ideal. Als duftende Fläche zwischen Trittsteinen oder für weniger genutzte Gartenbereiche ist sie aber hervorragend geeignet.
Pflanzdichte
Für eine geschlossene Fläche kannst du mit etwa 8 Pflanzen pro Quadratmeter rechnen.
Da Römische Scheinkamille rasch Teppiche bildet, kann sie bei passenden Bedingungen relativ schnell eine Fläche schließen.
Besonderheiten
Der größte Reiz der Römischen Scheinkamille ist ihr Duft. Beim Zerreiben der Blätter oder beim Betreten der Fläche wird das kamillenartige Aroma besonders deutlich.
Ökologisch ist sie trotz ihrer nicht heimischen Herkunft interessant, weil ihre Blüten von vielen Wildbienen besucht werden. Wenn du aber konsequent heimisch pflanzen möchtest, sind Gänseblümchen, Echte Kamille oder Gewöhnliche Wiesenschafgarbe die passenderen Alternativen.
Wichtig ist außerdem die Sortenwahl: Für rasenartige Flächen wird oft die Römische Rasenkamille ‘Treneague’ verwendet, weil sie sehr niedrig bleibt und kaum Blüten bildet.
Für einen naturnahen, blühenden Garten ist dagegen die ungefüllte Wildform (Chamaemelum nobile) die bessere Wahl – sie liefert Nahrung für Insekten und bringt deutlich mehr Leben ins Beet.
Braunes Fiederpolster (Cotula squalida)
Braunes Fiederpolster ist eine sehr flach wachsende, nicht heimische Staude aus Neuseeland. Es bildet dichte, teppichartige Matten und eignet sich besonders für sonnige bis halbschattige Flächen, die niedrig und geschlossen begrünt werden sollen.

Eigenschaften von Braunes Fiederpolster
Braunes Fiederpolster wächst nur etwa 3 bis 5 Zentimeter hoch und breitet sich mattenartig aus. Auffällig sind die bräunlich-grünen, fein strukturierten Blätter, die der Fläche eine besondere, fast farnartige Optik geben.
Die Blüten erscheinen im Juli und August, sind klein, grünlich und eher unscheinbar. Der Zierwert liegt hier also weniger in der Blüte, sondern vor allem im dichten, niedrigen Laubteppich.
Kurz gesagt:
- nicht heimische Staude
- Herkunft: Neuseeland
- wintergrün
- sehr niedriger Wuchs
- mattenartig und teppichbildend
- fein strukturiertes, bräunlich-grünes Laub
- pflegeleicht
- schneckenunempfindlich
Standort
Braunes Fiederpolster wächst sonnig bis halbschattig. Der Boden sollte durchlässig bis normal, frisch bis trocken und normal nährstoffreich sein.
Wichtig ist ein lockerer Boden ohne dauerhafte Staunässe. Sehr schwere, verdichtete Böden solltest du vor der Pflanzung verbessern, damit sich die flachen Wurzeln gut ausbreiten können.
Ideal ist Braunes Fiederpolster für:
- sonnige bis halbschattige Flächen
- Beetränder
- Fugen und Zwischenräume
- Moosgärten
- Felssteppen
- Grabbepflanzung
- kleine Flächen mit ruhiger, dichter Begrünung
Trittfestigkeit
Braunes Fiederpolster gilt als gut trittverträglich und wird deshalb häufig als niedriger Rasenersatz oder für begehbare Zwischenflächen verwendet.
Trotzdem ist es kein Ersatz für stark genutzten Spielrasen. Für gelegentlich betretene Bereiche, Fugen oder Flächen mit Trittsteinen ist es deutlich besser geeignet.
Pflanzdichte
Für eine geschlossene Fläche kannst du mit etwa 9 Pflanzen pro Quadratmeter rechnen.
Da Braunes Fiederpolster flach und teppichartig wächst, kann es bei passenden Bedingungen relativ schnell eine dichte Fläche bilden.
Besonderheiten
Der wichtigste Vorteil ist die sehr niedrige, geschlossene Wuchsform. Dadurch wirkt Braunes Fiederpolster deutlich ruhiger und rasenähnlicher als viele höher wachsende Bodendecker.
Gleichzeitig solltest du beachten, dass die Pflanze nicht heimisch und nur bedingt winterhart ist. Bei Kahlfrost oder sehr kalten Wintern kann sie zurückfrieren oder sogar absterben.
Ökologisch ist sie nicht mit heimischen Wildpflanzen gleichzusetzen, wird aber von verschiedenen Wildbienen besucht. Für einen konsequent heimischen Garten wären heimische Alternativen trotzdem die bessere Wahl.
Kriechender Günsel (Ajuga reptans)
Kriechender Günsel ist eine heimische Wildstaude aus der Familie der Lippenblütler. Er wächst bodendeckend, breitet sich über Ausläufer aus und eignet sich besonders gut für halbschattige, frische bis feuchte Bereiche.

Eigenschaften von Kriechendem Günsel
Kriechender Günsel wird etwa 15 bis 30 Zentimeter hoch und bildet mit der Zeit dichte Bestände. Die Pflanze wächst über oberirdische Ausläufer in die Fläche und kann dadurch offene Stellen relativ schnell schließen.
Im Frühling erscheinen blaue, seltener weiße oder rosafarbene Blüten, die für viele Insekten interessant sind.
Kurz gesagt:
- heimische Wildpflanze
- wintergrün
- winterhart
- breitet sich über Ausläufer aus
- pflegeleicht und robust
- essbare Blätter und Blüten
- wertvolle Insektenpflanze
- auch zur Unterpflanzung von Gehölzen geeignet
Standort
Kriechender Günsel bevorzugt frische bis feuchte, nährstoffreiche und humose Böden. Am besten wächst er im Halbschatten oder lichten Schatten.
Sonne wird zwar vertragen, allerdings nur, wenn der Boden ausreichend feucht bleibt. Auf trockenen, heißen Standorten kann die Pflanze leiden.
Ideal ist Kriechender Günsel für:
- halbschattige Gartenbereiche
- lichte Schattenbereiche
- Unterpflanzung von Bäumen und Sträuchern
- feuchte, nährstoffreiche Böden
- naturnahe Beetränder
- wenig genutzte Wege und Randflächen
Trittfestigkeit
Kriechender Günsel ist nur mäßig trittfest. Gelegentliches Betreten wird vertragen, dauerhaft belastete Flächen sind aber nicht ideal.
Als klassischer Rasenersatz ist er deshalb nur eingeschränkt geeignet. Besser funktioniert er für Randbereiche, Gehölzunterpflanzungen oder in Kombination mit Trittsteinen.
Pflanzdichte
Für eine geschlossene Fläche kannst du mit etwa 15 Pflanzen pro Quadratmeter rechnen.
Da Kriechender Günsel Ausläufer bildet, kann er sich bei passenden Bedingungen gut ausbreiten und offene Stellen schließen.
Besonderheiten
Der große Vorteil von Kriechendem Günsel ist sein ökologischer Wert. Als heimische Wildpflanze bietet er Nektar und Pollen für viele Wildbienen, Schmetterlinge und Schwebfliegen.
Gleichzeitig ist seine Ausbreitungskraft Vorteil und Nachteil zugleich. Wo er sich wohlfühlt, kann er schnell größere Flächen einnehmen. In naturnahen, etwas wilderen Gartenbereichen ist das praktisch – in kleinen, streng geordneten Beeten solltest du ihn im Blick behalten.
Pfennigkraut (Lysimachia nummularia)
Pfennigkraut, auch Pfennig-Gilbweiderich genannt, ist eine heimische Wildstaude aus der Familie der Primelgewächse. Es wächst kriechend, bildet lange Ausläufer und eignet sich besonders gut für feuchte bis frische Standorte im Halbschatten oder Schatten.

Eigenschaften von Pfennigkraut
Pfennigkraut ist ein schnell wachsender, niedriger Bodendecker mit hellgrünen, rundlichen Blättern. Seinen Namen verdankt es genau diesen Blättern, die an kleine Münzen erinnern.
Im Sommer erscheinen leuchtend gelbe Blüten. Die Pflanze bleibt mit etwa 10 bis 20 Zentimetern niedrig und kann durch ihre Ausläufer dichte Teppiche bilden.
Kurz gesagt:
- heimische Wildpflanze
- winterhart
- wintergrün
- schnell wachsender Bodendecker
- bildet Ausläufer
- gelbe Blüten
- essbare Blätter und Blüten
- wertvolle Pflanze für feuchte Standorte
Standort
Pfennigkraut wächst am besten im Halbschatten bis Schatten. Der Boden sollte frisch bis feucht, nährstoffreich und gerne etwas schwerer sein.
Auch lehmige Böden sind kein Problem, solange ausreichend Feuchtigkeit vorhanden ist. Trockenheit verträgt Pfennigkraut dagegen deutlich schlechter.
Ideal ist Pfennigkraut für:
- halbschattige bis schattige Gartenbereiche
- feuchte Beetränder
- schwere, lehmige Böden
- Uferbereiche am Gartenteich
- feuchte Senken
- Randbereiche von Wegen
- Ampeln, Töpfe und Kübel
Trittfestigkeit
Pfennigkraut ist nur eingeschränkt trittfest. Gelegentliches Betreten wird vertragen, für regelmäßig genutzte Wege oder stark belastete Flächen ist es aber nicht die erste Wahl.
Für Bereiche, die eher locker begangen werden, oder in Kombination mit Trittsteinen ist das Pfennigkraut super geeignet.
Pflanzdichte
Für eine geschlossene Fläche kannst du mit etwa 7 Pflanzen pro Quadratmeter rechnen.
Da Pfennigkraut stark über Ausläufer wächst, kann es passende Standorte relativ schnell begrünen.
Besonderheiten
Pfennigkraut ist besonders spannend für Stellen, an denen viele andere Bodendecker Probleme bekommen: feuchte, schwere oder schattigere Böden.
Der große Vorteil ist sein kräftiger Wuchs. Gleichzeitig solltest du genau diesen Wuchs im Blick behalten, denn Pfennigkraut kann sich an passenden Standorten stark ausbreiten.
Ökologisch ist die Pflanze spannend, weil Gilbweiderich-Arten keinen Nektar, sondern Pollen und Öl liefern. Davon profitieren spezialisierte Schenkelbienen wie die Auen-Schenkelbiene und die Wald-Schenkelbiene.
Guter Call – „Teppichverbene“ war hier komplett zu eng gedacht 👍
Das Kapitel muss natürlich für alle Bodendecker funktionieren.
Fläche für Bodendecker vorbereiten
Damit sich Bodendecker zu einer dichten, pflegeleichten Fläche entwickeln, ist es wichtig, den Boden richtig vorzubereiten. Viele Probleme wie Unkraut oder lückiger Wuchs haben ihren Ursprung schon vor dem Pflanzen.
Unkraut gründlich entfernen
Der wichtigste Schritt zuerst: Die Fläche muss unkrautfrei sein.
Gerade Wurzelunkräuter wie Quecke oder Giersch solltest du sorgfältig entfernen. Bleiben Reste im Boden, kommen sie schnell wieder durch und überwuchern junge Bodendecker.
Nimm dir hier lieber etwas mehr Zeit – das spart dir später viel Arbeit.

Boden lockern und verbessern
Lockere den Boden mit einer Grabgabel. Du musst ihn nicht komplett umgraben, aber durch das Auflockern können:
- Wurzeln leichter wachsen
- Wasser besser versickern
- Pflanzen schneller anwachsen

Bei schweren, lehmigen Böden lohnt es sich, etwas Sand einzuarbeiten. Dadurch wird der Boden durchlässiger und Staunässe wird reduziert – besonders wichtig für viele trockenheitsliebende Bodendecker.
Pflanzdichte richtig wählen
Ein häufiger Fehler: zu große Abstände zwischen den Pflanzen.
Offene Bodenflächen sind eine Einladung für Unkraut. Setze die Pflanzen deshalb von Anfang an ausreichend dicht.
Als grobe Orientierung:
- je nach Art etwa 6–12 Pflanzen pro m²
- bei schwach wachsenden Arten eher dichter pflanzen
Ziel ist, dass sich die Fläche möglichst schnell schließt.
Wässern – vor allem im ersten Jahr
Auch robuste Bodendecker brauchen am Anfang Unterstützung.
Gieße regelmäßig:
- direkt nach dem Pflanzen
- in längeren Trockenphasen
- auf sehr durchlässigen Böden
Sobald die Pflanzen gut eingewurzelt sind, werden sie deutlich pflegeleichter.
Trittbelastung einplanen
Nicht jeder Bodendecker ist gleichermaßen trittfest. Deshalb solltest du stark genutzte Bereiche und Wege von Anfang an mitdenken.
Für Wege oder häufig begangene Flächen gilt:
- lieber Trittsteine einplanen
- oder gezielt trittfeste Arten verwenden
Das verhindert kahle Stellen und sorgt dafür, dass die Fläche dauerhaft geschlossen bleibt.

Fazit für die Praxis
Wenn du die Fläche sauber vorbereitest, ausreichend dicht pflanzt und im ersten Jahr gut wässerst, hast du später deutlich weniger Arbeit.
Genau dann machen Bodendecker das, was sie sollen:
Flächen schließen, Unkraut unterdrücken und den Garten dauerhaft pflegeleicht machen.

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