Sandarium bepflanzen: Warum weniger Pflanzen mehr Wildbienen helfen

Zuletzt aktualisiert: 6. Februar 2026

Ein Sandarium ist kein klassisches Beet. Im Mittelpunkt steht nicht die Blütenpracht, sondern der offene, unbewachsene Sand als Nistraum für Wildbienen. Bodennistende Arten graben hier ihre Gänge – Pflanzen begleiten diesen Raum, dürfen ihn aber nicht dominieren.

In diesem Artikel zeigen wir dir:

  • wie viel Bepflanzung ein Sandarium wirklich verträgt,
  • welche Pflanzen sinnvoll sind
  • warum Totholz, Steine und Schneckenhäuser wichtig sind
  • einen einfachen Pflanzplan für 5 m².
Inhaltsverzeichnis
  1. Sandarium oder Magerbeet – wo liegt der Unterschied?
  2. Wie viel Bepflanzung verträgt ein Sandarium wirklich?
  3. Erst Struktur, dann Pflanzen
  4. Die besten Pflanzen fürs Sandarium
  5. Mini-Pflanzplan für 5 m²
  6. Typische Fehler beim Bepflanzen
  7. Pflege: Weniger tun ist mehr
  8. So erkennst du, dass dein Sandarium funktioniert

1. Sandarium oder Magerbeet – wo liegt der Unterschied?

Magerbeet und Sandarium sind sich auf den ersten Blick sehr ähnlich: Beide basieren auf mageren, trockenen Substraten und kommen ohne Dünger oder intensive Pflege aus. Der entscheidende Unterschied liegt in der Zielsetzung. Das Magerbeet ist in erster Linie ein Pflanzenlebensraum, während wir ein Sandarium gezielt als Nistplatz für bodennistende Insekten anlegen und nur sehr lückig bepflanzen.

  • Im Magerbeet steht die Vegetation im Vordergrund.
  • Im Sandarium steht der offene, grabfähige Boden im Vordergrund.

Genau hier entstehen die meisten Missverständnisse: Im Magerbeet geht es in erster Linie um eine vielfältige, an magere Standorte angepasste Vegetation. Im Sandarium dagegen steht der offene, grabfähige Boden im Zentrum.

Oft wird ein Sandarium mit einem Magerbeet oder sogar einem Mini-Teich kombiniert, um unterschiedliche Lebensräume auf kleinem Raum zu schaffen.

2. Wie viel Bepflanzung verträgt ein Sandarium wirklich?

Die wichtigste Faustregel: Maximal 20–40 % der Fläche sollten bewachsen sein.

Der Rest bleibt dauerhaft offener Sand.

Warum?

  • Nistgänge werden direkt in den Boden gegraben
  • Pflanzen dürfen den Sand nicht durchwurzeln
  • Einfluglöcher müssen frei bleiben
  • Wärme und Trockenheit sind entscheidende Grundvoraussetzungen

Ein fachgerecht angelegtes Sandarium sieht für das menschliche Auge oft „zu leer“ aus – für Wildbienen ist genau das perfekt.

3. Erst Struktur, dann Sandarium bepflanzen

Bevor wir überhaupt an Stauden denken, braucht ein Sandarium Orientierungspunkte. Wildbienen und Grabwespen nutzen Strukturen, um ihre Nistplätze wiederzufinden.

Bewährt haben sich:

  • einzelne größere Steine als Wärmespeicher
  • ein Stück Totholz als Landmarke
  • leere Schneckenhäuser
  • ein kleiner Hügel oder eine Böschung
  • offene, unbewachsene Teilflächen

Diese Elemente sind vorerst wichtiger als jede Blüte. Erst danach denken wir über Pflanzen nach – und auch dann nur sehr zurückhaltend.

Ergänzend zum Sandarium können auch klassische Nisthilfen für Wildbienen sinnvoll sein – sie ersetzen den Boden nicht, erweitern aber das Angebot.

4. Die besten Pflanzen fürs Sandarium

Statt einfach viele „schöne“ Arten aufzuzählen, schauen wir darauf, was die Pflanzen im Sandarium leisten müssen:

  • extreme Trockenheit vertragen
  • mageren Boden lieben
  • zierlich und nicht wuchernd wachsen

4.1 Gerüstpflanzen – wenige, aber prägend

Flachblatt-Mannstreu (Eryngium planum)

Der Flachblatt-Mannstreu ist ein echter Strukturgeber im Sandarium. Die 30–80 cm hohe Staude wächst aufrecht und horstig, bildet eine tiefe Pfahlwurzel und beschattet den Boden nur wenig – ideal, damit der Sand grabfähig bleibt. Mit ihren blaugrünen, stachligen Blättern und den kugeligen blauen Blütenköpfchen setzt sie markante Akzente, ohne den offenen Charakter der Fläche zu stören.

Die Pflanze liebt sonnige, trockene und gut durchlässige Böden, kommt mit mageren Standorten hervorragend zurecht und ist sehr robust sowie winterhart. Für Wildbienen ist sie besonders wertvoll: Laut naturadb nutzen 29 Wildbienenarten den Mannstreu als Nektar- oder Pollenquelle, sieben davon sind sogar spezialisiert. Auch zahlreiche Schwebfliegen besuchen die Blüten regelmäßig.

👉 Im Sandarium setzen wir Mannstreu sparsam ein – ein Exemplar pro Quadratmeter reicht völlig, um Struktur und eine lange Blütezeit zu bieten.

Gemeine Ochsenzunge (Anchusa officinalis)

Die Gemeine Ochsenzunge passt ideal ins Sandarium, weil sie aufrecht und horstig wächst und dank ihrer Pfahlwurzel den Boden nicht verfestigt. Die 30–100 cm hohe Pflanze liebt sonnige, durchlässige und eher trockene Standorte – genau die Bedingungen, die auch bodennistende Wildbienen brauchen. Ihre intensiv violetten, rispenförmigen Blüten sind ein echter Magnet für Bestäuber.

Ökologisch gehört die Ochsenzunge zu den besonders wertvollen Arten: Laut naturadb nutzen 18 Wildbienenarten Nektar oder Pollen, darunter vier spezialisierte Arten. Auch Schmetterlinge, Raupen und Käfer profitieren von der Pflanze. Bestäubt wird sie vor allem von Wild- und Honigbienen sowie Schmetterlingen; die hellen Schlundschuppen in der Blüte lenken Bestäuber gezielt zum Nektar.

Da die Ochsenzunge meist zweijährig ist und sich zuverlässig selbst aussät, kann sie sich im Sandarium natürlich etablieren, ohne zur Konkurrenz für offene Bodenstellen zu werden. Sie ist robust, winterhart und kommt ohne Pflege oder Bewässerung aus.

👉 Im Sandarium setzen wir sie als lockeren, vertikalen Akzent ein – mit genügend Abstand, damit zwischen den Pflanzen offene Sandbereiche erhalten bleiben.

Gelbe Resede (Reseda lutea)

Die Gelbe Resede ist eine typische Pflanze trockener, steiniger Standorte und damit wie gemacht fürs Sandarium. Sie wächst aufrecht und buschig, wird 60–120 cm hoch und bildet zahlreiche lange Trauben mit hellgelben Blüten. Auch sie ist ein Pfahlwurzler und kommt deshalb mit den mageren, lockeren Sandbedingungen bestens zurecht.

Ökologisch ist die Resede eine wertvolle Trachtpflanze: Laut naturadb sammeln 15 Wildbienenarten hier Nektar oder Pollen, eine davon ist spezialisiert. Auch drei Schmetterlingsarten nutzen sie als Raupenfutter. Honigbienen besuchen die Blüten reichlich, was ihre Bedeutung als Bienenweide unterstreicht.

Die Pflanze ist meist zweijährig, sät sich leicht selbst aus und kommt ohne Pflege oder Bewässerung aus. Sie verträgt trockene, nährstoffarme Böden und volle Sonne.

👉 Im Sandarium setzen wir Gelbe Resede punktuell ein: Sie bringt Höhe und Blütenfülle. Häufig etabliert sie sich von selbst in für sie passenden Lücken.

4.2 Flache Polster – lassen Lücken frei

Sandthymian (Thymus serpyllum)

Der Sand-Thymian ist ein typischer Begleiter für offene, trockene Sandflächen. Als niedriger Halbstrauch bildet er 10–20 cm hohe, kriechende Polster und eignet sich gut als Bodendecker, lässt aber zwischen seinen Matten kleine Lücken frei. Er liebt volle Sonne und kommt mit mageren, durchlässigen Böden bestens zurecht.

Ökologisch gehört der Sand-Thymian zu den Top-Pflanzen für Insekten: Laut naturadb nutzen 41 Wildbienenarten seine Blüten als Nektar- oder Pollenquelle, darunter zwei spezialisierte Arten. Auch 14 Schmetterlingsarten und zahlreiche Raupen profitieren von ihm. Honigbienen sammeln bei größeren Beständen sogar sortenreinen Thymianhonig.

Die Pflanze ist robust, wintergrün und sehr pflegeleicht. Sie benötigt keine Bewässerung, ist schneckenunempfindlich und lässt sich leicht durch Teilung, Stecklinge oder Samen vermehren.

👉 Im Sandarium setzen wir Sand-Thymian sparsam ein: Er kann offene Bereiche rahmen, sollte aber nicht flächig den Boden schließen, damit ausreichend offene Strukturen erhalten bleiben.

Sonnenröschen (Helianthemum nummularium)

Das Sonnenröschen ist ein niedriger, 10–30 cm hoher Halbstrauch, der dichte, aber flache Polster bildet. Mit seinen behaarten, aufsteigenden Trieben und den goldgelben, schüsselförmigen Blüten passt es gut an trockene, magere und vollsonnige Standorte – genau die Bedingungen eines Sandariums. Die einzelnen Blüten halten zwar nur kurz, erscheinen dafür in großer Zahl über einen langen Zeitraum.

Ökologisch hat das Sonnenröschen viel zu bieten: Laut naturadb besuchen 23 Wildbienenarten die Blüten, eine davon ist spezialisiert. Auch zahlreiche Raupen und Schmetterlinge nutzen die Pflanze, darunter bekannte Arten wie das Kleine Nachtpfauenauge und verschiedene Bläulinge. Die Blüten liefern zwar wenig Nektar, dafür reichlich Pollen.

Das Sonnenröschen ist wintergrün, schneckenunempfindlich und sehr robust. Ein Rückschnitt nach der Blüte kann ein buschigeres Wachstum und eine zweite Blüte fördern, ist im Sandarium aber nicht zwingend nötig.

👉 Im Sandarium setzen wir Sonnenröschen als flachen Begleiter ein: Es rahmt offene Sandbereiche, ohne sie vollständig zu bedecken, und bietet über Wochen eine wichtige Pollenquelle.

Felsen-Fetthenne (Sedum rupestre)

Die Felsen-Fetthenne ist ein robustes, heimisches Dickblattgewächs, das mit seinen tannennadelartigen, blaugrünen Trieben flache Polster bildet. Sie wird 15–25 cm hoch, ist wintergrün und fühlt sich auf trockenen, mageren und sonnigen Standorten besonders wohl.

Ökologisch ist die Tripmadam eine zuverlässige Trachtpflanze: Laut naturadb nutzen 12 Wildbienenarten ihre Blüten als Nektar- oder Pollenquelle, außerdem besuchen Schwebfliegen und Käfer die gelben, sternförmigen Dolden. Auch einige Schmetterlingsraupen finden hier Nahrung.

Die Pflanze gilt als sehr pflegeleicht und unverwüstlich, lässt sich einfach über Stecklinge oder Samen vermehren und kommt ohne Bewässerung aus. Da sie als Flachwurzler jedoch stark wuchert, braucht sie im Sandarium eine klare Begrenzung.

👉 Wir setzen Tripmadam nur sehr zurückhaltend ein – am besten als kleine Insel am Rand, damit sie offene Sandflächen nicht überwächst und der Nistraum erhalten bleibt.

4.3 Zarte Begleiter

Karthäusernelke (Dianthus carthusianorum)

Die Karthäusernelke ist ein heimisches Nelkengewächs, das trockene und nährstoffarme Standorte liebt. Sie wächst aufrecht und horstig, wird 15–40 cm hoch und bildet Büschel aus leuchtend pinken, etwa zwei Zentimeter großen Blüten mit leichtem Vanilleduft. Durch ihren lockeren Wuchs passt sie gut in ein Sandarium, ohne den Boden zu stark zu beschatten.

Für die Insektenwelt ist die Karthäusernelke eine wichtige Pollenquelle: Laut naturadb nutzen 13 Wildbienenarten die Blüten, außerdem profitieren 15 Schmetterlingsarten und mehrere Raupenarten von der Pflanze. Der tief liegende Nektar wird vor allem von langrüsseligen Faltern erreicht.

Die Pflanze ist unkompliziert, winterhart und schneckenunempfindlich. Sie vermehrt sich leicht über Samen und sät sich auch selbst aus, ohne dabei aufdringlich zu werden. Ein Rückschnitt nach der Blüte kann eine zweite Blühphase anregen.

👉 Im Sandarium setzen wir Karthäusernelken als zarte Farbtupfer ein – sie bringen Blütenvielfalt, bleiben dabei aber locker genug, um offene Sandstellen zu erhalten.

Rundblättrige Glockenblume (Campanula rotundifolia)

Die Rundblättrige Glockenblume ist eine zierliche, 10–25 cm hohe Staude, die auf mageren und eher trockenen Böden besonders gut gedeiht. Sie wächst aufrecht und locker, trägt mehrere blau-violette Glockenblüten pro Stängel und beschattet den Boden nur wenig.

Ökologisch zählt sie zu den besonders wertvollen Arten: Laut naturadb nutzen 38 Wildbienenarten ihre Blüten als Nektar- oder Pollenquelle, darunter 12 spezialisierte Arten. Auch zahlreiche Raupen und Schmetterlinge profitieren von der Pflanze. Hauptbestäuber sind Bienen, zusätzlich kann Selbstbestäubung stattfinden.

Die Glockenblume ist winterhart, schneckenunempfindlich und kommt ohne Pflege aus. Sie bevorzugt durchlässige, nährstoffarme Standorte und eignet sich auch für Dachbegrünungen – ein gutes Zeichen dafür, wie robust sie mit Trockenheit umgehen kann.

👉 Im Sandarium setzen wir sie als filigranen Begleiter ein: Sie bringt Blütenfarbe und Insektenvielfalt.

Duft-Skabiose (Scabiosa canescens)

Die Duft-Skabiose ist eine sommergrüne, 20–50 cm hohe Staude, die trockene und kalkreiche Standorte liebt. Mit ihren aufrechten Blütenstängeln und den lila, stark duftenden Blütenköpfen bringt sie von Juli bis Oktober Farbe und Insektenleben ins Sandarium.

Ökologisch ist sie besonders wertvoll: Laut naturadb nutzen 14 Wildbienenarten die Blüten als Nektar- oder Pollenquelle, darunter fünf spezialisierte Arten. Auch zahlreiche Schmetterlinge, Raupen, Schwebfliegen und Käfer profitieren von der Pflanze. Damit zählt sie zu den wichtigen Sommer- und Spätblühern für magere Standorte.

Die Duft-Skabiose wächst als Tiefwurzler auf Trockenrasen, in lichten Föhrenwäldern und auf steinigen Hängen – Lebensräume, die einem Sandarium sehr ähneln. Sie ist schneckenunempfindlich, benötigt keine Bewässerung und kommt mit nährstoffarmen Böden bestens zurecht.

👉 Im Sandarium setzen wir sie an den Rand oder in kleine Gruppen: Ihr aufrechter Wuchs schafft Blütenangebote, ohne die offenen Sandflächen zu verdrängen.

4.4 Frühstarter

Küchenschelle (Pulsatilla vulgaris)

Die Küchenschelle ist eine kleine, ausdauernde Staude für sonnige und magere Standorte – und einer der wichtigsten Frühstarter im Sandarium. Noch bevor die Blätter erscheinen, öffnen sich ihre glockenförmigen, meist violettfarbenen Blüten und bieten Hummeln und Bienen früh im Jahr Nektar und reichlich Pollen.

Die Pflanze wächst horstig und bleibt mit 5–30 cm Höhe angenehm kompakt. Als Pfahlwurzler kommt sie gut mit durchlässigen Böden zurecht, sollte aber möglichst einmal gepflanzt nicht mehr umgesetzt werden. Staunässe verträgt sie nicht, Wärme und ein kalkhaltiger, magerer Boden sind dagegen ideal.

Ökologisch ist die Küchenschelle wertvoll: Laut naturadb nutzen 19 Wildbienenarten ihre Blüten, außerdem mehrere Schwebfliegen und Käfer. Auch zwei Nachtfalterarten verwenden sie als Raupenfutter.

👉 Im Sandarium setzen wir Küchenschellen als frühe Lichtpunkte ein: Sie eröffnen die Saison, bleiben niedrig und lassen zwischen den Horsten viel offenen Sand für Nistgänge.

Frühlings-Fingerkraut (Potentilla verna)

Das Frühlings-Fingerkraut ist ein niedrig bleibender, teppichbildender Bodendecker, der trockene und nährstoffarme Standorte liebt. Mit seinen saftig grünen, fiederteiligen Blättern und den goldgelben, schalenförmigen Blüten bleibt es mit 5–10 cm Höhe angenehm flach und eignet sich gut, um offene Sandflächen sanft zu rahmen.

Ökologisch zählt es zu den besonders bienenfreundlichen Arten: Laut naturadb nutzen 54 Wildbienenarten den Pollen des Frühlings-Fingerkrauts, vor allem Sand- und Schmalbienen. Nektar wird zwar nur wenig produziert, doch als Pollenquelle hat die Pflanze eine große Bedeutung für bodennistende Arten.

Die Staude ist winterhart und pflegeleicht. Sie bevorzugt sonnige, kalkhaltige Böden und lässt sich leicht durch Samen, Stecklinge oder Teilung vermehren. Da sie als Flachwurzler stark konkurrierend wächst, braucht sie im Sandarium etwas Aufmerksamkeit.

👉 Im Sandarium setzen wir Frühlings-Fingerkraut nur sehr dosiert als kleine Inseln ein, die Blüten für Wildbienen bieten.

Frühlings-Hungerblümchen (Draba verna)

Das Frühlings-Hungerblümchen ist ein winziger, nur wenige Zentimeter hoher Kreuzblütler, der wie kaum eine andere Art für offene, trockene Sandflächen steht. Es besteht überwiegend aus einer flachen Blattrosette und bildet im Frühjahr zarte, weiße Kreuzblüten an aufrechten Stängeln – genau in der Zeit, in der viele bodennistende Wildbienen aktiv werden.

Ökologisch ist das unscheinbare Pflänzchen überraschend wertvoll: Laut naturadb nutzen 37 Wildbienenarten Nektar oder Pollen, davon sieben spezialisierte Arten. Die leicht zugänglichen Blüten werden von zahlreichen Insekten bestäubt und sind zudem Nahrung für verschiedene Käfer, Schmetterlinge und weitere Kleintiere.

Das Hungerblümchen ist einjährig, extrem dürreresistent und absolut pflegeleicht. Es benötigt viel Sonne, einen durchlässigen Boden und keinerlei Bewässerung. Durch Selbstaussaat taucht die Pflanze oft genau dort auf, wo offene Lücken vorhanden sind.

👉 Im Sandarium lassen wir Frühlings-Hungerblümchen gern von selbst einwandern: Es besiedelt freie Stellen, ohne sie dauerhaft zu schließen, und bietet schon sehr früh im Jahr wertvolle Nahrung.

Sand-Fingerkraut (Potentilla incana)

Das Sand-Fingerkraut ist eine niedrige, nur 8–10 cm hohe Staude, die rasenartige Bestände bildet und typische Sandstandorte liebt. Mit ihren weißgrauen, behaarten Blättern und den gelben Blüten von März bis Mai gehört sie zu den frühen Begleitpflanzen im Sandarium, ohne dabei hohe Schatten zu werfen.

Ökologisch ist die Art sehr interessant: Laut naturadb nutzen 42 Wildbienenarten Nektar oder Pollen, außerdem verschiedene Raupen, Schwebfliegen und Käfer. Damit bietet das Sand-Fingerkraut schon im zeitigen Frühjahr ein wichtiges Nahrungsangebot für bodennistende Arten.

Die Pflanze wächst auf sandigen, steinigen und nährstoffarmen Böden und ist licht- und wärmeliebend. Als Flachwurzler bildet sie zwar dichte Matten, besitzt jedoch keine ausläuferartigen Rhizome und bleibt dadurch gut kontrollierbar.

👉 Im Sandarium setzen wir Sand-Fingerkraut nur in kleinen Bereichen ein: Es kann freie Zonen sanft einrahmen, sollte aber nicht großflächig als Bodendecker genutzt werden.

5. Mini-Pflanzplan für 5 m²

Ein Sandarium funktioniert am besten, wenn wir es wie eine kleine Düne denken – mit viel Raum zwischen wenigen, gut gewählten Pflanzen. Für eine Fläche von rund 5 Quadratmetern hat sich dieser einfache Grundplan bewährt:

Sandarium-Pflanzauswahl für 5 m²

  • 2 × Mannstreu
  • 2 × Ochsenzunge
  • 2 × Sandthymian
  • 1 × Sonnenröschen
  • 2 × Karthäusernelke
  • 1 × Rundblättrige Glockenblume
  • 1 × Küchenschelle
  • 1 kleine Gruppe Kugellauch

Aufrechte Arten wie Mannstreu und Ochsenzunge geben Struktur, ohne zu beschatten. Flache Polster wie Sandthymian oder Sonnenröschen rahmen die freien Sandflächen. Frühstarter wie die Küchenschelle sorgen für ein erstes Nahrungsangebot, während Kugellauch und Karthäusernelke im Sommer Akzente setzen.

Sandarium bepflanzen, darauf musst du achten

  • Setze die höheren Pflanzen an den Rand oder in den Hintergrund, damit der Kern des Sandariums offen bleibt.
  • Halte zwischen den Pflanzen mindestens 20–30 cm Abstand.
  • Pflanze nie in Reih und Glied – besser locker und unregelmäßig wie in einer natürlichen Sandfläche.
  • Vermeide Pflanzerde oder Kompost im Pflanzloch: Wir nutzen ausschließlich den vorhandenen Sand.

Wenn sich etwas von selbst ansiedelt

Tauchen später Arten wie Hungerblümchen oder Fingerkräuter von allein auf, lassen wir sie in kleinen Mengen stehen. Das Sandarium darf sich entwickeln – nur dichtes Zuwachsen bremsen wir aus.

6. Typische Fehler beim Bepflanzen eines Sandariums

Damit ein Sandarium wirklich funktioniert, sollten wir diese typischen Fehler vermeiden:

Fehler 1: Wildblumenmischung aussäen

Mischungen bilden dichten Wurzelfilz – Nistgänge brechen ein bzw. Sanfläche wird überwuchert.

Fehler 2: Mulchen „gegen Unkraut“

Mulch verschließt Einfluglöcher und verändert das Mikroklima.

Fehler 3: Zu dicht pflanzen

Ein Sandarium ist kein Steingarten und kein Staudenbeet. Je dichter wir pflanzen, desto stärker durchwurzelt sich der Sand – und genau diese lockere Struktur brauchen Wildbienen zum Graben ihrer Nistgänge.

Fehler 4: Gießen aus Gewohnheit

Feuchtigkeit fördert unerwünschte Pflanzen, verdichtet den Sand und fördert Moosbildung.

Fehler 5: Kompost einarbeiten

Nährstoffe in Form von Kompost oder Erde verwandeln dein Sandarium in ein normales Gartenbeet. Statt magerer Spezialisten wachsen plötzlich konkurrenzstarke Allerweltsstauden – und der offene Nistraum geht verloren.

7. Pflege: Weniger tun ist mehr

Ein Sandarium ist kein Beet, das regelmäßig betreut werden möchte. Die wichtigste Pflege besteht darin, den offenen Charakter zu bewahren:

  • aufkommende Beikräuter nur punktuell entfernen, wenn sie größere Flächen schließen
  • bei Bedarf etwas Sand nachfüllen, statt Erde einzubringen
  • Strukturen wie Steine oder Totholz an Ort und Stelle lassen

Mehr müssen wir nicht tun – ein Sandarium entwickelt sich am besten, wenn wir es weitgehend in Ruhe lassen.

8. So erkennst du, dass es funktioniert

Ein gut bepflanztes Sandarium zeigt:

  • kleine Sandhügel mit Einfluglöchern
  • Bienen, die Blüten direkt am Sand besuchen
  • Grabwespen
  • Pflanzen, die lückig bleiben
  • vielleicht sogar Eidechsen

Dann ist die Balance aus Nistraum und Begleitpflanzen gelungen.

Fazit

Ein Sandarium wird nicht bepflanzt wie ein Beet – es wird begleitet wie eine kleine Düne. Offener Sand bleibt der Star, Pflanzen spielen die Nebenrolle.

  • lückig statt üppig
  • mager statt „gut versorgt“
  • Struktur vor Blüte

So entsteht ein Lebensraum, den bodennistende Wildbienen in unseren Gärten dringend brauchen.

FAQ: Häufige Fragen rund ums Sandarium bepflanzen

Darf man ein Sandarium gießen?

Nein. Wer ein Sandarium bepflanzen möchte, sollte bewusst auf Gießen verzichten. Feuchtigkeit verdichtet den Sand, fördert Moos und konkurrenzstarke Pflanzen – genau das schadet bodennistenden Wildbienen.

Wie viel Prozent dürfen beim Sandarium bepflanzt sein?

Maximal 20–40 % der Fläche sollten bewachsen sein. Der größte Teil muss dauerhaft offener, grabfähiger Sand bleiben – sonst verliert das Sandarium seine Funktion als Nistraum.

Kann ich Blumenerde oder Kompost verwenden?

Nein. Beim Sandarium bepflanzen verwenden wir ausschließlich den vorhandenen Sand. Erde oder Kompost bringen zu viele Nährstoffe ein und verwandeln die Fläche in ein normales Beet.

Sind Ameisen im Sandarium ein Problem?

Ameisen sind meist normale Mitbewohner offener Sandflächen und kein Grund zur Sorge. Entscheidend ist, dass weiterhin Wildbienen-Einfluglöcher sichtbar bleiben.

Welche Pflanzen sind fürs Sandarium tabu?

Ungeeignet sind stark wuchernde Bodendecker, nährstoffliebende Stauden und Wildblumenmischungen. Sie bilden dichten Wurzelfilz und schließen den Sand.

Muss ich ein Sandarium im Winter abdecken?

Nein. Ein Sandarium bleibt ganzjährig offen. Abdeckungen oder Mulch würden Einfluglöcher verschließen und das Mikroklima verändern.

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