Kaum ein Gartentier ist so umstritten wie der Ohrwurm. Während manche ihn gezielt fördern, reagieren andere mit Ekel oder Sorge – besonders dann, wenn angeknabberte Blätter oder Früchte auftauchen. Schnell stellt sich die Frage:
Sind Ohrwürmer nützlich oder schädlich?
Die Antwort ist differenziert. Ohrwürmer sind weder klassische Schädlinge noch reine Nützlinge. In den meisten Gärten leisten sie wertvolle Arbeit – unter bestimmten Bedingungen können sie jedoch auch Pflanzen schädigen. In diesem Artikel ordnen wir das sachlich ein und erklären, was das konkret für deinen Garten bedeutet.
Inhaltsverzeichnis
- Sind Ohrwürmer gefährlich für Menschen?
- Warum Ohrwürmer im Garten nützlich sind
- Wann können Ohrwürmer schädlich sein?
- Ohrwürmer im Vergleich zu anderen Nützlingen
- Sollte man Ohrwürmer bekämpfen?
- Wie man Ohrwürmer sinnvoll in den Garten integriert
- Fazit: Sind Ohrwürmer nützlich oder schädlich?
- Häufige Fragen zu Ohrwürmern

1. Sind Ohrwürmer gefährlich für Menschen?
Kurz gesagt: Nein.
Ohrwürmer:
- sind nicht giftig
- stechen nicht
- übertragen keine Krankheiten
Die auffälligen Zangen am Hinterleib wirken bedrohlich, dienen aber vor allem der Verteidigung, der Orientierung und der Paarung. Für Menschen stellen sie keinerlei Gefahr dar.
Auch der bekannte Mythos, Ohrwürmer würden nachts in Ohren kriechen, ist wissenschaftlich widerlegt und beruht auf altem Aberglauben.

2. Warum Ohrwürmer im Garten nützlich sind
In naturnahen Gärten zählen Ohrwürmer zu den wichtigen Helfern.
Natürliche Schädlingsbekämpfung
Ohrwürmer ernähren sich unter anderem von:
- Blattläusen
- Milben
- kleinen Raupen
- Insekteneiern
Als überwiegend nachtaktive Insekten gehen Ohrwürmer dann auf Nahrungssuche, wenn viele andere Nützlinge ruhen, und ergänzen so die natürliche Schädlingsregulation im Garten.

Beitrag zum ökologischen Gleichgewicht
Neben tierischer Nahrung fressen Ohrwürmer auch abgestorbenes Pflanzenmaterial. Dadurch:
- unterstützen sie den Abbau organischer Reste
- helfen bei der Nährstoffrückführung
- stabilisieren das natürliche Gleichgewicht im Garten
Gerade in Mischkulturen und Naturgärten sind sie daher wertvolle Mitspieler.
3. Wann können Ohrwürmer schädlich sein?
So wichtig Ohrwürmer sind – sie sind Allesfresser. Unter bestimmten Bedingungen können sie daher auch Pflanzen schädigen.
Beobachtungen aus Praxis und Gartenbau zeigen, dass solche Fraßschäden vor allem in sehr trockenen Sommern auftreten und meist ein Zeichen für Nahrungs- oder Wassermangel sind – nicht für ein grundsätzliches Problem.
Problematisch wird es vor allem, wenn:
- längere Trockenperioden herrschen
- sehr viele Ohrwürmer auf engem Raum leben
- natürliche Rückzugsräume fehlen
Dann knabbern sie gelegentlich an:
- reifen Früchten (z. B. Zwetschgen, Pfirsichen, Trauben)
- weichen Blättern
- Blüten von Zierpflanzen wie Dahlien oder Chrysanthemen
Wichtig dabei:
Die Schäden bleiben in der Regel oberflächlich und sind deutlich geringer als bei klassischen Schädlingen wie Raupen, Schnecken oder Wühlmäusen.

4. Ohrwürmer im Vergleich zu anderen Nützlingen
Im Vergleich zu anderen Garten-Nützlingen übernehmen Ohrwürmer eine besondere Rolle: Während Marienkäfer stark auf Blattläuse spezialisiert sind und Florfliegenlarven als besonders effiziente Schädlingsjäger gelten, sind Ohrwürmer flexible Allesfresser.
Gerade diese Vielseitigkeit macht sie im Garten so wertvoll – vor allem in naturnahen, vielfältigen Strukturen.
5. Sollte man Ohrwürmer bekämpfen?
Nein. Eine Bekämpfung ist in den meisten Fällen weder nötig noch sinnvoll.
Chemische Mittel:
- schädigen das ökologische Gleichgewicht
- treffen auch andere Nützlinge
- verschärfen langfristig Schädlingsprobleme
Statt Ohrwürmer zu bekämpfen, ist es sinnvoller, sie gezielt zu lenken – etwa durch Rückzugsorte abseits empfindlicher Pflanzen.
👉 Hinweis: Wie du Ohrwürmern gezielt einen Unterschlupf bietest, zeigen wir im Artikel „Ohrwurmhotel selber basteln – Anleitung!“.

6. Wie man Ohrwürmer sinnvoll in den Garten integriert
- Rückzugsorte schaffen (z. B. Tontöpfe mit Stroh oder Holzwolle)
- naturbelassene Ecken zulassen
- auf chemische Pflanzenschutzmittel verzichten
- empfindliche Früchte/Pflanzen beobachten, statt vorschnell einzugreifen
So profitieren Garten und Pflanzen von den Ohrwürmern – ohne nennenswerte Schäden.

7. Fazit: Sind Ohrwürmer nützlich oder schädlich?
Ohrwürmer sind überwiegend nützlich.
Sie:
- fressen Schädlinge
- unterstützen das ökologische Gleichgewicht
- sind harmlos für Menschen
In Ausnahmefällen können sie geringe Pflanzenschäden verursachen. Das ist jedoch kein Grund zur Bekämpfung, sondern ein Hinweis auf ein lebendiges, natürliches Gartensystem.
Wer Ohrwürmer versteht und richtig einbindet, profitiert langfristig von ihnen.
8. FAQ – häufige Fragen zu Ohrwürmern
Nein. Ohrwürmer zählen überwiegend zu den Nützlingen und helfen bei der natürlichen Schädlingskontrolle im Garten.
Gelegentlich ja – vor allem bei Trockenheit oder Nahrungsmangel. Die Schäden sind meist gering und lokal begrenzt.
Nein. Stattdessen ist es sinnvoller, ihnen gezielt Rückzugsorte anzubieten und sie vom empfindlichen Pflanzenbereich fernzuhalten.
Ja. Ohrwurmhotels bieten tagsüber einen sicheren Unterschlupf und sorgen dafür, dass Ohrwürmer nachts gezielt im Garten aktiv sind.
In direkter Nähe zu Wildbienen-Nisthilfen können sie Larven oder Pollenvorräte plündern. Deshalb sollte man ausreichend Abstand einhalten.

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