Vögel beobachten gehört für uns einfach zum Garten dazu. Egal ob Meise, Rotkehlchen oder Spatz – gerade im Herbst und Winter ist am Futterplatz immer etwas los. Bisher hieß das: kurz ans Fenster gehen, Fernglas schnappen und hoffen, dass man den richtigen Moment nicht verpasst.
Mit dem Birdfy Feeder 2 Pro verspricht der Hersteller Netvue genau hier Abhilfe: ein Vogelfutterhaus mit integrierter Kamera, KI-gestützter Vogelerkennung, App-Anbindung und Solarpanel. Klingt nach Spielerei? Oder nach einem echten Mehrwert für Naturfreunde?
Wir haben das smarte Vogelhaus mehrere Wochen im Garten getestet und zeigen dir, was es wirklich kann, wo seine Stärken liegen – und für wen es sich lohnt.
Inhaltsverzeichnis
- Was ist der Birdfy Feeder 2 Pro?
- Lieferumfang und erster Eindruck
- Aufbau und Montage im Garten
- Kamera und Bildqualität im Praxistest
- KI-Vogelerkennung: Spielerei oder sinnvoll?
- Die Birdfy-App im Alltag
- Stromversorgung mit Solarpanel
- Wetterfestigkeit
- Für wen lohnt sich der Birdfy Feeder 2 Pro?
- Unser Fazit zum Birdfy Feeder 2 Pro
- Häufige Fragen zum Birdfy Feeder 2 Pro

1. Was ist der Birdfy Feeder 2 Pro?
Ziel ist es, Vogelbeobachtung nicht nur passiv, sondern durch Livebilder, Benachrichtigungen und KI-Erkennung interaktiv zu gestalten:

Das Futterhaus erkennt anfliegende Vögel automatisch, filmt sie, macht Fotos und schickt dir alles direkt aufs Smartphone.
Besonderheiten sind unter anderem:
- Dual-Kamera-System (Weitwinkel + Porträt)
- KI-Erkennung von über 6000 Vogelarten
- Live-Benachrichtigungen, sobald ein Vogel landet
- kostenlose Cloud-Speicherung
- Solarpanel zur dauerhaften Stromversorgung

2. Lieferumfang und erster Eindruck
Beim Auspacken macht der Birdfy Feeder 2 Pro einen sehr hochwertigen Eindruck. Das Kunststoffgehäuse wirkt robust und sauber verarbeitet. Auffällig ist sofort, wie durchdacht die gesamte Bauform ist: Alle Kanten sind abgerundet, sodass sich nirgendwo Wasser sammeln kann.

Das Futtersilo ist vollständig gegen eindringenden Regen von oben geschützt. Lediglich das Futter im unteren Ausgabebereich kommt bei Niederschlag mit Wasser in Kontakt – aber auch hier ist alles so konstruiert, dass Regen gezielt nach unten abläuft und sich nicht staut.
Im Lieferumfang enthalten sind:
- das Vogelfutterhaus mit integrierter Kamera
- ein Solarpanel
- Montagematerial
- USB-Ladekabel
- Kurzanleitung
Transparenzhinweis
Die Birdfy Vogelfutterstation mit Kamera wurde uns vom Hersteller Netvue kostenfrei zur Verfügung gestellt. Unsere Meinung und unser Testergebnis bleiben davon unbeeinflusst.

Positiv: Alles Nötige ist dabei, zusätzliche Käufe sind nicht erforderlich.
Hinweis zu einem vorherigen Produkttest:
Im vergangenen Jahr haben wir bereits den Birdfy Feeder Bamboo desselben Herstellers getestet und dabei kritisch angemerkt, dass sich das Bambusmaterial schon nach kurzer Zeit deutlich verfärbt hat. Den ausführlichen Test findest du in diesem Testbericht.
Beim Birdfy Feeder 2 Pro setzt der Hersteller nun auf ein anderes Material: Statt Holz kommt ein Gehäuse aus PC + ABS (zu 20 % recycelt) zum Einsatz. Wir sind gespannt, wie sich diese Materialwahl im langfristigen Outdoor-Einsatz bewährt.
3. Aufbau und Montage im Garten
Der Aufbau ist unkompliziert und auch ohne technisches Vorwissen machbar. Im Prinzip ist das smarte Vogelfutterhaus bereits fix und fertig vormontiert.

Die Sitzstange für die Vögel wird einfach von vorn an die Futterausgaberinne geklipst. Die Kameraeinheit wird anschließend mit einer kleinen Gewindeschraube von unten am Futterhaus befestigt – das ist in wenigen Handgriffen erledigt.

Für die Montage stehen mehrere Möglichkeiten zur Verfügung:
Soll das Futterhaus an einem Baum befestigt werden, kann der mitgelieferte Gurt genutzt werden, mit dem zunächst eine Montageplatte am Stamm fixiert wird. Das Futterhaus selbst wird danach nur noch eingehängt.
Alternativ lässt sich die Montageplatte direkt an einer Hausfassade oder an einem Pfosten verschrauben, was für besonders festen Halt sorgt.
Das Futterhaus lässt sich also flexibel an Pfosten, Bäumen oder Geländern anbringen. Wichtig ist dabei ein Standort mit:
- freier Sicht auf den Futterplatz
- ausreichend Tageslicht für das Solarpanel
- möglichst katzensicher platziert
Die Verbindung mit dem WLAN erfolgt anschließend über die App. Wichtig zu wissen:
👉 Das Gerät nutzt 2,4-GHz-WLAN, kein 5-GHz-Netz.
Einrichtung des Birdfy Feeder 2 Pro über die App
Die App führt Schritt für Schritt durch die Einrichtung. Auf der Rückseite der Kamera befindet sich ein Aufkleber mit einem QR-Code, der zunächst mit dem Smartphone gescannt wird. Anschließend erzeugt die App einen neuen QR-Code auf dem Smartphone-Display, der für einige Sekunden direkt vor die Vogelkamera gehalten werden muss. Sobald die Kamera den Code erkannt hat, ist die Verbindung hergestellt – einfacher geht’s kaum 😊


4. Kamera und Bildqualität im Praxistest
Wer einen Blick auf die nackten Leistungsdaten wirft, wird zunächst eher nüchtern reagieren: Die Videoaufnahmen stammen aus einer 2-MP-Weitwinkelkamera (1080p), die Fotos aus einer separaten 3-MP-Porträtkamera mit 2K-Auflösung.

Gerade mit Blick auf den heutigen Stand der Technik hätte man erwartet, dass 4K-Kameras im Bereich „smarter Garten“ längst Standard sind. Dass Birdfy hier weiterhin auf vergleichsweise moderate Auflösungen setzt, ist für uns nicht ganz nachvollziehbar.
Allerdings muss man fair bleiben: Im direkten Vergleich mit anderen smarten Vogelfutterstationen auf dem Markt bewegt sich der Birdfy Feeder 2 Pro auf einem gleichwertigen Niveau. Wirklich hochauflösende Kameras sind in diesem Segment bislang absolute Ausnahme.
Der große Pluspunkt liegt deshalb weniger in der reinen Auflösung, sondern im Dual-Lens-System. Die Kombination aus Weitwinkelkamera für Videos und einer separaten Porträtkamera, die automatisch heranzoomt und Fotos erstellt, ist ein echter Mehrwert. Gerade bei kleineren Vogelarten funktioniert das deutlich besser als bei Modellen mit nur einer Kamera.
Die Bild- und Videoergebnisse sind insgesamt angenehm und stimmig. Sie eignen sich hervorragend, um das Geschehen am Futterplatz zu beobachten und zu erkennen, welche Vogelarten im eigenen Garten aktiv sind. Für hochwertige Fotodrucke sind die Vogelaufnahmen allerdings nicht gedacht – dafür fehlt es schlicht an Auflösung und Details.
Im Vergleich zum Vorgängermodell (Birdfy Feeder Bamboo) ist zwar ein qualitativer Fortschritt bei den Video- und Bildaufnahmen erkennbar, dieser fällt aus unserer Sicht jedoch relativ gering aus. Wer den Birdfy Feeder Bamboo kennt, wird in den Aufnahmen eine leichte Verbesserung sehen, aber keinen großen Aha-Moment erleben.
Video-Beispiel: Birdfy Feeder 2 Pro
Video-Beispiel: Birdfy Feeder Bamboo
Smarte Vogelfutterstationen sind bei uns kein ganz neues Thema. In einem ausführlichen Vergleich haben wir bereits zwei Modelle – Netvue Birdfy Bamboo Feeder und Reli Birddy – getestet und dabei gezeigt, was smarte Futterstationen mit Kamera heute leisten können (und wo sie noch schwächeln).
👉 Den großen Überblick findest du hier: „Smarte Vogelfutterstationen – Netvue Birdfy & Reli Birddy im Test“.
In diesem Artikel schauen wir uns nun ein weiteres Modell genauer an und prüfen, ob die Technik inzwischen ausgereifter ist – insbesondere bei Bildqualität, App und KI-Funktionen.
5. KI-Vogelerkennung: Spielerei oder sinnvoll?
Die integrierte KI erkennt über 6000 Vogelarten weltweit. In unserem Test lag sie bei heimischen Arten wie:
- Kohlmeise
- Blaumeise
- Rotkehlchen
- Amsel
immer richtig!
Natürlich ist die KI nicht unfehlbar – gerade bei Jungvögeln oder ungünstigem Licht kann es Fehlzuordnungen geben. Trotzdem ist der Lerneffekt enorm, vor allem:
- für Kinder
- für Einsteiger in die Vogelbestimmung
- für alle, die ihre Gartenbesucher besser kennenlernen möchten
6. Die Birdfy-App im Alltag
Die App ist kostenlos und bietet:
- Live-Übertragung
- Push-Benachrichtigungen („Ein Vogel ist da!“)
- automatisch gespeicherte Clips & Fotos
- Monatsrückblicke der tierischen Besucher
- kostenlose Cloud-Speicherung (30 Tage)
Besonders gefallen hat uns, dass keine Pflicht-Abos nötig sind, um die smarte Vogelfutterstation sinnvoll zu nutzen.
Kleiner Wermutstropfen
Damit die App wirklich nur dann via Push-Nachricht informiert, dass ein Vogel oder Eichhörnchen am Futterplatz ist (sie kann Tiere von Menschen unterscheiden), müssen die KI-Funktionen abonniert sein.
Wird die Futterstation also an einem Ort aufgestellt, an dem regelmäßig Menschen vorbeilaufen, kommt es ohne Abonnement zu häufigen Fehlmeldungen und unnötigen Cloud-Aufzeichnungen.
7. Stromversorgung mit Solarpanel
Da wir bereits das Vorgängermodell im Einsatz hatten, können wir das Thema Akku und Solarpanel gut einschätzen. Im Sommer lag der Akkustand bei uns konstant zwischen 98 und 100 Prozent – selbst dann, wenn die Kamera mehrmals täglich ausgelöst und aufgezeichnet hat.

Auch im Winter hat sich das Solarpanel als zuverlässig erwiesen. Die geringere Sonneneinstrahlung reicht aus, um das Gerät sicher durch die kalte Jahreszeit zu bringen. In unserem Fall kamen wir bislang jedes Mal ohne manuelles Nachladen bis ins Frühjahr.
👉 Für uns ist das nicht nur komfortabel, sondern ein klarer Pluspunkt in Hinblick auf Alltagstauglichkeit und Nachhaltigkeit.
8. Wetterfestigkeit
Der Birdfy Feeder 2 Pro ist nach IP66 zertifiziert und damit:
- regenfest und schneefest (Schutz gegen Wasserstrahlen mit hohem Druck von 100 Litern pro Minute)
- Vollständiger Schutz gegen Staub
- hitze- und frosttauglich
Auch nach mehreren Wochen im Garten gab es keinerlei Probleme durch Feuchtigkeit oder Temperaturschwankungen. Der USB-C-Port zum Anschluss des Solarpanels ist zusätzlich durch eine passgenaue Gummiabdeckung geschützt, sodass auch an dieser empfindlichen Stelle kein Wasser eindringen kann.

9. Für wen lohnt sich der Birdfy Feeder 2 Pro?
Aus unserer Sicht besonders für:
- Vogel- und Naturfans
- Familien mit Kindern
- Gartenbesitzer mit Interesse an Artenvielfalt
- Menschen, die auch aus dem Büro oder Urlaub in den Garten schauen möchten
Weniger sinnvoll ist der Birdfy Feeder 2 Pro, wenn:
- kein stabiles WLAN im Garten verfügbar ist
- man bewusst auf Technik verzichten möchte
10. Unser Fazit zum Birdfy Feeder 2 Pro
Der Birdfy Feeder 2 Pro ist mehr als ein Spielzeug. Er verbindet Naturbeobachtung mit moderner Technik auf eine überraschend sinnvolle Art.
Uns hat besonders gefallen:
- die zuverlässige KI-Erkennung von Vögeln und Eichhörnchen
- die einfache Bedienung und Einrichtung
- die kostenlose App
- der Lerneffekt (sofern KI-Abonnement aktiv ist)
11. Häufige Fragen zum Birdfy Feeder 2 Pro
Nein. Die wichtigsten Funktionen sind kostenlos nutzbar.
Ja, das Gerät ist wetterfest und für den Ganzjahreseinsatz geeignet.
Nicht immer perfekt, aber erstaunlich zuverlässig – vor allem bei heimischen Arten.
Ja, Clips lassen sich jederzeit herunterladen.

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