10 coole Fakten über Feuerwanzen

Zuletzt aktualisiert: 15. Januar 2026

Knallrot, schwarz gemustert und oft gleich im ganzen Grüppchen unterwegs – Feuerwanzen (Pyrrhocoris apterus) gehören zu den Insekten, die du sicher schon mal gesehen hast. Und das Beste: Hinter dem „auffälligen Look“ steckt ziemlich viel Nutzen für den Garten – plus ein paar absolut skurrile Fun Facts. 😄

Die folgenden zehn Fakten zeigen, warum sie ökologisch interessant sind – und warum man sie genauer betrachten sollte.

1. Müllabfuhr

Feuerwanzen sind echte „Aufräumer“. Sie saugen abgestorbene Samen, Pflanzenreste und auch mal tote Insekten aus – übrig bleibt meist nur die leere Hülle. Das klingt minimal eklig, ist aber für den Garten super: Durch ihre Fraßtätigkeit beschleunigen Feuerwanzen den Abbau organischer Reste und unterstützen so die Humusbildung im Boden.

2. Stink-Alarm

Feuerwanzen können Duftstoffe abgeben, die Fliegen und sogar Mücken fernhalten. Für uns Menschen sind diese Gerüche nicht wahrnehmbar – für Insekten aber offenbar eine klare Ansage. Und: Über diese Düfte “reden” Feuerwanzen auch miteinander, zum Beispiel als Warnsignal (Alarm-Pheromon), wenn Gefahr droht.

3. Mutterinstinkt

Hier wird’s überraschend fürs Insekten-Klischee: Die Weibchen legen ihre Eier gut geschützt in Ritzen, Spalten oder kleinen Verstecken – und bleiben danach nicht einfach „weg“. Sie bewachen das Gelege und sorgen dafür, dass es nicht austrocknet. Nach etwa zwei Wochen schlüpfen die Jungtiere (Nymphen).

4. Bluff

Die rot-schwarze Warnoptik ist kein Zufall: Sie soll Feinde abschrecken – nach dem Motto „Vorsicht, ich bin giftig!“. Dabei sind Feuerwanzen selbst völlig ungiftig.

Es ist eher ein cleverer Trick: Warnfarben wirken, auch wenn kein echtes Gift dahintersteckt.

5. Romantik auf Wanzen-Art

Feuerwanzen paaren sich „Hinterteil an Hinterteil“ – und das kann bis zu 30 Stunden dauern. Und ja: Sie machen das gern gesellig. Man sieht nicht selten mehrere Paare gleichzeitig, die nebeneinander in Paarungsstellung verharren.

Privatsphäre wird kleingeschrieben. 😅

6. Strohhalm-Ausstattung

Feuerwanzen haben einen ausklappbaren Saugrüssel (Rostrum). Damit nehmen sie Nahrung nur flüssig auf – vor allem Pflanzensäfte. Sie saugen manchmal an krautigen Pflanzenteilen, verursachen aber in der Regel keine größeren Schäden wie klassische „Schädlinge“.

Das Rostrum – ein spezieller Saugrüssel – grenzt Feuerwanzen klar von Käfern ab, die ihre Nahrung mit Beiß- und Kauwerkzeugen aufnehmen.

7. Natürliches Gleichgewicht

Auf dem Speiseplan stehen auch Insekten- und Schneckeneier. Das ist einer der Gründe, warum Feuerwanzen im Garten eher zur „guten Truppe“ gehören: Sie können helfen, dass sich bestimmte Garten-Schädlinge nicht zu stark vermehren – ganz ohne Chemie.

8. Bestäuber

Auch Feuerwanzen können zur Bestäubung beitragen. Sie halten sich an verschiedenen heimischen Wildpflanzen auf, darunter Malvengewächse wie Eibisch und Malve sowie Linden. Dabei nehmen sie Pollen auf und übertragen ihn unbeabsichtigt auf andere Pflanzen.

Da sie Blüten nicht gezielt ansteuern, sondern eher beiläufig an Pflanzen saugen, werden Feuerwanzen als indirekte Bestäuber eingeordnet – ähnlich wie Käfer oder Heuschrecken.

9. Zeit zum Kuscheln – warum Feuerwanzen Gruppen bilden

Feuerwanzen sind echte Gruppenfans: Über ein „Gemeinschafts-Pheromon“ finden sich oft viele Tiere an Futter- oder Ruheplätzen zusammen – manchmal zu Hunderten am Stamm oder in der Sonne. Der Vorteil: In der Masse wirkt die Warnfärbung noch abschreckender.

10. X-Faktor: Feuerwanzen & das X-Chromosom

Feuerwanzen spielten eine überraschend wichtige Rolle in der Wissenschaftsgeschichte. 1891 entdeckte der Zoologe Hermann Henking bei mikroskopischen Untersuchungen an Feuerwanzen erstmals das X-Chromosom. Diese Beobachtung gilt als echter Durchbruch, denn sie lieferte einen der ersten Hinweise darauf, dass das Geschlecht von Lebewesen genetisch bestimmt wird.

Bis dahin ging man davon aus, äußere Einflüsse wie Temperatur oder Umweltbedingungen könnten darüber entscheiden. Ziemlich beeindruckend, welchen Beitrag ausgerechnet ein so alltägliches Insekt zum Verständnis der Vererbung geleistet hat, oder?


Häufige Fragen zu Feuerwanzen

Sind Feuerwanzen schädlich für den Garten?

Nein, Feuerwanzen gelten nicht als Schädlinge. Sie ernähren sich überwiegend von abgestorbenen Pflanzenteilen, Samen und gelegentlich von Insekteneiern. Zwar saugen sie manchmal an krautigen Pflanzen, verursachen dabei aber in der Regel keine nennenswerten Schäden. Im Gegenteil: Durch ihre Fraßtätigkeit tragen Feuerwanzen zum Abbau organischer Reste und zum natürlichen Gleichgewicht im Garten bei. Ein Eingreifen ist daher nicht nötig.

Warum treten Feuerwanzen oft in großen Gruppen auf?

Feuerwanzen sind ausgesprochen gesellige Insekten. Sie sammeln sich in Gruppen, um sich gegenseitig zu schützen und ihre auffällige Warnfärbung zu verstärken. Über Duftstoffe (Pheromone) finden sie leicht zueinander und bleiben häufig an sonnigen, geschützten Orten beisammen. Besonders im Frühjahr und Herbst sind große Ansammlungen typisch, etwa an Baumstämmen, Mauern oder im Bodenbereich.

Können Feuerwanzen stechen oder beißen?

Feuerwanzen stechen oder beißen Menschen nicht. Zwar besitzen sie einen Saugrüssel (Rostrum), dieser ist jedoch ausschließlich für die Aufnahme flüssiger Nahrung wie Pflanzensäfte geeignet. Die Tiere sind weder aggressiv noch giftig und stellen keine Gefahr für Menschen oder Haustiere dar.

Sollte man Feuerwanzen bekämpfen?

Eine Bekämpfung von Feuerwanzen ist nicht notwendig und auch nicht sinnvoll. Die Tiere sind ein natürlicher Bestandteil des Ökosystems und erfüllen wichtige Funktionen im Garten. Chemische Mittel würden nicht nur Feuerwanzen schaden, sondern auch anderen Insekten und Bodenorganismen.

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