7 spannende Fakten über Eichhörnchen – das solltest du wirklich wissen

Zuletzt aktualisiert: 20. Januar 2026

Eichhörnchen gehören zu den Tierarten, die bei uns sofort Sympathiepunkte sammeln. Wenn eines flink über den Gartenzaun klettert oder kopfüber einen Baumstamm hinunterläuft, bleibt man automatisch stehen und schaut zu.

Viele von uns glauben, die kleinen Nager gut zu kennen – schließlich begegnen sie uns nicht nur im Wald, sondern immer häufiger auch im Garten oder Park.

Doch hinter dem niedlichen Aussehen steckt ein erstaunlich anpassungsfähiges Wildtier mit ganz eigenen Strategien für Nahrungssuche, Winter und das Leben in unserer Nähe.

Wir haben sieben spannende Fakten über Eichhörnchen gesammelt, die zeigen, wie clever, vielseitig und wichtig diese Tiere für unsere Natur sind.

1. Eichhörnchen sind echte Allesfresser

Auch wenn wir Eichhörnchen meist mit Nüssen in Verbindung bringen: Ihr Speiseplan ist deutlich abwechslungsreicher.

Neben Haselnüssen, Eicheln, Bucheckern oder Samen fressen sie auch Beeren, Knospen und Pilze.

Weniger bekannt ist, dass Eichhörnchen keine reinen Pflanzenfresser sind. Sie zählen zu den Allesfressern und ergänzen ihre Nahrung gelegentlich mit tierischer Kost – etwa Insektenlarven, Würmern oder Schnecken. In seltenen Fällen können sogar Eier oder Jungvögel gefressen werden.

Das mag überraschen, ist aber Teil ihres natürlichen Verhaltens – Eichhörnchen nutzen das Nahrungsangebot, das gerade verfügbar ist.

2. Sie schlafen nicht den ganzen Winter durch

Im Gegensatz zu Igeln oder Siebenschläfern halten Eichhörnchen keinen Winterschlaf, sondern eine sogenannte Winterruhe.

Das bedeutet: Sie verbringen zwar den Großteil der kalten Jahreszeit geschützt in ihrem Kobel – also ihrem Nest und Rückzugsort –, sind aber regelmäßig aktiv.

An milderen Wintertagen verlassen sie ihr Nest für kurze Zeit, um Nahrung zu suchen. Ihre im Herbst angelegten Vorräte spielen dabei eine zentrale Rolle.

Um Energie zu sparen, rollen sie sich im Kobel zusammen und nutzen ihren buschigen Schwanz wie eine wärmende Decke.

3. Eichhörnchen legen Vorräte erstaunlich organisiert an

Dass Eichhörnchen im Herbst Nüsse und Samen sammeln, ist bekannt. Weniger bekannt ist jedoch, wie systematisch sie dabei vorgehen.

Die Tiere legen ihre Vorräte nicht wahllos ab, sondern vergraben unterschiedliche Nahrungsarten getrennt voneinander.

Haselnüsse, Eicheln oder Bucheckern landen oft in eigenen Verstecken. Diese Strategie reduziert das Risiko, bei Verlust eines Verstecks gleich den gesamten Vorrat zu verlieren – eine clevere Überlebensstrategie.

4. Nase und Gedächtnis arbeiten zusammen

Im Winter stellt sich schnell die Frage: Wie finden Eichhörnchen ihre vielen Verstecke überhaupt wieder?

Die Antwort liegt in einer Kombination aus feinem Geruchssinn und räumlichem Gedächtnis.

Selbst unter einer Schneedecke können sie einen Großteil ihrer Vorräte wieder aufspüren. Nicht alles wird jedoch gefunden – und genau das hat einen positiven Nebeneffekt:

Aus vergessenen Samen wachsen neue Pflanzen und Bäume. Eichhörnchen tragen damit ganz nebenbei zur natürlichen Verjüngung von Wäldern und Gärten bei.

5. Der Schwanz ist mehr als nur Schmuck

Der buschige Schwanz eines Eichhörnchens ist ein echtes Multitalent. Beim Klettern und Springen dient er als Balancierhilfe und Steuerinstrument.

Zusätzlich schützt er im Winter vor Kälte – und im Sommer sogar vor direkter Sonne.

Der wissenschaftliche Name des Eichhörnchens liefert dazu eine schöne Erklärung:

„Sciurus“ bedeutet übersetzt „Schattenschwanz“ – ein direkter Hinweis auf diese besondere Funktion.

6. Dunkles Fell ist vollkommen normal

Viele stellen sich Eichhörnchen automatisch rotbraun vor. Doch tatsächlich gibt es bei uns auch Tiere mit dunkelbraunem bis fast schwarzem Fell.

Diese Farbvarianten sind ganz normal und gehören zur gleichen Art.

Dunkle Eichhörnchen werden häufig mit dem amerikanischen Grauhörnchen verwechselt. Wichtig zu wissen:

Ein dunkles Fell bedeutet nicht automatisch, dass es sich um eine invasive Art handelt.

In Deutschland sind dunkle Fellfarben beim heimischen Eichhörnchen vollkommen natürlich.

7. Eichhörnchen sind Kulturfolger

Eichhörnchen zählen zu den sogenannten Kulturfolgern – Tierarten, die gelernt haben, in der Nähe des Menschen gut zurechtzukommen.

Neben Wäldern nutzen sie heute auch Gärten, Parks, Friedhöfe und Siedlungsbereiche als Lebensraum.

Dort finden sie oft ein vielseitiges Nahrungsangebot und geeignete Rückzugsorte. Kein Wunder also, dass sie auch an Vogelhäuschen oder -futterstellen auftauchen – besonders im Winter kann ein artgerechtes Eichhörnchen-Futterhaus sinnvoll sein.

Trotzdem bleiben sie Wildtiere – selbst wenn einzelne Tiere weniger scheu wirken.

Funfact: Eichhörnchen haben eine bevorzugte Pfote

Bei genauem Hinsehen zeigt sich:

Manche Eichhörnchen nutzen bei Greifaufgaben immer wieder dieselbe Vorderpfote, etwa wenn sie eine Nuss aufnehmen oder festhalten. Die zweite Pfote bleibt dabei oft unterstützend oder untätig.

Diese individuelle Pfoten-Präferenz ist kein Zufall, sondern ein beobachtbares Verhaltensmuster. Forschende nutzen solche Beobachtungen, um mehr über Lernverhalten, Koordination und Anpassungsfähigkeit von Eichhörnchen zu erfahren.

👉 Wichtig: Es gibt keine einheitliche „rechte“ oder „linke“ Art – jedes Tier zeigt seine ganz eigene Vorliebe.

Fazit: Kleine Tiere mit großer Wirkung

Eichhörnchen sind weit mehr als niedliche Gartenbesucher. Sie sind anpassungsfähig, clever und spielen eine wichtige Rolle im Ökosystem.

Wer sie beobachtet, lernt nicht nur ein faszinierendes Wildtier kennen, sondern bekommt auch einen neuen Blick auf den eigenen Garten.

Wenn du Eichhörnchen nicht nur beobachten, sondern aktiv unterstützen möchtest, zeigen wir dir, wie du deinen Garten eichhörnchenfreundlich gestalten kannst.

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