Waschmaschinen-Untergestell selber bauen – stabile Holzlösung für unter 100 €

Zuletzt aktualisiert: 30. Juni 2026

Eine Waschmaschine direkt auf dem Boden zu be- und entladen, gehört wohl zu den unbeliebtesten Tätigkeiten im Haushalt. Ständiges Bücken belastet den Rücken und der Platz unter den Geräten bleibt ungenutzt. Wirklich stabile Untergestelle kosten jedoch häufig zwischen 350 und 500 € – eine Investition, die sich für viele Privathaushalte nicht lohnt.

Genau vor diesem Problem standen wir ebenfalls. Die günstigen Modelle überzeugten uns aufgrund der schlechten Bewertungen nicht und hochwertige Metallgestelle waren für unseren Hauswirtschaftsraum schlicht zu teuer. Deshalb haben wir uns entschieden, ein stabiles Untergestell aus Holz selbst zu bauen.

Entstanden ist eine Lösung, die unseren Alltag deutlich erleichtert: Waschmaschine und Trockner stehen jetzt auf einer angenehmen Arbeitshöhe und der Platz darunter bietet ausreichend Stauraum für Wäschekörbe und andere Utensilien. Gleichzeitig lagen die Materialkosten bei nur rund 100 €.

In diesem Artikel zeigen wir dir, wie wir das Untergestell gebaut haben, welche Materialien wir verwendet haben und worauf du bei der Planung achten solltest.

Auf einen Blick

  • Kosten: ca. 115 € (mit Restmaterial unter 100 €)
  • Bauzeit: ca. 2,5 Stunden
  • Traglast: mindestens 250 kg
  • Höhe: 62 cm
  • Geeignet für: Waschmaschine und Trockner
  • Schwierigkeit: Mittel

Planung: Das solltest du vor dem Bau beachten

Bevor du mit dem Zuschnitt beginnst, solltest du dir Gedanken über die Größe, Höhe und Konstruktion des Untergestells machen. Mit der richtigen Planung passt das Untergestell nicht nur zu den aktuellen Geräten, sondern auch zu einem späteren Nachfolgemodell (dazu gleich mehr). Gleichzeitig wird der vorhandene Platz optimal genutzt.

Welche Höhe ist sinnvoll?

Wir haben unser Untergestell auf eine Höhe von 62 cm gebaut. Dadurch befinden sich Trommel und Tür in einer angenehmen Arbeitshöhe und das tiefe Bücken entfällt weitgehend.

Gleichzeitig entsteht unter den Geräten ausreichend Platz, um mehrere Wäschekörbe unterzubringen oder Geräte wie einen Staubsauger. Die ideale Höhe hängt immer von den Gegebenheiten vor Ort und deinem persönlichen Empfinden ab. In unserem Fall mussten wir insbesondere vorhandene Rohre an der Wand berücksichtigen und konnten die Wandbefestigung nicht beliebig setzen. Plane das Untergestell deshalb so, dass es sowohl zu deinem Raum als auch zu einer ergonomischen Arbeitshöhe passt.

Plane lieber etwas mehr Tiefe ein

Waschmaschinen und Trockner sind meist 60 cm breit (Standardnorm). Bei der Tiefe gibt es jedoch deutliche Unterschiede. Besonders Wärmepumpentrockner mit großer Trommel (9kg +) sind manchmal bis zu 10 cm tiefer als die gängigen Waschmaschinen.

Wir empfehlen deshalb eine Plattentiefe von etwa 70 cm. So bleibst du auch bei einem späteren Geräteaustausch flexibel und musst das Untergestell nicht neu bauen, wenn du auf eine größere Geräteklasse umsteigst.

Warum wir uns gegen einen Waschturm entschieden haben

Unsere Waschmaschine und unser Trockner standen vorher übereinander. Im Alltag hat sich diese Lösung für uns nicht bewährt: Das obere Gerät ließ sich zwar bequem be- und entladen, es gab allerdings keine Ablagefläche für den Wäschekorb. Für die untere Maschine mussten wir uns dagegen bei jedem Waschgang tief bücken (wir alle werden älter 🤣).

Ein weiterer Nachteil zeigt sich spätestens im Reparaturfall. Muss das untere Gerät ausgetauscht oder repariert werden, muss das obere Gerät zunächst heruntergehoben werden. Bei einer nebeneinander angeordneten Lösung lässt sich dagegen jedes Gerät unabhängig voneinander bewegen oder ersetzen.

So wird dein Waschmaschinen-Untergestell stabil und belastbar

Unser Ziel war eine Konstruktion, die sich mit wenigen Materialien und ohne komplizierte Holzverbindungen nachbauen lässt. Gleichzeitig sollte möglichst viel Stauraum unter den Geräten erhalten bleiben. Deshalb haben wir die Konstruktion bewusst auf das Wesentliche reduziert.

Warum zwei Stützen ausreichen

Unser Untergestell ist an einer langen und einer kurzen Seite fest mit der Wand verschraubt. Dadurch trägt die Wand bereits einen Großteil des Gewichts.

Die freischwebende Ecke muss deshalb abgestützt werden. Zusätzlich verhindert eine zweite Stütze an der Vorderkante, dass sich die Multiplexplatte durchbiegt.

Wichtig: Diese Konstruktion funktioniert nur, wenn das Untergestell an mindestens zwei tragfähigen Wänden sicher befestigt wird. Soll das Gestell freistehen, muss es deutlich aufwendiger konstruiert und zusätzlich gegen seitliches Verdrehen ausgesteift werden.

Welche Last muss das Untergestell tragen?

Eine Waschmaschine bringt je nach Modell schnell 80 bis 100 kg auf die Waage. Unser Modell wiegt bereits rund 95 kg, der Trockner weitere 50 kg. Hinzu kommen nasse Wäsche und die Kräfte, die insbesondere beim Schleudern entstehen.

Das Untergestell sollte deshalb deutlich mehr Gewicht tragen können, als Waschmaschine und Trockner zusammen auf die Waage bringen. Wir haben unsere Konstruktion deshalb für eine Belastung von mindestens 250 kg ausgelegt.

Warum wir eine Multiplexplatte verwendet haben

Für die Auflage haben wir eine 21 mm starke Multiplexplatte aus Buche verwendet. Sie ist deutlich stabiler als eine normale Leimholzplatte und trägt auch hohe Punktlasten problemlos. Gerade unter den vier Standfüßen der Waschmaschine wirkt eine enorme Kraft auf die Platte.

Material und Werkzeug

Für unser Untergestell haben wir Materialien verwendet, die in jedem Baumarkt erhältlich sind. Die Konstruktion besteht aus wenigen Bauteilen und lässt sich ohne besondere Vorkenntnisse nachbauen.

Material

Werkzeug

  • Kappsäge/Säge
  • Akkuschrauber
  • Bohrmaschine
  • Standbohrmaschine (optional)
  • Forstnerbohrer (optional)
  • Kegelsenker Holz (optional)
  • Stichsäge (optional)
  • Wasserwaage
  • Meterstab und Bleistift

Bauanleitung: Waschmaschinen-Untergestell selber bauen

Schritt 1: Kanthölzer zuschneiden

Im ersten Schritt werden alle Kanthölzer auf die benötigte Länge zugeschnitten. Die endgültigen Maße hängen von deinem Hauswirtschaftsraum und der gewünschten Arbeitshöhe ab. Berücksichtige dabei auch vorhandene Rohre, Steckdosen oder andere Hindernisse an der Wand.

Wir haben uns für 70 × 70 mm starke Kanthölzer aus Fichte entschieden. Sie sind preiswert, leicht zu bearbeiten und sehr stabil.

Schritt 2: Wandauflagen vorbereiten und befestigen

Zunächst werden die Löcher für die Sechskantschrauben in den Kanthölzern vorgebohrt. Anschließend kannst du die Schrauben zusammen mit einer Unterlegscheibe direkt durch das Holz stecken und später in den Dübel schrauben.

Alternativ lassen sich die Bohrlöcher mit einem Forstnerbohrer versenken, sodass Schraubenkopf und Unterlegscheibe bündig im Holz verschwinden. Wir haben das exemplarisch bei einem Kantholz ausprobiert, uns letztlich aber für die schnellere Variante ohne Versenkung entschieden.

Tipp: Lege beim Bohren immer ein Restholz unter das Kantholz. Dadurch reißt das Holz auf der Rückseite beim Austritt des Bohrers nicht aus.

Nun können die beiden Wandauflagen mit geeigneten Dübeln und den 10 × 120 mm Sechskant-Holzschrauben an der Wand befestigt werden. In unserem Fall besteht eine Wand aus Beton, die andere aus Ziegelmauerwerk. Deshalb haben wir Fischer DuoPower 12 × 60 mm Dübel verwendet, der ist für beides geeignet.

Kontrolliere zum Schluss mit einer Wasserwaage, dass alle Kanthölzer exakt auf gleicher Höhe montiert sind. Höhenunterschiede lassen sich später nur noch schwer ausgleichen.

Tipp: Leitungen vor dem Bohren prüfen

Verlass dich nicht darauf, dass Stromleitungen immer nach Norm verlegt wurden. Wir haben in der Vergangenheit selbst schon versehentlich ein Stromkabel angebohrt – seitdem prüfen wir vor jeder Bohrung die Wand mit einem Leitungssucher.

Für dieses Projekt haben wir den Bosch Professional Ortungsgerät GMS 120-27 verwendet und sind damit sehr zufrieden. Solch ein Gerät kauft man in der Regel nur einmal, braucht es bei späteren DIY-Projekten aber immer wieder.

Schritt 3: Unterkonstruktion zusammenbauen

Sobald die Wandauflagen montiert sind, kann die Multiplexplatte aufgelegt und ausgerichtet werden. Anschließend wird sie mit 4 × 40 mm Senkkopfschrauben von oben mit den Kanthölzern verschraubt. Vergiss nicht, die Bohrlöcher vorher anzusenken, damit die Schraubenköpfe später bündig mit der Oberfläche abschließen.

Im nächsten Schritt werden die beiden senkrechten Stützen unter die Platte geschoben und ebenfalls von oben verschraubt. Eine Stütze befindet sich unter der freischwebenden Ecke, die zweite mittig an der Vorderkante.

Für die Stützen haben wir selbst konstruierte 3D-gedruckte Pfostenschuhe verwendet. Sie sorgen für einen sauberen Abschluss zum Boden und schützen das Holz zusätzlich vor Feuchtigkeit. Alternativ kannst du die Stützen mit einem Winkel gegen Verrutschen sichern.

Damit möglichst wenig Schwingungen auf den Boden übertragen werden, haben wir auf die Unterseite der Pfostenschuhe eine 1,5 mm starke EPDM-Folie geklebt. Dazu einfach ein Stück EPDM mit Sekundenkleber auf den Pfostenschuh kleben und die überstehenden Ränder anschließend mit einem Cutter sauber abschneiden. Alternativ kannst du auch Terrassenpads aus Gummi verwenden, die kann man in kleineren Mengen kaufen.

Kostenloser Download der Step- & STL-Dateien

Die STL-Dateien für unsere Pfostenschuhe stellen wir dir kostenlos zum Download zur Verfügung. Natürlich kannst du die Kanthölzer auch direkt auf den Boden stellen (mit Winkel gesichert) oder handelsübliche Pfostenschuhe verwenden.

Schritt 4: Waschmaschine und Trockner entkoppeln

Damit beim Schleudern möglichst wenig Schwingungen übertragen werden, haben wir unter beiden Geräten Antivibrationsmatten bzw. Schwingungsdämpfer verwendet.

Zusätzlich entkoppelt die EPDM-Folie unter den Stützen die Konstruktion vom Boden.

Wichtiger Hinweis: Waschmaschine nicht kippen

Besonders die Waschmaschine ist schwer. Wir haben unsere Maschine deshalb zum Aufstellen gekippt und auf das Untergestell geschoben. Das war ein Fehler.

Denn dabei kann Wasser in Bereiche gelangen, in denen es nicht hingehört, und Schäden verursachen.

Genau das ist uns passiert. Die Waschmaschine konnte anschließend nicht mehr richtig abpumpen und die veranschlagten Reparaturkosten lagen bei rund 260 €. Da sich die Reparatur unserer zehn Jahre alten Maschine nicht mehr gelohnt hätte, mussten wir schließlich eine neue Waschmaschine kaufen – ein teurer und absolut vermeidbarer Fehler.

Informiere dich deshalb vor dem Transport unbedingt in der Bedienungsanleitung deines Geräts. Im Zweifel sollte die Waschmaschine immer aufrecht transportiert und zu zweit auf das Untergestell gehoben werden.

Häufige Fragen zum Waschmaschinen-Untergestell

Kann ich das Untergestell auch freistehend bauen?

Unsere Konstruktion ist dafür nicht geeignet. Sie nutzt zwei tragfähige Wände als Teil der Statik. Soll das Untergestell frei stehen, muss es deutlich stabiler konstruiert und zusätzlich mit Querstreben oder Diagonalverstrebungen stabilisiert werden.

Welche Holzplatte eignet sich am besten?

Wir empfehlen eine Multiplexplatte mit mindestens 21 mm Stärke. Sie ist stabil, verzieht sich nicht und hält die hohen Punktlasten unter den Standfüßen einer Waschmaschine problemlos aus.

Welche Tiefe sollte das Untergestell haben?

Wir würden eine Tiefe von mindestens 70 cm wählen. Während Waschmaschinen meist rund 60 cm tief sind, benötigen viele moderne Wärmepumpentrockner mit großer Trommel deutlich mehr Platz. Mit einer etwas tieferen Platte bleibst du auch bei einem späteren Geräteaustausch flexibel.

Wie hoch sollte ein Waschmaschinen-Untergestell sein?

Die ideale Höhe hängt von den Gegebenheiten vor Ort und deinem persönlichen Empfinden ab. Unser Untergestell ist circa 62 cm hoch. Dadurch befinden sich beide Geräte auf einer angenehmen Arbeitshöhe und unter der Konstruktion bleibt ausreichend Platz für Wäschekörbe.

Wie viel Gewicht muss ein Waschmaschinen-Untergestell tragen?

Eine Waschmaschine wiegt je nach Modell schnell 80 bis 100 kg, ein Trockner weitere 40 bis 60 kg. Hinzu kommen nasse Wäsche und die Kräfte beim Schleudern. Plane deshalb immer ausreichend Reserven ein und dimensioniere das Untergestell entsprechend.

Kann ich Waschmaschine und Trockner auch übereinander stellen?

Grundsätzlich ja. Wir haben uns jedoch bewusst dagegen entschieden. Beim Waschturm war das obere Gerät zwar gut erreichbar, für die untere Maschine mussten wir uns trotzdem bücken. Außerdem fehlt eine praktische Ablagefläche und im Reparaturfall muss das obere Gerät zunächst heruntergehoben werden.

Warum verwendet ihr Antivibrationsmatten und EPDM-Folie?

Die Antivibrationsmatten unter den Geräten und die EPDM-Folie unter den Pfostenschuhen reduzieren die Übertragung von Schwingungen auf die Konstruktion und den Boden. Dadurch läuft die Waschmaschine auch beim Schleudern angenehm ruhig.

In eigener Sache

Wenn du meine Arbeit unterstützen möchtest, schau dir gerne mein Kinderbuch „Der kleine Igel Locke“ an. Vielleicht ist es ja ein schönes Geschenk für kleine Naturfans. 🙂

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