Viele Kräuter wie der Schnittlauch dürfen blühen und können weiterhin problemlos in der Küche verwendet werden. Bei Petersilie sieht das allerdings etwas anders aus. Sobald die Pflanze lange Blütenstiele bildet und zu blühen beginnt, solltest du die Finger von ihr lassen.
Warum blühende Petersilie problematisch ist und was es mit dem Stoff Apiol auf sich hat, erfährst du in diesem Artikel.

Ist Petersilie wirklich giftig?
Grundsätzlich ist Petersilie komplett essbar und gehört zu den beliebtesten Küchenkräutern überhaupt.
Die jungen Blätter der Petersilie enthalten unter anderem:
- Beta-Carotin
- Vitamin C
- Vitamin K
- Eisen
- Kalium
- ätherische Öle

Tipp für zu viel Petersilie
Frisch geerntete Petersilie aus dem Garten, Hochbeet oder Balkonkasten schmeckt meist deutlich aromatischer als gekaufte Ware aus dem Supermarkt. Wer zu viel Petersilie erntet, kann sie problemlos gehackt einfrieren oder größere Mengen zum Beispiel für frischen Tabouleh-Salat verwenden.

Problematisch wird Petersilie erst, wenn die Pflanze in die Blüte geht.
Warum wird Petersilie nach der Blüte problematisch?
Petersilie ist eine zweijährige Pflanze. Im ersten Jahr bildet sie hauptsächlich Blätter aus. Genau dann wird sie normalerweise geerntet.
Im zweiten Jahr beginnt die Pflanze zu blühen. Dabei entstehen lange Blütenstiele mit kleinen gelbgrünen Doldenblüten. Typisch für Petersilie als Doldenblütler sind die charakteristischen Dolden – mehr dazu findest du auch in unserem Artikel über die wichtigsten Blütenstände im Überblick.

Die Pflanze steckt im zweiten Jahr ihre Energie nicht mehr in aromatische Blätter, sondern in die Samenbildung. Gleichzeitig steigt der Apiol-Gehalt deutlich an.
Apiol gehört zu den natürlichen Inhaltsstoffen der Petersilie, kann in höheren Mengen aber gesundheitsschädlich wirken.
Darf man blühende Petersilie noch essen?
Sobald Petersilie blüht, solltest du sie nicht mehr für die Küche verwenden. Besonders Blüten, Samen und ältere Pflanzenteile enthalten deutlich höhere Mengen des Stoffes Apiol.
Apiol wirkt auf die Muskulatur von Blase, Darm und Uterus. Außerdem sind allergische Reaktionen möglich. In hohen Mengen gilt der Stoff als problematisch und kann unter anderem Leber und Nieren belasten.
Besonders während der Schwangerschaft sollte Petersilie deshalb nur in kleinen Mengen verzehrt werden. Das in der Petersilie enthaltene Apiol löst vorzeitige Wehen aus. Früher wurde es sogar genutzt, um Schwangerschaften abzubrechen.

Giftpflanze des Jahres
Petersilie wurde zur „Giftpflanze des Jahres 2023“ gewählt. Die Wahl sorgte für Überraschung, weil Petersilie normalerweise als harmloses Küchenkraut gilt.
Quelle: Botanischer Sondergarten, Hamburg-Wandsbek
Woran erkennt man, dass Petersilie bald blüht?
Oft kündigt sich die Blüte schon früh an.
Typische Anzeichen sind:
- lange aufrechte Mitteltriebe
- deutlich dickere Stängel
- weniger neue Blattbildung
- kleine gelbgrüne Dolden
Spätestens wenn sich die ersten Blüten zeigen, solltest du die Pflanze nicht mehr ernten.
Was tun, wenn Petersilie blüht?
Die blühende Petersilie musst du nicht sofort entfernen.
Die Doldenblüten sind nämlich wertvoll für zahlreiche Insekten. Vor allem Schwebfliegen, Wildbienen und andere Bestäuber besuchen die kleinen Blüten gerne.
Wer naturnah gärtnert, sollte deshalb einige Pflanzen blühen lassen und nur die jungen Petersilienpflanzen weiter für die Küche nutzen.
Petersilie regelmäßig nachsäen
Damit du möglichst lange frische Petersilie ernten kannst, lohnt sich eine regelmäßige Aussaat.
Petersilie wächst sowohl im Beet als auch im Hochbeet oder Balkonkasten. Sie bevorzugt einen hellen Standort mit gleichmäßig feuchter Erde.
Wichtig zu wissen: Petersilie keimt relativ langsam. Gerade am Anfang solltest du deshalb darauf achten, dass die Erde nicht austrocknet.
Häufige Fragen zu blühender Petersilie
Nein, die Blüten der Petersilie solltest du besser nicht essen. Während bei manchen Kräutern sogar die Blüten essbar sind, steigt bei Petersilie während der Blüte der Apiol-Gehalt deutlich an. Deshalb gelten Blüten und Samen nicht mehr als geeignet für die Küche. Für Insekten sind die kleinen Doldenblüten dagegen äußerst wertvoll.
Nein, die Samen sollten nicht gegessen werden. Gerade in den Samen ist die Konzentration des Apiols besonders hoch. Sie eignen sich deshalb nur zur Aussaat, nicht aber für die Küche.
Im zweiten Jahr beginnt Petersilie zu blühen. Genau dann steigt der Gehalt des Stoffes Apiol deutlich an. Sobald sich lange Blütenstiele und erste Dolden bilden, sollte die Pflanze deshalb nicht mehr gegessen werden. Für die Küche eignet sich Petersilie vor allem im ersten Jahr vor der Blüte.

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