Staunässe, verdichtete Erde oder Wurzelfäule sind häufige Probleme bei Topf- und Gartenpflanzen. Genau hier kommt Blähton ins Spiel: Das mineralische Granulat verbessert die Drainage, speichert Wasser und sorgt für eine lockere Bodenstruktur. In diesem Ratgeber erfährst du alles über Eigenschaften, Einsatzbereiche, richtige Mengen und Tipps für die Anwendung im Garten, Hochbeet und Topf.
Inhaltsverzeichnis
1. Was ist Blähton?
Blähton ist ein natürliches Tongranulat, aus fein gemahlenem Ton und organischen Bestandteilen. Das Granulat wird zu kleinen Kugeln geformt und anschließend bei etwa 1.100–1.200 °C gebrannt. Durch diesen Prozess verdampfen organische Bestandteile, sodass im Inneren Luftkammern entstehen – zurück bleiben leichte, poröse Kugeln mit stabiler Struktur.

Im Gartenbau wird Blähton vor allem eingesetzt, um Böden zu lockern, Wasser zu speichern und überschüssige Feuchtigkeit zuverlässig abzuleiten. Durch seine mineralische Struktur verrottet er nicht und bleibt dauerhaft stabil.
2. Eigenschaften von Blähton
Die besonderen Eigenschaften von Blähton entstehen durch den Brennprozess bei hohen Temperaturen und sind der Grund, warum das Granulat im Gartenbau so häufig zur Drainage, Bodenverbesserung und Pflanzenpflege eingesetzt wird.

Positive Eigenschaften von Blähton:
- leichtgewichtig und formstabil
- dauerhaft strukturstabil, verrottet nicht
- pH-neutral bis leicht alkalisch
- speichert Wasser in Poren
- gibt Feuchtigkeit langsam ab
- verhindert Staunässe
- dauerhaft luftdurchlässig
Im Gegensatz zu organischen Substraten zersetzt sich Blähton nicht. Dadurch eignet er sich besonders für Anwendungen, bei denen eine langfristige Strukturstabilität wichtig ist – etwa in Kübeln oder Hochbeeten.

3. Welche Blähton-Körnung wird wofür eingesetzt?
Blähton ist in verschiedenen Körnungen erhältlich, die jeweils unterschiedliche Eigenschaften besitzen. Welche Größe sich für Anzucht, Drainage oder Hydrokultur eignet, zeigt die folgende Tabelle.
| Körnung | Größe | Einsatzbereich |
|---|---|---|
| fein | 4–8 mm | Anzucht, Substratmischungen |
| mittel | 8–16 mm | Drainage, Töpfe, Kübel |
| grob | 10–20 mm | Hydrokultur, große Pflanzgefäße |
Faustregel: Je größer die Körnung, desto stärker ist die Drainagewirkung und desto geringer die Wasserspeicherung.

4. Blähton für Anzucht und Stecklinge
Blähton wird selten pur zur Keimung verwendet, kann aber sehr sinnvoll als Zusatzsubstrat in Anzuchterde eingesetzt werden. Besonders feine Körnungen verbessern die Luftversorgung der Wurzeln, stabilisieren die Struktur des Substrats und verhindern Staunässe im empfindlichen Keimstadium. Gerade junge Pflanzen reagieren empfindlich auf verdichtete Erde oder zu viel Feuchtigkeit – eine lockere Substratmischung ist deshalb entscheidend für eine gesunde Entwicklung.
Empfohlenes Mischverhältnis für die Anzucht
80–90% Anzuchterde + 10–20% feinem Blähton haben sich in der Praxis bewährt und sorgen für:
- stabile Struktur
- bessere Wurzelbelüftung
- geringeres Risiko für Fäulnis
Empfehlung: Pflanzton, 10 l, Körnung 4/8 mm und BIO-Anzuchterde
Besonders bei empfindlichen Jungpflanzen oder langsamer keimenden Arten verbessert diese Strukturstabilität die Wachstumsbedingungen deutlich und unterstützt eine gleichmäßige Wurzelbildung.
5. Blähton zur Bodenverbesserung im Garten
Wird Blähton in den Boden eingearbeitet, verbessert sich die Porenstruktur des Bodens, wodurch Wasser gleichmäßiger verteilt wird und die Wurzeln besser mit Sauerstoff versorgt werden. Dadurch verbessert sich die Bodenstruktur nachhaltig und das Wachstum der Pflanzen wird unterstützt.

Effekte von Blähton im Boden:
- lockert verdichtete Erde auf
- verbessert die Drainagefähigkeit
- reduziert Staunässe
- stabilisiert die Bodenstruktur langfristig
Empfohlene Mengen zur Bodenverbesserung
Etwa 5–10 Liter Blähton pro m² gleichmäßig in den Oberboden einarbeiten.
Besonders sinnvoll ist der Einsatz in schweren, lehmigen Böden oder auf Flächen mit schlechter Wasserabführung. Ebenfalls für Pflanzen, die gleichmäßig feuchte Erde bevorzugen, aber empfindlich auf Staunässe reagieren – etwa Heidelbeeren, Hortensien oder viele Beerensträucher.
6. Blähton in Töpfen und Kübeln
In Pflanzgefäßen gehört Blähton zu den effektivsten Methoden, um Staunässe zu verhindern. Eine Drainageschicht am Topfboden sorgt dafür, dass überschüssiges Wasser ablaufen kann und Wurzeln nicht im Wasser stehen.

Vorteile von Blähton im Topf und Kübel
- verhindert Wurzelfäule
- stabilisiert die Bodenstruktur langfristig, wenn er dem Substrat beigemischt wird
- hilft, typische Gießfehler wie Staunässe (Übergießen) oder Austrocknung auszugleichen (zu wenig/unregelmäßiges Gießen)
👉 Empfohlene Schichtdicke für Drainage: 2–5 cm am Topfboden
Wird Blähton direkt ins Substrat gemischt, sind etwa 10–30 % Anteil sinnvoll, um die Struktur zu verbessern und Staunässe vorzubeugen.
7. Blähton im Hochbeet
Hochbeete trocknen schneller aus als Gartenboden, weil sie rundum Luftkontakt haben und Wasser schneller abläuft. Blähton hilft auch hier, den Wasserhaushalt zu stabilisieren und gleichzeitig die Struktur locker zu halten.

Vorteile von Blähton im Hochbeet:
- verbessert Wasserverteilung
- verhindert Staunässe im unteren Bereich
- sorgt für lockere Substratschichten
- erhöht Durchlüftung der Wurzeln
Besonders effektiv ist Blähton in den unteren Schichten oder als Drainagelage. Je nach Aufbau können dort etwa 5–10 cm Granulat eingebracht werden, um eine stabile und durchlässige Basis zu schaffen. Wird der Blähton direkt ins Substrat gemischt, sind wie bei Töpfen und Kübeln etwa 10–30 % Anteil optimal.
8. Blähton in Hydrokultur
Blähton ist neben Vermiculite eines der wichtigsten Substrate für Hydrokultur. Hier dient er nicht als Nährstoffquelle, sondern als strukturgebendes Medium, das Wasser speichert und gleichzeitig Sauerstoff an die Wurzeln lässt.

In Hydrokultursystemen übernimmt Blähton drei Funktionen:
- gibt den Wurzeln festen Halt und Stabilität
- Wasserspeicher
- Belüftungssystem
Da das Material steril und langlebig ist, eignet es sich ideal für Pflanzen, die langfristig im selben Substrat wachsen, etwa Zimmerpflanzen oder Hydrokulturen.
9. Vor- und Nachteile von Blähton
Blähton bietet viele Vorteile für Pflanzen und Bodenstruktur, hat aber wie jedes Substrat auch einige Einschränkungen. Welche Eigenschaften besonders relevant sind, hängt vor allem vom Einsatzzweck und der Bodenart ab.
Vorteile von Blähton
- sehr langlebig und formstabil
- verbessert Drainage und Belüftung
- speichert Wasser in Poren
- mehrfach verwendbar
- schimmelt und verrottet nicht
Nachteile von Blähton
- enthält selbst keine Nährstoffe
- allein kein vollständiges Pflanzsubstrat
- Herstellung energieintensiv
- relativ hohes Gewicht im Vergleich zu Perlite
Insgesamt eignet sich Blähton besonders gut als strukturgebender Zuschlagstoff oder Drainagematerial, weniger jedoch als alleinige Pflanzbasis.

Vergleich: Blähton vs. Perlite vs. Vermiculite
Blähton, Perlite und Vermiculite gehören zu den wichtigsten mineralischen Zuschlagstoffen im Gartenbau, unterscheiden sich jedoch stark in ihren Eigenschaften und Einsatzmöglichkeiten. Die Tabelle hilft dir bei der Auswahl.
| Eigenschaft | Blähton | Perlite | Vermiculite |
|---|---|---|---|
| Gewicht (Schüttdichte) | hoch | sehr leicht | leicht |
| Drainagewirkung | sehr hoch | hoch | mittel |
| Wasserspeicherung | mittel | gering–mittel | hoch |
| Luftdurchlässigkeit | sehr hoch | sehr hoch | mittel |
| Strukturstabilität | sehr hoch | hoch | mittel |
| Nährstoffspeicherung | nein | nein | ja |
| Typischer Einsatz | Drainage, Hydrokultur | Substratauflockerung | Anzucht, Feuchtespeicher |
10. Nachhaltigkeit & Umweltaspekte
Blähton gilt im Gartenbau als vergleichsweise langlebiges und nachhaltiges Substrat, vor allem aufgrund seiner langen Nutzungsdauer und der Möglichkeit, das Material mehrfach zu verwenden (z. B. beim Umtopfen). Da es sich um ein gebranntes Mineral handelt, zersetzt es sich nicht und bleibt dauerhaft stabil im Boden oder Pflanzgefäß.

Ökologische Bewertung von Blähton:
- extrem langlebig
- wiederverwendbar
- keine Mikroplastikbelastung
- dauerhaft im Boden einsetzbar
Zu berücksichtigen sind jedoch die Transportwege, da Blähton industriell hergestellt und überregional vertrieben wird. Insgesamt fällt die Umweltbilanz dennoch positiv aus, wenn das Material langfristig eingesetzt wird.
11. Häufig gestellte Fragen zu Blähton
Blähton wird zur Drainage, Bodenlockerung, Hydrokultur und Substratverbesserung eingesetzt. Besonders in Töpfen verhindert er Staunässe und schützt Wurzeln.
Ja. Blähton ist deutlich leichter, speichert zusätzlich Wasser und verbessert gleichzeitig die Belüftung des Substrats.
Ja. Nach der Nutzung kann er gereinigt und erneut eingesetzt werden, da er nicht verrottet.
Nein. Blähton ist pH-neutral, steril und enthält keine Schadstoffe.
Sehr lange. Da es ein gebranntes Mineral ist, zersetzt es sich nicht und bleibt dauerhaft stabil
Fazit
Blähton gehört zu den vielseitigsten mineralischen Zuschlagstoffen im Gartenbau und eignet sich besonders überall dort, wo Strukturstabilität, Drainage und langfristige Bodenverbesserung gefragt sind. Vor allem bei schweren Böden, Staunässeproblemen oder in Pflanzgefäßen ist das Granulat eine zuverlässige und langlebige Lösung. Wer ein dauerhaft stabiles Substrat sucht, findet in Blähton eines der praktischsten Materialien für Garten und Topfpflanzen.

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