Wer Himbeeren, Tomaten, Bohnen oder andere rankende Pflanzen im Garten anbaut, kennt das Problem: Viele Rankhilfen sind wackelig, wirken optisch wenig ansprechend, und halten nur wenige Saisons.
Genau deshalb haben wir eine hochwertige und stabile Rankhilfe selbst gebaut – freistehend, ohne Betonfundament, rückbaubar und optisch deutlich schöner als viele Fertiglösungen.
Das Besondere: Durch ein cleveres System aus Drahtseilen, Erdankern und Gegenzug stehen die Pfosten sauber senkrecht, während die Stahlseile straff gespannt bleiben.

Ideal für Schrebergärten, Gemüsebeete, kleine Gärten oder als praktische Abtrennung zum Nachbargrundstück.
Warum wir diese Rankhilfe gebaut haben
Wir wollten eine stabile, langlebige und optisch ansprechende Rankhilfe, die sich flexibel im Garten einsetzen lässt.
Wichtig war uns dabei vor allem, dass die Rankhilfe:
- stabil steht und nicht wackelt
- ohne Beton aufgebaut werden kann
- auch im Schrebergarten rückbaubar bleibt
- wenig Platz benötigt
- ordentlich und modern aussieht
- bezahlbar bleibt


Besonders wichtig war uns, dass die Rankhilfe viele Jahre hält und auch langfristig noch ordentlich und optisch ansprechend aussieht. Deshalb haben wir auf robuste und rostfreie Materialien wie Stahlseile, Edelstahl-Ösen, verzinkte Seilspanner und Pfostenbefestigungen gesetzt.
Kosten der Rankhilfe
Je nach Materialwahl liegt das Projekt ungefähr bei:
- ca. 50 €, wenn ihr möglichst günstig baut.
- rund 80 bis 100 €, wenn ihr auf Edelstahlteile, Pfostenkappen und hochwertige Materialien setzt.
Materialliste: Rankhilfe aus Holz selber bauen
Für unsere freistehende Rankhilfe aus Holz und Edelstahldrahtseil benötigst du die nachfolgenden Materialien. Die meisten Produkte haben wir dir direkt passend zum Kaufen verlinkt.
Materialien und Werkzeuge
Holz & Pfosten
- 2 × Kanthölzer Fichte, 70 × 70 mm, Länge je 150 cm
- 2 × Einschlagbodenhülsen 71 × 71 mm
- 2 × Pfostenkappen 70 × 70 mm
- 2 × robuste Erdanker/Zeltheringe mit Gewinde
Oberflächenbehandlung
- Xyladecor Holzschutz-Lasur 2in1
- Lackrolle
- Farbwanne
- Schleifvlies oder feines Schleifpapier
Werkzeug
- Akkuschrauber (10 mm Holzbohrer)
- Inbusschlüssel
- Hammer
- Wasserwaage
- Drahtseilschere
- Steckschlüssel für Erdanker
Rankhilfe selber bauen: Schritt-für-Schritt-Anleitung
Du kannst unsere Anleitung ganz flexibel an deine Bedürfnisse anpassen. Die Länge der Pfosten, der Abstand der Seile oder auch die Gesamtbreite sind Vorschläge, die sich bei uns im Garten ergeben haben. Je nach Standort, Pflanzenart und verfügbarem Platz kannst du die Maße frei verändern.
Wichtig ist vor allem, dass du dir die einzelnen Umsetzungsschritte ansiehst und das Grundprinzip übernimmst. So kannst du die Rankhilfe passend für deinen Garten bauen.
1. Kanthölzer zuschneiden lassen
Lass dir die Kanthölzer am besten direkt im Baumarkt zuschneiden. Wir haben ein 3-Meter-Kantholz halbieren lassen und hatten so unsere beiden Pfosten mit je 150 cm Länge.

Tipp: Kein Verschnitt
Viele Kanthölzer sind im Baumarkt standardmäßig 3 Meter lang. Zwei Pfosten mit je 150 cm bieten sich deshalb besonders an, weil du das Material ohne Verschnitt nutzen kannst.
2. Holz für den Außeneinsatz schützen
Damit deine Rankhilfe lange hält, solltest du die Pfosten vor dem Aufbau lasieren.
Wir haben dafür eine Lackrolle verwendet. Damit lässt sich die Lasur schneller, gleichmäßiger und sauberer auftragen als mit einem Pinsel.
So sind wir vorgegangen:
- erste Schicht Holzschutz-Lasur auftragen
- vollständig trocknen lassen
- aufgestellte Holzfasern leicht anschleifen (Schwingschleifer oder per Hand mit Schleifvlies oder feinem Schleifpapier)
- zweite Schicht Lasur auftragen und trocknen lassen


Tipp: Lasuren mit Farbpigmenten schützen meist besser vor UV-Strahlung als farblose Varianten.
3. Einschraubmuttern in die Pfosten setzen
Auf der Stirnseite jedes Pfostens markierst du drei Positionen. Dort kommen die Ösen hin, durch die du später die Drahtseile führst:
- erste Position: ca. 50 cm über dem Boden
- zweite Position: ca. 40 cm darüber
- dritte Position: weitere 40 cm höher
Für die Einschraubmuttern musst du passende Löcher vorbohren. Bei Muttern mit M8-Innengewinde kannst du in der Regel einen 10-mm-Holzbohrer verwenden.


Die Einschraubmuttern werden anschließend mit einem passenden Inbusschlüssel ins Bohrloch geschraubt.

Zusätzlich benötigst du zwei Ankerpunkte für den seitlichen Seilzug (dazu später mehr):
- setze beim Pfosten, der später links montiert wird, eine weitere Einschraubmutter. Die Mutter wird dafür oben außen links gesetzt (siehe Foto).
- Der rechte Pfosten bekommt ebenfalls eine Einschraubmutter, oben auf der rechten Außenseite.
Diese beiden Punkte brauchst du später für den Gegenzug zur Stabilisierung.

4. Ringschrauben montieren
Nun schraubst du die Ringschrauben zusammen mit Unterlegscheiben in die vorbereiteten Einschraubmuttern.
Durch diese Ösen laufen später die Edelstahlseile.

5. Pfostenkappen montieren
Setze auf die Oberseite der beiden Pfosten eine Pfostenkappe und verschraube sie mit kleinen Edelstahlschrauben.

Warum Pfostenkappen sinnvoll sind
Die Oberseite der Pfosten ist besonders empfindlich gegenüber Feuchtigkeit. Genau dort kann Regenwasser lange stehen bleiben und schnell ins Hirnholz der Balken eindringen.
Deshalb haben wir Pfostenkappen montiert. Sie schützen die Pfostenoberseite zuverlässig vor Nässe und verlängern die Lebensdauer der Rankhilfe deutlich.
6. Bodenhülsen einschlagen
Jetzt geht es an den endgültigen Standort deiner Rankhilfe (bei uns der Schrebergarten). Markiere dir zuerst die Stellen, an denen später die beiden Pfosten stehen sollen. So kannst du den Abstand sauber planen und die Rankhilfe exakt ausrichten.


Schlage anschließend die Einschlagbodenhülsen möglichst gerade in den Boden.
Unser Tipp: Einschlagbodenhülsen richtig versenken
Wenn du noch ein Reststück des Kantholzes übrig hast, stecke es in die Bodenhülse. Alternativ funktioniert auch ein anderes stabiles, dickes Holzstück. So schlägst du beim Einschlagen auf das Holz statt direkt auf die Hülse und verhinderst, dass sich der Schaft der Bodenhülse durch Hammerschläge verbiegt.

Damit beide Seiten exakt gleich hoch sitzen, kannst du:
- eine Schnur spannen und mit Wasserwaage ausrichten oder
- oder eine lange Wasserwaage über beide Hülsen legen
7. Pfosten einsetzen und exakt ausrichten
Stecke nun die Pfosten in die Bodenhülsen und richte sie mit der Wasserwaage exakt senkrecht aus. Anschließend verschraubst du sie mit dem Pfostenschuh (in den Bodenhülsen sind dafür bereits passende Befestigungslöcher vorgesehen).
Arbeite hier möglichst exakt, damit die Rankhilfe später sauber steht und du dich nicht im Nachhinein über schiefe Pfosten ärgern musst.

8. Drahtseile zwischen den Pfosten spannen
Jetzt montierst du die drei waagerechten Edelstahlseile zwischen beiden Pfosten. Wir sind dabei wie folgt vorgegangen:
1. Ersten Seilspanner montieren
Befestige zuerst an einem Ende des Drahtseils einen Seilspanner. Führe das Stahlseil dafür durch die Öse, lege das Ende wie eine Schlaufe zurück und fixiere es mit einer Drahtseilklemme.

2. Seilspanner ganz öffnen
Stelle den Seilspanner auf die weiteste Position. Drehe dafür die Gewindeteile von Haken und Öse möglichst weit nach außen.

3. Erstes Ende einhängen und Seil durchführen
Hänge den Seilspanner in eine der untersten Ösen am Pfosten ein. Führe das Drahtseil anschließend waagerecht zur gegenüberliegenden Öse auf der anderen Seite und fädle es durch. Anschließend führst du das Drahtseil senkrecht nach oben zur zweiten Reihe und von dort wieder waagerecht zur gegenüberliegenden Seite.
4. Zweiten Seilspanner montieren
Wenn du bei der letzten Öse angekommen bist, dann schneide das Drahtseil mit etwas Überlänge ab. Dafür eignet sich eine Drahtseilschere oder eine gute Kneifzange. Montiere nun am anderen Ende des Drahtseils den nächsten Seilspanner genauso wie den ersten.
Auch der zweite Seilspanner sollte zunächst auf die weiteste Position eingestellt sein. Stelle die Schlaufe mit Drahtseilklemme so ein, dass du den Haken gerade noch mit möglichst wenig Spiel in die letzte Öse einhängen kannst. Ist das Seil zu locker, fehlt später der Verstellweg zum sauberen Nachspannen.

5. Seil vorspannen
Drehe jetzt beide Seilspanner langsam enger, bis das Drahtseil leicht straff sitzt. Die endgültige Spannung stellen wir erst ganz am Ende ein, sobald die Pfosten seitlich stabilisiert sind.

9. Erdanker/Heringe zur Stabilisierung setzen
Du kennst sicherlich klassische Heringe aus dem Campingurlaub, mit denen Zelte im Boden befestigt werden. Genau dieses Prinzip nutzen wir jetzt auch – allerdings in deutlich robusterer, längerer und schraubbarer Ausführung.

Die Erdanker werden links und rechts außen neben den beiden Pfosten in den Boden geschraubt. Sie bilden später den Gegenzug und sorgen dafür, dass die Pfosten der Rankhilfe senkrecht stehen, auch wenn die Seile zum Ranken stark angezogen werden.
Am einfachsten bekommst du die Erdanker mit einem Akkuschrauber und passendem Steckschlüsselaufsatz in die Erde. Bei den von uns verwendeten Erdankern war der passende Aufsatz bereits dabei.

Den Abstand zum Pfosten kannst du flexibel wählen. Bei uns haben sich rund 2 Meter nach außen bewährt, weil so ein guter Winkel für den Gegenzug entsteht. Je nach Platz im Garten kann der Abstand aber auch deutlich geringer ausfallen.
Unser Tipp für maximalen Halt
Schraube die Erdanker leicht schräg in den Boden – also vom Pfosten weg geneigt. Dadurch halten sie unter Zug noch besser und sitzen besonders fest.

10. Gegenzug montieren und Rankhilfe stabilisieren
Führe jetzt jeweils ein Drahtseil vom Erdanker schräg nach oben zum Pfostenkopf.
Wir sind dabei wie folgt vorgegangen:
- Ein Seilende wird am Erdanker mit einer Schlaufe gelegt und mit einer Drahtseilklemme fixiert.
- Das andere Ende erhält oben einen Seilspanner.
- Anschließend wird der Haken des Seilspanners in die äußere Öse am Pfosten eingehängt.

Nun kannst du den Seilspanner langsam anziehen. Dadurch werden die Pfosten gezielt nach außen gezogen – genau gegen die Spannung der mittleren Drahtseile.
Arbeite dich auf beiden Seiten Stück für Stück vor, damit die Konstruktion gleichmäßig ausgerichtet bleibt.

Zum Schluss:
- Außenseile feinjustieren
- mittlere Drahtseile endgültig nachspannen
- Pfosten mit der Wasserwaage kontrollieren
Fertig – deine stabile Rankhilfe steht sauber, straff gespannt und stabil.

Übrigens: Auch die äußeren Stahlseile kannst du wunderbar zusätzlich als Rankhilfe nutzen. 🙂
Warum dieses Rankhilfe-System so praktisch ist
- Rückbaubar: Ideal für Schrebergärten, Mietgärten oder Pachtflächen. Das System lässt sich bei Bedarf wieder abbauen und woanders aufbauen.
- Erweiterbar: Weitere Pfosten und Drahtseile kannst du jederzeit ergänzen – perfekt, wenn deine Pflanzfläche wächst.
- Multifunktional einsetzbar: Nicht nur für Himbeeren geeignet, sondern auch für Brombeeren, Weinreben, Kiwi oder andere Kletterpflanzen.
- Günstiger als viele Fertigsysteme: Vor allem im Eigenbau sparst du oft deutlich gegenüber gekauften Rankhilfen.
Tipps für lange Haltbarkeit deiner Rankhilfe
- Holz regelmäßig nachlasieren: Eine neue Schutzlasur verlängert die Lebensdauer der Holzpfosten deutlich und schützt vor Feuchtigkeit.
- Stark rostende Billigteile vermeiden: Setze besser auf verzinkte/rostfreie Schrauben, Drahtseile und Beschläge.
- Pfostenkappen verwenden: Pfostenkappen schützen die Schnittstelle des Holzes vor Regenwasser und reduzieren Fäulnis.
- Seilspanner jährlich kontrollieren: Prüfe die Spannung der Drahtseile einmal pro Jahr und stelle sie bei Bedarf nach.
Für welche Pflanzen eignet sich das Spalier?
Die Rankhilfe ist vielseitig einsetzbar und eignet sich für alle Kletter- und Rankpflanzen im Garten. Besonders gut passen:
- Himbeeren
- Brombeeren
- Stangenbohnen
- Zuckererbsen
- Gurken
- Freilandtomaten
- Kletterblumen
- Kiwi-Pflanzen
- Weinreben
Wir nutzen das Spalier aktuell vor allem für Himbeeren, möchten uns aber bewusst die Möglichkeit offenhalten, später auch Gemüse daran hochzuleiten.
Häufige Fragen zur Rankhilfe (FAQ)
Für Himbeeren sind meist 140 bis 180 cm Höhe ideal. Für Stangenbohnen oder andere stark wachsende Kletterpflanzen darf das Spalier gerne höher ausfallen.
Nein. Mit Einschlaghülsen oder Erdankern lässt sich eine Rankhilfe sehr stabil aufbauen – ganz ohne Beton.
Besonders langlebig sind Lärche und Douglasie. Fichte ist günstiger und mit einer guten Holzlasur ebenfalls sehr zu empfehlen.
Ja, Tomaten lassen sich mit Pflanzenclips, Schnüren oder Tomatenhaken problemlos an der Rankhilfe führen.
Drei Drahtreihen sind für viele Pflanzen ein sehr guter Start. Je nach Kultur und Höhe kannst du später jederzeit weitere Reihen ergänzen.

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